SEAcamp 2014 – 2 Clickser in Jena

Nachdem wir uns morgens um 4 aus dem Bett gequält auf zum 2. SEAcamp gemacht haben, brachte uns eine Zugfahrt durch grüne Wiesen von Dresden in die Weltstadt Jena. Im Hotel bekamen wir gleich Namenskarten und T-Shirts überreicht. Die Sessionplanung startete zwar mit etwas Zeitverzögerung, das wurde aber problemlos wieder aufgeholt. Nach einer kurzen Vorstellung der Organisatoren und Sponsoren wurden die Räume je nach Interesse an den Sessions vergeben – wie es sich eben für ein Barcamp gehört. Ebenso wurden subtile Hinweise bezüglich der Abendlokale in der Umgebung gegeben, die angeblich eine hinreißende Aussicht bieten. Diese auszukundschaften, haben wir allerdings den männlichen SEAs überlassen. ;)

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Thomas Grübel und Olaf Kopp bei der Begrüßung

Auf in die Sessions!

Leider konnten wir uns nicht dreiteilen, zu zweit konnten wir aber immerhin 14 der Sessions ansehen und wollen unsere Eindrücke nun mit euch teilen. Übrigens: einige Vorträge werden auch dieses Jahr für die Teilnehmer wieder auf der Download Seite des SEAcamps veröffentlicht.

Der Sessionplan
Der Sessionplan

10:30 Uhr

Ein Leben ohne Google

Thorsten Alexander

In dieser Session erwarteten uns Schauergeschichten von Googles „Diktatur“ des Netzes. Ganz nach dem Motto „Google weiß alles über Dich!“ und „Google vergißt nie!“ wurde kritisch auf Google als Marktführer eingegangen. Alternativen, die mit der Benutzerfreundlichkeit und dem Funktionsumfang der zahlreichen Google-Dienste mithalten können, konnten aber nur teilweise genannt werden. Besonders interessant war Piwik.org als Alternative zu Google Analytics, welches uns doch gerne die einen oder anderen Daten vorenthält.

AdWords Account Übernahme: Was ist zu beachten? Checkliste zur Übernahme

Tobias Pappert (Projecter)

Hier ging es unter anderem um ein altbekanntes Problem: Kunden haben oft gar keine Vorstellung, was genau Sie mit SEA wollen… daher ist es sehr wichtig, vorher Ziele zu definieren. Dabei sollte man aber nicht nur starre Zahlen wie CPA oder CPC im Sinn haben. In der Diskussion wurde ersichtlich, dass jeder sein eigenes System und Vorgehen hat. In einer Agentur sollte es aber auf jeden Fall eine Grundstruktur geben. In dieser hat jeder seine feinen Eigenheiten, wie er am besten arbeiten kann – was unserer Meinung nach auch gut so ist. Auf die Frage, was das Suchnetzwerk mit Display-Auswahl bringt, war das allgemeine Feedback eher skeptisch. Eine weitere Frage war der Umgang mit Mobile: sollte man es komplett ausschließen, die Gebote nach unten anpassen oder eine eigene Kampagne anlegen?

11:30 Uhr

Ideensammlung: PPC für das Content Seeding

Olaf Kopp (Aufgesang)

Gleich zu Anfang dieser Session kam die Frage auf: „Content Marketing? Wir sind doch nicht auf einem SEO Camp!“ Laut Olaf gehört zum Inbound-Marketing aber auch weit mehr. Er erzählte uns von seinen Erfahrungen mit Content-Seeding im PPC- bzw. SEA-Bereich und betonte dessen Relevanz für die Steigerung der Markenbekanntheit und damit letztlich dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen. Im Rahmen dieser Session gab es auch spannende Einblicke in die Ergebnisse eines Pilottests zur Steigerung der Reichweite von Content über verschiedene Seeding-Kanäle, aus dem – was für eine Überraschung – das Google Display Netzwerk als Sieger hervorging. :)

Systematisches Brandbidder Mangement: Mehr Profitabilität für SEA-Kampagnen

Daniel Karlovic (adpolice)

Daniel stellte uns einige Beispiele von Markenverletzungen vor. Dazu gab es auch ein paar Zahlen: laut adpolice können durch den Betrieb eines kontinuierlichen Brand Bidder Managements bis zu 16% des Klickverlusts verhindert und bis zu 80% der Brandbidder ferngehalten werden. Weiterhin gab er uns Einblicke in sein eigenes Tool und zeigte Ansätze für einen eigenen Brand Management Plan auf. Trotzdem ist die Erkenntnis: konkrete Zahlen zum Verlust durch Brand Bidder gibt es nicht.
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Mittagspause
In der Mittagspause erwartete uns ein Wahnsinnsbuffet. In der riesigen Auswahl war dieses Jahr auch viel für Vegetarier dabei. Lecker! :)
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13:20 Uhr

Richtig Testen

Marc Hoeft (Marin Software)

Die zentrale Fragestellung dieser Session war: „Wie testet man fair?“. Marc erzählte uns von typischen Fehlern bei Bidding-Tests und stellte zudem Best Practices bei der Aufteilung von Testgruppen, während dem Test und bei der Auswertung der Testergebnisse vor. Anhand der Lernkurve erläuterte er die Problematik einer optimalen Testdauer. Für die Excel-Freunde unter uns gab es auch noch den einen oder anderen Tipp. Aufgrund kleiner *hust* MAC *hust* Probleme war aber keine Live-Demo in Excel möglich ;)
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Phrase ist tot – lang lebe Broad Modified?!

Sophia Skuratowicz aka „Die Frau mit dem kaputten Finger“ (nu³)

Die „Frau mit dem kaputten Finger“ stellte uns einen eigenen Test vor: was passiert, wenn alle Phrase Keywords pausiert und nur Broad Modified Keywords geschaltet werden? Der Fokus lag dabei nicht nur auf den tatsächlichen Resultaten, sondern auch darauf, was bei einem Test alles beachtet werden muss. So ging Sophia zum Beispiel auf die Voraussetzungen vor dem Test und die Schwierigkeit verlässlicher Testerkenntnisse bei Produkten, die stark von externen Faktoren beeinflusst werden, ein. Achso und die Antwort zur Session? Phrase ist nicht tot. Der Test zeigte aber dennoch ein recht positives Resultat. Also am besten selbst ausprobieren!

14:20 Uhr

Tools im SEA

Thomas Langel (bonprix)

In dieser Session stellte Thomas einige bekannte Tools für SEA vor, was insbesondere im Bereich des Bidmanagements zu einer sehr kontroversen Diskussion führte. Außerdem waren auch Tools für das Kampagnenmanagement ein größeres Thema. In kaum einer anderen Session hat sich das Publikum so aktiv eingebracht wie in dieser. So kam es zu einem regen Austausch von Erfahrungen mit den einzelnen Tools. Insbesondere Killer-Features für den Workflow wurden häufig vermisst. Aber auch bei der Frage, ob der Einsatz von Tools generell sinnvoll ist, herrschte Uneinigkeit. Schließlich gibt es doch noch Liebhaber von Handarbeit ;) Es kommt wohl auf den Einzelfall an.

RLSA – Killer Feature oder Augenwischerei?

Matthias Böhnert (finnwaa)

In erster Linie wurden in dieser Session Varianten eines Setups für RLSA aufgezeigt. Es war ein schöner Erfahrungsaustausch zur Herangehensweise. Das grobe Fazit war allerdings, dass RLSA nicht der Burner ist, und schon gar kein Allheilmittel – Google will natrülich nur unser Bestes! ;) Ein weiterer Punkt, der in der Diskussion zur Sprache kam war, dass die CPCs in der Suche durch RLSA anziehen.

15:20 Uhr

New Shopping Campaigns

Kai de Wals (SUMAFA)

Kai stellte die wesentlichen Änderungen, sowie Vor- und Nachteile der Shopping Campaigns im Vergleich zu den alten PLAs vor. Dabei wurde insbesondere die Relevanz der Datenqualität des Produkt-Feeds betont. Auch die Strukturierung von Kampagnen in Produktgruppen, sowie der strategische Einsatz von Custom Labels und Gebotsanpassungen waren ein Thema. Eine einheitliche Meinung hat sich zum Thema Shopping Campaigns allerdings noch nicht gebildet – die Erfahrungen sind teils gut, teils schlecht. Auf jeden Fall besteht noch eine Menge Entwicklungsbedarf, was Tools zur Optimierung des Workflows angeht.

Tools für AdWords (für Anwender)

Holger Schulz (data-inside)

Die Session mit Holger war sehr cool, danke dafür! Er entwickelt selber Tools und hat 4 vorgestellt. Sein Usability Booster Browser-Addon vereinfacht einige Dinge in der AdWords Oberfläche, die Google uns vorenthält. Dagegen ist seine Suchanfragenanalyse basierend auf ETL ein sehr schönes Tool, um die Suchanfragen und deren zugehörige Keywords detailliert zu analysieren – leider ist es nicht offiziell verfügbar und benötigt bei großen Datenmengen einen extremen Arbeitsspeicher. Die zwei anderen vorgestellten Tools sind für das Steuern der CPCs von Shopping Campaigns nach Preisgruppen der Produkte im Feed und für automatisierte E-Mail Warnungen nützlich.
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Kaffeepause
Danach gab es eine kurze Stärkung, wieder sehr lecker (gefühlter Tagesablauf: Essen-SEA-Essen-SEA-Essen-SEA …)! Der Kopf qualmt mittlerweile vor Ideen & Inspirationen – geht da wirklich noch mehr rein?? Noch 2 Sessions!

16:30 Uhr

Automatisierung statt Sehnenscheidenentzündung

Thomas Grübel (InBiz)

Thomas erzählte uns nicht nur von Excel Makros, sondern auch von diversen Möglichkeiten des automatisierten Reportings über AdWords Scripts, AWQL, Google Docs, Apps Scripts und Google Sites. Dazu gab es auch die eine oder andere Live-Demo, was sich aufgrund des wackeligen WLANs aber in Grenzen hielt. Man muss es aber mal gesagt haben: „Der Typ hat’s einfach drauf!“ :) Das weniger IT-affine Publikum konnte ihm wohl nur teilweise folgen. So erzählte er begeistert von seiner Gamer-Tastatur, auf deren leuchtenden Tasten er unzählige Makros unterbringen kann. Und schon könnte man sich zurücklehnen und Kaffee trinken – falls denn alles funktioniert, wie es soll. Das Fazit dieser Session: Automatisierung soll Arbeit abnehmen, aber nie das Denken.

Tag Management

Dennis Hain (fusepro)

Eine generelle Session zum Thema Tag Management. Es ging darum, was es für Möglichkeiten und Tools gibt. Generell sind die Erfahrungswerte hier scheinbar noch nicht sehr groß. Speziell dem Google Tag Manager fehlt ja leider der Support von Google. Es wurden einige interessante Einblicke in die Oberfläche von DC Storm Tag Management gegeben. Man muss aber für sich selbst analysieren, welche Anforderungen man an das Tag Management Tool hat, um zu entscheiden, welches man braucht – Preislich reicht es von kostenlos bis zu sehr hohen Summen.

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Tag Management mit Dennis Hain
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Diverse Tag Management Möglichkeiten in der Session von Dennis Hain

17:30 Uhr

Linkcrawling mit Screaming Frog

Christopher Gutknecht (norisk gmbH)

In dieser Session ging es um Anwendungsbeispiele der kostenlosen Version von Screaming Frog. Nach einer kurzen Einführung in die Bedeutung und Handhabung der üblichen Statuscodes wurden konkrete Anwendungsfälle im SEA-Bereich vorgestellt. Zu diesen gehörten ein URL-Struktur-Check für Webseiten ohne Feed, sowie Tests neuer Suchlinks und AdWords Ziel-URLs. In einem Projektplan fasste Christopher uns die notwendige Häufigkeit regelmäßiger Prüfungen noch einmal zusammen. Abschließend ging er noch kurz auf ergänzende AdWords Scripts ein. Die Folien des Vortrags findet ihr übrigens schon auf Slideshare.
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BGH, EuGH und HighCourt: Neue Vorgaben im Marken- und Wettbewerbsrecht für das Suchmaschinenmarketing

Peter Hense (Spirit Legal LLP)

Wow – erschreckend, was alles nicht erlaubt ist im Bereich Marken- und Wettbewerbsrecht… Das war eine wirklich starke Session mit nachhaltiger Wirkung – Diskussionen und ernüchterte Gesichter ;) Selbst der Markenschutz, den man direkt bei Google beantragen kann, ist nicht so einfach und kann sogar richtig ins Geld gehen – für den Markeninhaber selbst!
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Feedback-Runde

Puh, geschafft! Nach jeweils 7 Sessions merkt man dann doch, dass das für einen Tag erst mal reicht. Falls ihr noch mehr vom SEAcamp 2014 sehen wollt, findet ihr weitere Fotos auf der SEAcamp Facebook Seite.
In der Feedback-Runde wurde diskutiert, was nächstes Jahr anders gemacht werden soll. Wir fanden, dass dieses Jahr viele interessante Sessions gleichzeitig waren. Das wird wohl immer ein bisschen so sein, man könnte aber zumindest Grundlagen-, Fortgeschrittenen- und Experten-Sessions parallel laufen lassen. Natürlich ist auch das Level wieder subjektiv… Die Idee mit den Mini-Sessions fanden wir allerdings super, wir sind dafür! Ach ja, und das Essen fanden wir auch lecker… :)
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Ausklang des Abends

Den Rest des Abends verbrachten wir im Gespräch mit alten Bekannten und neuen Gesichtern – es ist immer wieder schön, andere SEAs kennenzulernen! :) Natürlich wurde dabei auch Überzeugungsarbeit für Besuche im schönen Dresden geleistet (auch wenn Jena super ist! ;))

Der Tag war lang – ab ins Bett und gute Nacht Jena!

Unser Fazit zum SEAcamp 2014

Auch das 2. SEAcamp hat sich wieder richtig gelohnt.

Vielen lieben Dank an die Organisatoren und alle Beteiligten. Bis zum nächsten Jahr!
Jasmin & Katharina
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Weitere Recaps vom SEAcamp 2014

Wer noch nicht in der Liste erwähnt wurde, kann einfach seinen Link posten :)

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