12.07.2018

Thomas Langnau unterrichtet seit Anfang April das Studienfach Online Marketing Grundlagen an der TU Dresden. Darüber wollten wir natürlich mehr wissen! Herausgekommen ist ein spannendes Interview über seine Lehrtätigkeit und die Studierenden von heute.

Wann hast du selbst als Student das letzte Mal die Uni besucht?

Das war im März 2016, als ich meine Masterarbeit abgegeben habe. Ein tolles Gefühl.

Student und Dozent – du kennst die TU Dresden nun von beiden Seiten. Welche ist besser?

Student sein ist schon ganz schön. In den Veranstaltungen kann man als Student auch mal entspannen und abschalten.  Als Dozent muss ich die 90 Minuten nochmal durchziehen nach einem Arbeitstag.

Aber es ist es ein tolles Gefühl, wenn man von den Studenten Interesse und Mitarbeit zurückbekommt.

Erzähl mal: Wie wird man als vollberufstätiger Webanalyst auf einmal noch Uni-Dozent? Was hat dein Chef dazu gesagt?

Am Ende hat er „Ja“ gesagt.

Ich wurde schlicht und einfach vom Institut gefragt, ob ich mir so etwas vorstellen kann. Nachdem ich im Januar bei einer Veranstaltung meine Masterarbeit vorgestellt habe und auch während des Studiums als Hilfskraft gearbeitet hatte, war ich wohl gut im Gedächtnis geblieben.

Der Chef war auch nicht abgeneigt, Kontakt zum Nachwuchs auf diese Weise zu knüpfen. Und ich habe den Studenten gesagt, dass sich 2 von Ihnen später zum Praktikum bewerben müssen, damit ich keinen Ärger bekomme (das wäre eine Conversion Rate von über 6%!!).

Wie schaffst du es, deine Arbeit und die Lehrtätigkeit unter einen Hut zu bringen?

Ein Teil der Tätigkeit mache ich während der Arbeit, da das Seminar während der Arbeitszeit stattfindet. Die Vorbereitung und Nachbereitung verlege ich zu einem großen Teil in die Freizeit. Ein paar Sonntagabende sitze ich quasi am Laptop und bereite den Kurs vor.

Wie sieht deine Tätigkeit als Dozent aus? Sind deine Erwartungen und Wünsche aufgegangen?

Bisher kann ich nicht klagen. Für die meisten ist das Seminar der erste Kontakt mit Marketing überhaupt. Mein Wunsch ist, dass jeder sich mit den verschiedenen Disziplinen auseinander setzt und die wichtigsten Begriffe im Online Marketing schonmal gehört hat.

Wenn du deine Studierenden in drei Worten beschreiben könntest, welche wären das?

Handy weg, Aufpassen!

Für wen ist aus deiner Sicht das Studium der Kommunikationswissenschaften geeignet? Gibt es da eine bestimmte Persönlichkeit oder Eigenschaften, die man mitbringen sollte?

Interesse am Fach klingt sehr banal, ist aber schon das wichtigste

Wer nur „Irgendwas mit Medien“ studieren möchte, hat oftmals keine längere Freude.

Bachelor- oder Masterabschluss? Was sagst du deinen Studierenden, wenn sie dich nach deiner Empfehlung fragen?

Wer Spaß an der Kommunikationswissenschaft hat, sollte schon den Master machen. In Dresden hat man im Master viel Freiraum für eigene Forschungs-Ideen und sehr engen Kontakt zu den Mitarbeitern und Professoren.  Außerdem konnte ich mich nach dem sehr breit gefächerten Bachelor Studium in Ilmenau nochmal stärker mit den Konzepten und Theorien des Fachs befassen.

Was gibst du deinen Studierenden mit auf den Weg? Was denkst du, ist das wichtigste für den beruflichen Erfolg?

Keine Angst vor Technik und Statistik. Egal ob bei der Arbeit im Marketing, im Studium der Kommunikationswissenschaft oder bei sonstigen Tätigkeiten. Wenn man sich vor ein paar Code Zeilen und Tabellen nicht scheut, ist das viel wert.

Studenten der Kommunikationswissenschaften können in vielen Bereichen arbeiten, die im Studium nicht forciert werden. Dafür ist es wichtig, schon während des Studiums berufliche Erfahrungen zu sammeln, um seine beruflichen Chancen nach dem Studium zu vergrößern.

Über den Autor
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Skadi Richter ist Online PR und Social Media Manager bei Clicks Online Business. Sie entwickelt gemeinsam mit den Kunden einen auf sie zugeschnittenen ganzheitlichen Social Media Plan, realisiert dessen Umsetzung und führt die Erfolgskontrolle durch. In ihrer Freizeit dreht sie ihre Pirouetten auf dem Eis und singt auf Hochzeiten und anderen großen Veranstaltungen.
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