25.09.2014

Mit AdWords Scripts und Regeln lassen sich viele Arbeitsschritte automatisieren, die sonst eine Menge manuellen Zeitaufwand bedeuten. Wir stellen euch einige Anwendungsbeispiele von AdWords Automatisierungen vor, durch die mehr Zeit für tiefergehende Optimierungsmaßnahmen zur Verfügung steht.

AdWords Scripts & Regeln in der gemeinsam genutzten Bibliothek

 

Automatisierte AdWords Scripts

Die zzt. vielseitigste Art der AdWords Automatisierung sind die sogenannten AdWords Scripts, die sich sowohl in der gemeinsam genutzten Bibliothek auf Kontoebene, als auch auf MCC-Ebene im Kundencenter anlegen lassen. Nicht nur erfahrene Programmierer, sondern auch interessierte Einsteiger können sich mit den von Google Developers bereitgestellten Referenzen und Codebeispielen an die Thematik herantasten – Dabei sei aber Vorsicht geboten, denn die willkürliche Modifikation und Ausführung von AdWords Scripts kann unvorhersehbare Folgen haben!

Wer AdWords Scripts ohne tiefergehende Programmierkenntnisse ausprobieren will, sollte das mit Bedacht tun. So lässt sich die Funktionalität eines Scripts vor der tatsächlichen Ausführung über die Vorschau beurteilen, ohne den Account zu gefährden. Code-Snippets oder sogar vollständige Scripts, über die man ggf. bei einer Internet-Recherche stolpert, sollten nicht ohne weiteres so übernommen werden: Es ist stets empfehlenswert, den Code auf Fehler zu überprüfen und gemäß den individuellen Bedürfnissen anzupassen.

Google AdWords/Google Ads Script zur Identifikation von 404-Fehlern auf Zielseiten

Unser erstes Anwendungsbeispiel löst eine grundlegende Problematik: Das Auftreten von 404-Fehlern auf den Zielseiten von AdWords Anzeigen. Denn solange die AdWords Ziel-URLs nicht regelmäßig auf Fehler überprüft werden, bezahlen Werbetreibende ggf. für Klicks, welche auf eine Fehlerseite verlinken. Solche Fehler können unterschiedliche Ursachen haben, z.B. eine Umstrukturierung der URLs, bei welcher einige Weiterleitungen vergessen wurden.

Natürlich können 404-Fehler auch manuell überprüft werden: Beispiele für entsprechende Tools wären Google Analytics oder Screaming Frog. Da es sich allerdings um eine wiederkehrende Routineaufgabe handelt, ist der Zeitaufwand für die manuelle Prüfung hier unverhältnismäßig – und kann durch ein AdWords Script vermieden werden.

Zunächst müssen passende HTTP Parameter Einstellungen für die Abfrage des Response Codes als Variable festgelegt werden. Anschließend können über einen Iterator der Anzeigen bzw. Keywords die einzelnen Ziel-URLs überprüft werden:

AdWords Script zum Monitoring von 404-Fehlern auf Zielseiten

Beispielhaftes Code-Snippet – Ein Auszug aus dem vollständigen Script

Dieses Script sollte mindestens täglich ausgeführt werden und beim Auftreten von Fehlern eine Alert-E-Mail an alle relevanten Empfänger versenden.

Das perfekte AdWords Script für Onlineshopbetreiber – Pausierung von Anzeigen, wenn Produkte nicht auf Lager sind

Im E-Commerce-Bereich gibt es bei AdWords die Problematik, dass beworbene Produkte oft temporär ausverkauft sind. Natürlich verursacht es i.d.R. nur unnötig Kosten, wenn während dieser Zeit Anzeigen für die betroffenen Produkte geschaltet werden. Insbesondere bei großen Onlineshops mit unüberschaubarem Produktsortiment ist die manuelle Pausierung und Aktivierung von Anzeigen gem. der Produktverfügbarkeit eine unmögliche Aufgabe.

Auch hier kann ein AdWords Script weiterhelfen: Ähnlich wie beim 404-Fehler-Script müssen die einzelnen Ziel-URLs überprüft werden – Das Kriterium ist nun aber ein bestimmter Text auf der Webseite statt dem Response Code:

AdWords Script zur Kontrolle der Produktverfügbarkeit

Beispielhaftes Code-Snippet – Ein Auszug aus dem vollständigen Script

Anzeigen für temporär ausverkaufte Produkte zu pausieren, reicht aber nicht aus – sie müssen auch wieder aktiviert werden, sobald die Produkte erneut verfügbar sind. Dieses Script sollte je nach Häufigkeit der Statusänderungen ausgeführt werden, mindestens aber täglich.

Automatisierte AdWords Regeln

Eine Alternative zu AdWords Scripts, die keine Programmierkenntnisse voraussetzt, sind die automatisierten AdWords Regeln – Dafür ist ihr Funktionsspektrum im Vergleich zu AdWords Scripts aber sehr eingeschränkt.

AdWords Bietregeln zur Anpassung von Keyword-Geboten gem. ihrer Performance

Trotzdem sind AdWords Regeln mehr als ausreichend, um automatisch Keyword-Gebote anzupassen. Besonders wichtig ist das z.B. bei Keywords, die hohe Kosten verursachen, aber keine Conversions bringen:

AdWords Regeln für automatische Gebotsanpassungen

Natürlich sollte man bei Bedarf weitere Bedingungen bzw. Anforderungen ergänzen und die Schwellenwerte gemäß den Account-Durchschnittswerten anpassen. Die Häufigkeit der Regel sollte sich nach dem Traffic des Accounts richten, dabei ist die Ausführung mind. wöchentlich empfehlenswert.

Was auf keinen Fall vergessen werden sollte, ist eine E-Mail-Benachrichtigung beim Fall von Änderungen – schließlich sind automatisierte Regeln nicht 100% verlässlich und sollten manuell überprüft werden.

Umgekehrt können natürlich auch Keywords mit guter Performance belohnt werden: So könnte man über automatisierte AdWords Regeln bspw. auch die Gebote für Keywords erhöhen, deren CPA unter der Ziel-CPA liegt, falls sich ihre durchschnittliche Anzeigenposition unter dem Top-of-Page Rang befindet. Weitere Beispiele für den Einsatz von AdWords Regeln sind in der AdWords Hilfe verfügbar.

Fazit – Mit AdWords Scripts & Regeln Zeit für tiefergehende AdWords Optimierung sparen

Die Zeitersparnis durch AdWords Scripts und Regeln ist zunächst einmal sehr positiv – Dabei sollte die manuelle Kontrolle aber nie außen vorgelassen werden. Schließlich soll die Automatisierung von Routineaufgaben Arbeit abnehmen, mehr aber auch nicht. Um die automatischen Prozesse nicht aus den Augen zu verlieren, sollten daher immer E-Mail-Reports integriert werden. Außerdem ist eine sorgfältige Implementierung inkl. aller notwendigen Anforderungen Grundvoraussetzung für den sinnvollen Einsatz von AdWords Automatisierungen

 

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