05.06.2014

*Update: Der Artikel spiegelt nicht mehr den aktuellen Stand im Bereich Bilder SEO wieder. Hier finden Sie aktuellere Informationen, wie Sie Ihre Bilder am besten für Google optimieren.*

Google ist blind. Das Motiv und die ästhetische Qualität eines Bildes sind für Google folglich bedeutungslos. Bilder suchmaschinengerecht zu optimieren hat deshalb nichts mit Bildbearbeitung zu tun. Aber warum sollte man Bilder überhaupt optimieren? Ganz einfach: Wir alle lieben Bilder. Bilder animieren uns zum Klicken. Wem es also gelingt, in der Google Bildersuche eine der Top-Positionen zu erreichen, kann damit den Traffic auf seiner Website steigern und im besten Fall eine bessere Conversion-Rate erzielen.

Bilder optimieren = Lesbarkeit für Google & Co.

Leider wird bei Webinhalten oft unwissentlich außer Acht gelassen, dass Google und Konsorten reine Textsuchmaschinen sind. Bilder müssen dementsprechend mit Informationen in Textform versehen werden, damit die Bots der Suchmaschinen die Bilder korrekt indexieren und ihre Relevanz für bestimmte Keywords beurteilen können.

Was der Nutzer auf seinem Rechner und in der Bildersuche wahrnimmt:

Bilder optimieren

Bilder-SEO: Suchmaschinen können nur Text auswerten (Bildmaterial: © Jörg Brinckheger – PIXELIO)

Was Google auswerten kann, sieht folgendermaßen im Quellcode aus:

//Vollständiger HTML-Code für Bilder
<img class="wp-image-1263 size-full" title="Bilder SEO: Attribute sind wichtig für gutes Ranking." src="https://www.clicks.de/wp-content/uploads/2014/06/bilder-seo.jpg" alt="Bilder optimieren" width="620" height="412" />Bilder-SEO: Suchmaschinen können nur Text auswerten (Bildmaterial: © Jörg Brinckheger – <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank" rel="nofollow">PIXELIO</a>)

Aber wie übermittelt man den Suchmaschinen visuelle Informationen in Textform? Muss man den Bildinhalt nacherzählen? Ja und nein. Ja, man sollte dem Bild eine Bedeutung geben, indem man eine Reihe verschiedener Elemente und Attribute nutzt, die für die Suchmaschinen auswertbar sind. Und nein, diese Bedeutung besteht nicht in der Nacherzählung des Motivs, sondern darin, wie das Motiv mit dem Seitenthema zusammenhängt.

Folgende Attribute sind für Google greifbar:

  • Dateiname
  • title-Tag
  • alt-Tag
  • Bildunterschrift
  • Bild umgebender Text

Dateiname: am Hauptkeyword orientieren

Der Bildname ist das wohl wichtigste Attribut. Er ist das erste Indiz, welches Google die Zugehörigkeit zum Inhalt der jeweiligen Seite bestätigt. Wenn auf der Startseite eines Berliner Bogensportvereins beispielsweise das Vereinsheim abgebildet wird und das Bild den Namen „dcim-02456.jpg“ trägt, passen Seiteninhalt und Bildinhalt textlich nicht zusammen. Folglich wird dieses Bild zur Suchphrase „Bogensportverein Berlin“ keine gute Position erreichen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der Bildname mit dem Hauptkeyword der jeweiligen Seite versehen wird. Soll die URL des Bildes also zu „Bogensportverein Berlin“ ranken, muss das Bild auf der zugehörigen Seite auch genau so heißen: bogensportverein-berlin.jpg

Werden mehrere Bilder auf einer Seite verwendet, sollten auch diese mit passenden Keywords versehen werden. Von Vorteil ist hier eine gründliche Keywordanalyse, die – nach Keyword-Clustern sortiert – eine schnelle Zuordnung von passenden Bildnamen ermöglicht. Gibt es viele ähnliche Keywords (bspw. Einzahl / Mehrzahl), können auch die am wenigsten ähnlichen Keywords verwendet werden, um Überschneidungen und somit Indexierungsprobleme zu vermeiden.

Bild 1: bogensportverein-berlin.jpg
Bild 2: bogenschiessen-verein-berlin.jpg
Bild 3: bogenschiessvereine-berlin.jpg
Bild 4: bogensport-club-berlin.jpg

Wichtig: Für Bildnamen sollten grundsätzlich nur Kleinbuchstaben verwendet und auf Sonderzeichen sowie Umlaute und „ß“ verzichtet werden. Diese können von den wenigsten Browsern korrekt verarbeitet werden, weshalb sie häufig automatisiert abgeändert werden. In der Folge werden Ziel-URL sowie Bildname verfälscht– im schlimmsten Fall können hieraus sogar Fehlermeldungen resultieren. Als Worttrenner sollten ausschließlich Bindestriche zum Einsatz kommen, da Unterstriche als verbindendes Element gewertet werden. So würde „bogenschiessverein_berlin.jpg“ als „bogenschiessvereinberlin“ gelesen werden. Ein Nachteil bei älteren Bildnamen mit Unterstrich ergibt sich daraus aber nicht nachweislich. Faktoren wie Qualität und Aktualität der Seite spielen dabei eine wesentlich größere Rolle.

title-tag: Erweiterte Bildinformation für Nutzer und Robots hinterlegen

Neben dem Bildnamen mischt auch das title-Tag kräftig im Bilder-SEO mit. Über dieses Tag lassen sich zusätzliche Informationen zum Bild- und Seiteninhalt mitgeben. Der HTML-Code sieht dann so aus:

//HTML-Code für Bilder mit title-Tag
<img src=“Dateiordner/bogensportverein-berlin.jpg“ title=“Bodenschießverein in Berlin“ />

Das title-Tag sollte immer vorhanden sein. Falls Bildnamen automatisch generiert werden und Keywords deshalb im Bildnamen nicht vorkommen, wird so eine les- und verstehbare Information für Google garantiert. In diesem Fall bietet sich das Single-Keyword als Bild-title an, um die Wertigkeit für Google zu erhöhen.

alt-tag: Notfall-tag für SEO nutzen

Das alt-Tag ist ebenso wie das title-Tag unerlässlich. Es garantiert, dass zumindest ein bildbeschreibender Text vorhanden ist, falls das Bild im Browser nicht angezeigt werden kann. Im Normalfall ist dies der Name des Bildes, kombiniert mit einer kurzen Beschreibung des Bildinhaltes. Hier kann auch wieder auf normale Schreibweise zurückgegriffen werden, da von der Bezeichnung keine Verlinkungen oder Grafikadressen abhängen. Der HTML-Code mit alt-Tag und title-Tag könnte dann wie folgt lauten:

//HTML-Code für Bilder mit title- und alt-Tag
<img src=“Dateiordner/bogensportverein-berlin.jpg“ title=“Bodenschießverein in Berlin“ alt=“Bogensportverein Berlin“ />

Bildunterschrift: Relevanz erhöhen

Als für den Besucher sichtbares Element gibt auch die Bildunterschrift zusätzliche Bildinformationen an Google weiter – entweder zum Bildinhalt, zum Textzusammenhang oder zum Copyright. Auch hier bietet sich natürlich die Verwendung eines Keywords an, um Google den Bezug zum Text zu erleichtern.

Beispiel 1: „Vereinsheim Bogensportverein Berlin – © Fotograf“

Beispiel 2: „Der Bogensportverein Berlin bietet sowohl Kurse als auch Trainingsmöglichkeiten für’s Bogenschießen an.“

Die Bildunterschrift stellt zudem den dem Bild am nächsten liegenden Text dar, der wiederum Einfluss auf die Relevanz-Bewertung durch Google besitzt.

Bild-umgebender Text: muss innerhalb des Themas bleiben

Auch den Fließtext rund um das Bild sollte man in seiner Bedeutung nicht unterschätzen. Passen die zuvor beachteten Hinweise zum Inhalt des Textes und der weiteren Seite, schafft dies gute Voraussetzungen für gutes Bilder-Ranking.

Unterscheiden sich beide voneinander, etwa weil der Text auf Vorteile der Mitgliedschaft beim Berliner Bogenschießverein , das Bild aber mit Keywords auf den Erwerb von Sportbögen hinweist, sollte die Strategie noch einmal überdacht werden. Hinsichtlich der Zusammengehörigkeit von Text und Bild müssen die verwendeten Keywords möglichst übereinstimmen, da Google den visuellen Bildinhalt – wie bereits erwähnt – nicht „sehen“ kann. Ein Bild, das inhaltlich nicht sinnvoll zum Text passt, sollte daher besser ausgetauscht werden. Im Übrigen ist dies auch aus Nutzersicht sinnvoll, denn auch der Leser erkennt so auf den ersten Blick, dass er auf der richtigen Seite gelandet ist.

Bilder, die zum Beispiel auf einer Produktseite verwendet werden, sollten entsprechend dem Produkt optimiert werden. Kommen die gleichen Bilder auch auf der Startseite oder in einem Blogbeitrag vor, sollten diese Versionen entsprechend dem jeweiligen Seitenthema optimiert werden. Individuelle Bilder für jede Seite sind aber vorzuziehen, da dies seriöser auf den Besucher wirkt und von Individualität zeugt.

SEO Bilder

Google ist blind, doch mit der korrekten SEO-Beschreibung nimmt die Suchmaschine wichtige Nuancen wahr. (Bildmaterial: © Tim Reckmann – PIXELIO)

Technische Bildoptimierung: Was SEOs wissen müssen

Neben den inhaltlichen Aspekten der suchmaschinengerechten Bildoptimierung spielen auch technische Aspekte eine Rolle. Abhängig von Bildgröße, Dateiformaten und Menge der auf einer Seite vorkommenden Bilder kann und sollte die Ladezeit einer Domain so gering wie möglich sein. Die Gesamtperformance einer Domain wirkt sich unmittelbar auf die Nutzererfahrung aus und man kann davon ausgehen, dass Nutzerdaten über Verweildauer und andere Kennzahlen für Google irgendwann zu einem verwertbaren Rankingkriterium werden.

Wichtig daher:

  • Bilder möglichst als .jpg, .gif oder .tif abspeichern; diese Formate benötigen nur wenige kB Speicherplatz, abhängig von Auflösung und Pixelgröße des Bildes.
  • Eine annehmbare Auflösung liegt für Bilder im Web bei 72–150 ppi. Besitzt das Bild von vornherein eine kleinere Auflösung, sollte diese beibehalten werden, da das Bild sonst unscharf abgebildet wird. Andersherum wird eine zu hohe Auflösung beim Verkleinern stark „verpixelt“.
  • Anzahl und Größe der Bilder sollte entsprechend der Textlänge gewählt werden. Viele Bilder in Kombination mit nur wenig Text deuten auf schwache Inhalte hin (Fotostrecken/-seiten natürlich ausgenommen) – solche Seiten wirken schnell überflüssig.
  • Die Aktualität der Bilder ist ebenfalls ein Hinweis darauf, ob eine Seite regelmäßig gepflegt wird oder nicht. Werden weder Text noch Bilder regelmäßig aktualisiert oder neue Inhalte mit neuen Bildern erstellt, deutet Google dies als weniger wertvoll im Vergleich zu Seiten, die regelmäßig mit neuem Material aufwarten. Kleiner Trick: Langfristig bestehende Inhalte können z.B. durch neues oder zusätzliches Bildmaterial aufgewertet werden.

Fazit: Themenrelevante Attribute für gutes Bilder-Ranking

Mit entsprechender Pflege aller Attribute und der technischen Merkmale eines Bildes kann dieses in der Google Bildersuche vordere Positionen erreichen. Zwar sind Motiv, Bildaussage und ästhetische Qualität für Google & Co. nachrangig. Doch wirkt sich treffendes, aktuelles und ansprechendes Bildmaterial positiv auf das Nutzerverhalten aus. Attraktives Bildmaterial in Web-freundlichen Formaten mit themenrelevanten Attributen sind daher die Kriterien, mit denen eine Domain sowohl für den Nutzer als auch für Google attraktiv wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

6 Kommentare, 1 Pingback zu "Checkliste Bilder-SEO: Schreib was Google sehen soll!"
  • Das mit den Bildern, sollte man nicht unterschätzen. Als ich angefangen habe mich im Netz zu orientieren, habe ich oft über Bilder gesucht, und bin eben so auf die gewünschte Seite gekommen. Wie viel Prozent nun wirklich über die Google Bilder Suche kommen, kann man denk ich über ein Tool erfahren, aber wenig ist das nicht. Google nimmt seit neuesten auch Bilder aus der Seite automatisch raus und zeigt diese auf der Suchseite vom organischen Treffern. Es ist also extrem wichtig das Bild ordentlich zu benennen und einen Alt Atribut zu setzen.

    Viele Grüße aus Magdeburg sagt Daniel

  • Ein sehr informativer Artikel aber eine Optimierungsmöglichkeit liegt sicherlich noch in den Exif Daten der Bilder.
    Diese können auch für das Ranking genutzt werden und sind mit entsprechenden Tools aus der Fotografie leit zu modifizieren.

    Viele Grüße aus dem Norden

    Franz

    • Hallo Franz,
      vielen Dank für Deine Anmerkung. Es gibt verschiedene Meinungen darüber, ob diese Daten tatsächlich ein Rankingfaktor sind. Korrekte und vollständige EXIF Daten sind sicherlich kein Nachteil. Wir würden jedoch in die manuelle Optimierung dieser Daten nicht unbedingt viel Zeit investieren.
      Viele Grüße!

  • Seit dem ich alle meine Bilder suchmaschinenoptimiere, bekomme ich auch direkte Besucher aus der Google Bildersuche. Das ist jetzt ein kontunuirlicher Trafficstrom geworden den man auch nicht unterschätzen sollte.

    Beste Grüße

    Steffen

    • Hallo Steffen,
      vielen Dank für Deine Erfahrungen.

      Weiterhin viel Erfolg!

  • Guter Artikel hat mein Wissen noch mal in kurzer Zeit aufgefrischt. DANKE.