30.04.2015

AdWords Kampagne ist schon lange nicht mehr gleich AdWords Kampagne. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Kampagnentypen und -untertypen, welche sich für unterschiedliche Geschäftsziele eignen.  Wir haben euch die verschiedenen AdWords Kampagnentypen und ihre Anwendungsbereiche noch einmal zusammengefasst.

 

Kampagnentypen in ihren Werbenetzwerken

Grundsätzlich unterscheiden sich die verschiedenen Kampagnentypen in ihren Werbenetzwerken und den verfügbaren Anzeigentypen. Welche Anzeigentypen und Werbenetzwerke am besten geeignet sind, hängt wiederum von den Geschäftszielen und vom Budget ab. Vorab sollten sich Werbetreibende daher die folgenden Fragen stellen:

  1. Welche Ziele möchte ich mit der Anzeigenschaltung erreichen?
  2. Wo kann ich meine Zielgruppe im relevanten Kontext erreichen?
  3. Welche Form von Anzeigen möchte ich wo schalten?
  4. Wieviel Budget habe ich zur Verfügung?

Sobald die grundsätzliche Zielsetzung steht, können passende Kampagnentypen und -untertypen ausgewählt werden. Dabei stehen folgende Haupttypen zur Auswahl:

adwords-kampagnentypen

Neben der Wahl zwischen Such- und Displaynetzwerk ist also auch eine Kombination beider Netzwerke oder Google Shopping möglich. Auf die Kombination des Such- und Displaynetzwerkes wollen wir hier aber nicht näher eingehen, da es unserer Erfahrung nach aufgrund der völlig unterschiedlichen Ausrichtung sinnvoller ist, diese Netzwerke strikt voneinander zu trennen.

AdWords Suchkampagnen

Suchkampagnen sind auf das Google Suchwerbenetzwerk ausgerichtet, also die Google Suche und diverse Partnerseiten. Sie ermöglichen das Erstellen von Textanzeigen, welche in der Google Suche und ggf. auf Partnerseiten im Google Suchnetzwerk erscheinen.

Google-AdWords-Text-Anzeigen

Die Ausrichtung erfolgt über positive und negative Keywords – es werden also Anzeigen geschaltet, wenn Nutzer nach passenden Suchbegriffen suchen. Dieser Kampagnentyp kann in AdWords als Standardkampagne bezeichnet werden und erreicht Zielgruppen mitten im Rechercheprozess.

In der Regel starten die meisten AdWords Werbekonten ganz klassisch mit einer Suchkampagne. Mittlerweile wandelt sich diese Denkweise jedoch und es kann unter Umständen deutlich effektiver sein, bspw. erst mit einer DSA Kampagne oder mit Google Shopping zu starten und basierend darauf dann zu einem späteren Zeitpunkt Suchkampagnen zu erstellen.

Dynamische Suchkampagnen (DSA)

Dynamische Suchanzeigen - DSA

Statt Keywords werden bei dieser Kampagnenform dynamische Anzeigenziele (=Website-Bereiche) zur Ausrichtung verwendet. Google analysiert den Inhalt aller festgelegten Zielseiten und ermittelt anhand des organischen Suchindexes, welche Suchanfragen für die Produkte auf den Zielseiten relevant sein könnten. Bei relevanten Suchanfragen werden dann dynamische Anzeigen-Titel und passende Zielseiten generiert. Diese Kampagnenform eignet sich besonders für große Onlineshops mit umfangreichem Produktsortiment. Zudem stellen dynamische Suchanzeigen  eine wertvolle Datenquelle dar, um noch nicht abgedeckte Website-Bereiche mit viel Potenzial zu identifizieren.

Alternativ ist auch eine Kombination von dynamischen Suchkampagnen und Remarketing (RDSA) möglich – diese haben wir euch bereits in einem eigenen Artikel vorgestellt.

Remarketing in der Suche (RLSA)

AdWords Remarketing Prozess

Im Rahmen von Remarketing können Website-Besucher erneut angesprochen werden. Dazu muss lediglich ein entsprechender Remarketing Tracking-Code auf allen Unterseiten eingebunden werden. Über diesen werden Besucher mit einem Cookie markiert, der die Identifikation und Wiederansprache außerhalb der eigenen Website ermöglicht. Die Ausrichtung erfolgt dabei über selbst festgelegte Zielgruppen-Segmente, sogenannte Remarketing-Listen. Zur Zeit handelt es sich dabei nicht um einen offiziellen Kampagnenuntertyp in der Suche. Mithilfe von Remarketing-Listen können aber nicht nur Anzeigen (Text oder Banner) im Displaynetzwerk, sondern auch Textanzeigen im Suchnetzwerk auf entsprechende Zielgruppen ausgerichtet werden. Man spricht dabei von RLSA-Kampagnen (Remarketing Lists for Search Ads).

Suchanzeigen für mobile Apps

AdWords mobile App Anzeigen

Quelle: Google

Zusätzlich zu den normalen Suchanzeigen können in der Google Suche auch Anzeigen zur Interaktion mit oder der Installation von mobilen Apps geschaltet werden. Diese richten sich an mobile Nutzer und verlinken über einen auffälligen Download-Button direkt auf den jeweiligen App Store (je nach Betriebssystem des Geräts). Wer also seine App promoten will, fährt mit den Suchanzeigen für Mobile Apps genau richtig.

Nur Anruf Kampagnen

adwords-nur-anruf-kampagnen

Die Nur-Anruf-Kampagnen wurden erst vor Kurzem eingeführt und richten sich an Unternehmen, welche gezielt Anrufe generieren wollen. Dementsprechend führt ein Klick auf eine Nur-Anruf-Anzeige auch gar nicht auf die Webseite, stattdessen gibt es einen Call-Button. Diese Kampagnenform eignet sich daher besonders gut dazu, mobile Nutzer zum Anruf zu motivieren.

AdWords Display-Kampagnen

google-display-anzeigen-placements

Über AdWords-Display-Kampagnen ist die Schaltung von Textanzeigen und Banneranzeigen im Google Displaynetzwerk möglich. Die Ausrichtung erfolgt dabei über Keywords, Themen, Placements, Interessen/Remarketing oder demografische Merkmale. Der Hauptunterschied zu Suchkampagnen ist, dass sich Nutzer über Display-Kampagnen mit auffälligen Werbebannern im relevanten Kontext ansprechen lassen, aber nicht genau dann, wenn sie nach den angebotenen Produkten oder Dienstleistungen suchen. Daher ist diese Kampagnenform hauptsächlich für Branding-orientierte Werbetreibende geeignet, welche ihre Markenbekanntheit steigern wollen.

Interaktive Rich-Media-Anzeigen

Rich-Media-Ads

Quelle: Google (DoubleClick)

Rich-Media-Anzeigen sind eine Sonderform der normalen Image-Anzeigen, welche interaktive Elemente oder Animationen beinhalten. Dieser Kampagnenuntertyp zielt darauf ab, Nutzerinteraktionen zu steigern. Durch den Gestaltungsspielraum gibt es dabei viele Möglichkeiten, Nutzer zur Interaktion zu motivieren – schöne Praxis-Beispiele findet man hier.

(Dynamisches) Display-Remarketing

Dynamisches Remarketing mit AdWords

Display-Remarketing kann sowohl über statische, als auch dynamische Banner erfolgen. Insbesondere für Online Shops lohnt sich i.d.R. die Implementierung von dynamischem Remarketing über benutzerdefinierte Parameter – denn so können dem einzelnen Nutzer genau die Produkte in Bannern angezeigt werden, die er sich auf der Webseite bereits angesehen hat. Ideal also, um die Conversions anzukurbeln und noch unentschlossene Nutzer doch noch zum Kauf anzuregen.

Mobile Apps im Displaynetzwerk

Anders als im Suchwerbenetzwerk können im Displaynetzwerk nicht nur Anzeigen zur Interaktion mit oder Installation von mobilen Apps erstellt werden, sondern auch Banneranzeigen zur Schaltung in mobilen Apps. Das heißt, wer beispielsweise Nutzer von Gaming-Apps erreichen möchte, sollte eventuell auf die Bannerschaltung in Apps zurückgreifen.

Google Shopping-Kampagnen

AdWords-Produkt-Anzeigen-Suche

Im Rahmen von Anzeigen mit Produktinformationen können Werbetreibende über Google Shopping ihre Produkte bewerben. Diese Kampagnenform richtet sich daher in erster Linie an Online-Shopbetreiber. Voraussetzung für die Nutzung sind ein den Spezifikationen entsprechender Datenfeed und ein Google Merchant Center Konto.

Die Google Shopping Anzeigen erscheinen in der Google Suche direkt neben, unter oder über den klassischen Textanzeigen und ziehen natürlich durch Bilder und Preise deutlich die Aufmerksamkeit des Nutzers an.

AdWords Video-Kampagnen

AdWords Video Anzeigen auf YouTube

Quelle: YouTube

Mithilfe von AdWords für Videos,  einem eigenen Kampagnenverwaltungstool speziell für Videokampagnen, können TrueView-Videoanzeigenformate erstellt und verwaltet werden. Diese können sowohl im Google Displaynetzwerk, als auch auf YouTube geschaltet werden. Die Abrechnung erfolgt dabei über CPV-Gebote (Cost-per-View). Dank den TrueView-Videoformaten entstehen bei einer Wiedergabe nur Kosten, falls ein Nutzer das Video auch tatsächlich ansieht.

Diese Kampagnenform besitzt eine hohe Reichweite, ist aber nicht für alle Unternehmen geeignet – denn Grundvoraussetzung für die Nutzung ist mindestens eine hochwertige Videoanzeige, welche allen Richtlinien für AdWords Videoanzeigen entspricht.

Fazit: Welche AdWords Kampagnen?

Wie bereits zu Beginn des Artikels erwähnt, starten die meisten AdWords Konten in der Regel mit den Standardfunktionen der Haupt-Kampagnentypen: Also Such-/Shoppingkampagnen für Performance-orientierte Werbetreibende und/oder Displaykampagnen zur Steigerung der Markenbekanntheit.

Aufgrund der mittlerweile vielfältigen Kampagnentypen- und möglichkeiten kann es aber durchaus Sinn machen, zunächst mit einem ganz anderen Kampagnentyp zu starten. In jedem Fall sollten die sonstigen Untertypen langfristig nicht außer Acht gelassen werden, da sie ggf. zum Kauf-/Entscheidungsprozess beitragen können.

Damit die AdWords Kampagnen sinnvoll und zielführend aufgebaut sind, wendet man sich dafür am besten an eine professionelle AdWords-Agentur :-).

 

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