27.10.2017

Filterblase oder nahe Zukunft? Facebooks Test des „Explore-Feeds“ in ausgewählten Ländern erhitzt derzeit die Gemüter. Wir zeigen, warum das so ist.

Der Entdecker-Feed als Zusatzangebot

Mit einem Klick auf die kleine Rakete links in der „Entdecken“-Sidebar, werden dem Nutzer die beliebtesten Beiträge und populäre Seiten gezeigt, denen er selbst noch nicht folgt. Grund der Integration der neuen Funktion war laut Facebook das steigende Interesse seiner Nutzer, neue und interessenskonforme Inhalte noch einfacher zu entdecken. Der Feed ist also als Zusatzangebot zu verstehen: Facebook öffnet die Welt der Nutzer mit neuem Content und bringt sie so dazu noch länger im sozialen Netzwerk zu verweilen. Zum anderen gibt Facebook Seitenbetreibern die Möglichkeit sich mit ihren Inhalten einer neuen Zielgruppe zu präsentieren.

Im Entdecker-Feed werden dem Nutzer Beiträge von Seiten angezeigt, die er noch nicht geliked hat, aber zu seinen Interessen passen.

Der Explore-Feed in der Testphase

In ganz bestimmten Ländern wie Serbien, Bolivien, Guatemala, Kambotschia, Sri Lanka oder der Slowakei testet Facebook derzeit den „Explore-Feed“. Auch hier verfügt der Nutzer über zwei Feeds. Angezeigt wird ihm der Standard-Newsfeed, der eingeschränkt nur noch die Beiträge von Freunden, Verwandten und Bekannten zeigt, aber auch bezahlte Posts von Unternehmen. Alle übrigen Beiträge, egal, ob von gelikten oder unbekannten Seiten, landen im „Explore-Feed“.

Was zeigen die ersten Ergebnisse?

Die Besorgnis der Seitenbetreiber ist groß, dass ihre Seiten in der Masse untergehen und für die Zielgruppe damit an Bedeutung verlieren. Der slowakische Journalist Filip Struhárik zeigt, dass unmittelbar nach Einführung des Tests sofort ein Rückgang im Nutzer-Traffic einiger Medien (Likes, Kommentare, Teilen) zu spüren war.

Was sagt eigentlich Facebook zu den Tests?

Die Aufregung und Unsicherheit bei den Seitenbetreibern zwang Facebook zu einer öffentlichen Stellungnahme durch Adam Mosseri. Aktuell (!) plane man nicht die Tests auch anderen Ländern durchzuführen. Es ginge lediglich darum, herauszufinden, wie sich der persönliche Newsfeed der Nutzer verbessern lässt. Diese hätten in letzter Zeit vermehrt den Wunsch geäußert, dass sie Inhalte von Freunden und Bekannten häufiger bzw. deutlicher hervorgehoben sehen wollen.

Ein Blick in die Glaskugel

Der Test des neuen „Explore-Feeds“ mag Zukunftsmusik sein und eine spätere Einführung hängt maßgeblich von den Reaktionen der Nutzer ab, dennoch ist es schlecht bestellt um die organische Reichweite. Seitenbetreiber sollten schon jetzt geeignete Maßnahmen umsetzen, um unabhängiger von Reichweitenschwankungen zu sein. Bei allfacebook.de finden sich geeignete Lösungswege, die zeigen, dass es nicht mehr um den reinen Fanaufbau gehen kann, sondern eher um die Professionalisierung der Werbung auf Facebook via Anzeigen und hochwertigem Content.

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