02.11.2018

Geht es beim Content Marketing um Inhalte, liegt der Fokus häufig darauf, neuen Content zu produzieren. Zuhauf werden Blogbeiträge und Co. geschrieben, ein paar Mal gelesen und je länger die Veröffentlichung her ist, desto mehr fristen sie ein Dasein im Archiv. Dabei muss nicht ständig Zeit und Aufwand in das Erstellen von neuen Beiträgen investiert werden. Stattdessen ist es sinnvoll, regelmäßig das Beste aus seinen alten Inhalten herauszuholen.

Warum sollte alter Content überarbeitet werden?

Das Rad muss auch beim Content nicht immer wieder neu erfunden werden. Schließlich ist es teuer und aufwändig ständig neue und qualitativ hochwertige Inhalte zu produzieren, während andere Inhalte „nutzlos“ verstauben. Durch das Nutzen dieser bestehenden Inhalte, die Verbreitung und das darauf aufmerksam machen, nutzen Sie nicht nur Ihre Ressourcen besser, sondern bieten auch Ihren Lesern einen echten Mehrwert. Auch Suchmaschinen mögen es und beziehen es in die Rankings ein, wenn Beiträge stets aktuell sind.

Angenommen ein Nutzer stößt über die Google-Suche auf einen Blogbeitrag Ihres Unternehmens. Er liest ihn sich durch und findet ihn hilfreich. Höchstwahrscheinlich gibt es auch andere Beiträge, die ihn zu genau diesem Thema interessieren würden. Da der Blogbeitrag aber vor einigen Jahren geschrieben wurde und seitdem unbeachtet im Archiv liegt, bekommt der Leser davon nicht viel mit.

Durch Content Recycling und Aktualisierungen können Sie wichtige interne Verlinkungen, beispielsweise zu aktuelleren Inhalten in Ihre bestehenden Beiträge einbinden. Der Nutzer wird dadurch auf der Seite gehalten und sieht, dass die Inhalte aktuell sind und gepflegt werden – gut für die Verweildauer und die Kundenbindung.

Der Beitrag „Gewinnspiele auf Facebook: Das gilt es zu beachten“ ist einer der meist geklickten in unserem Blog. Später folgte der Beitrag „Gewinnspiele auf Instagram„, dessen interne Verlinkung bei einer Überarbeitung eingefügt wurde.

Welche Inhalte sollten optimiert werden?

Egal ob Sie Ressourcen sparen wollen oder schlicht keine Idee für neue Inhalte haben – in einem ersten Schritt des Content Recyclings sollten Sie sich klar werden, welche Inhalte Sie optimieren möchten. Denn dies für alle – möglicherweise hunderte oder tausende – Artikel in Ihrem Blog umzusetzen, ist in den wenigsten Fällen realistisch noch zielführend.

Hilfreich bei der Auswahl des richtigen Contents ist eine Bewertung entsprechend der 80-20-Regel, auch Pareto-Verteilung genannt. Sie besagt, dass 80 Prozent der Ergebnisse (bezogen auf den Blog zum Beispiel die Seitenaufrufe) von 20 Prozent des Aufwands (hier also die Blogbeiträge) erzielt werden. Suchen Sie also die 20 Prozent, die tatsächlich einen Effekt haben – Ihre beliebtesten Blogbeiträge also.

Doch wie können Sie diese finden? Hier sind Webanalyse Tools, wie Google Analytics hilfreich. Damit finden Sie heraus, welche Inhalte über einen längeren Zeitraum viel Traffic auf deine Seite bringen.

Zudem kann es hilfreich sein, auch einen Blick auf Inhalte zu werfen, die beispielsweise in den sozialen Medien gut geteilt werden – auch Sie scheinen einen Nerv bei Ihrer Zielgruppe getroffen zu haben.

Eine dritte Empfehlung: Analysieren Sie, zu welchen Keywords und mit welchen Beiträgen Sie in den Suchmaschinen in etwa auf den Plätzen 10 bis 20 ranken und nehmen Sie die Optimierung dieser in Angriff. Für diese sogenannten „Low hanging fruits“ muss man sich nicht zu sehr strecken und kann sie quasi im Vorbeigehen pflücken. Das heißt: Mit wenig Aufwand können Sie diese Themen auf die erste Suchergebnis-Seite bringen und ihnen zu mehr Traffic verhelfen. Wichtig ist hier natürlich dennoch auf die Qualität zu achten und den Nutzern beim Aufgreifen der Keywords einen Mehrwert zu bieten.

Wie gelingt ein optimales Content Recycling?

Das Content Recycling kann auf verschiedene Arten erfolgen. Die richtige Wahl ist abhängig von den Zielen, die in die Optimierung gesteckt werden. Soll ein bestehender Artikel für Social Shares sorgen? Dann ist eine Aufbereitung für Social Media – z.B. durch Sharing-Buttons im Artikel oder ein Vorschaubild, das für Pinterest optimiert ist – wichtig. Soll die Absprungrate verbessert werden? Dann achten Sie auf eine strukturiere und thematisch passende interne Verlinkung in den beliebtesten Beiträgen.

Grundsätzlich lassen sich diese beiden Optimierungs-Möglichkeiten unterscheiden:

Inhalt in eine neue Form bringen

Den bestehenden Inhalt in ein neues Format zu bringen, ist eine relativ einfache Form der Content Wiederverwertung. So kann aus einem Blogbeitrag ein thematischer Newsletter werden oder eine Präsentation kann zum Blogbeitrag verarbeitet werden.

Auch das Sammeln und Zusammenfügen von bestehenden Inhalten ist eine hilfreiche Option. Hier ist beispielsweise ein E-Book oder eine Serie zu einem Thema denkbar.

Ausweitung des Contents

Eine Alternative ist die inhaltliche Ausweitung des Contents. Dabei kann ein Blogbeitrag beispielsweise durch Infografiken oder Bilder visuell angereichert oder durch aktuelle Inhalte ergänzt werden. Feedback und Kommentare sind hierfür ein guter Anhaltspunkt. Wie groß der Aktualisierungs-Umfang dabei ist, kommt meist auf den Inhalt an. Ist es ein schnelllebiges Thema, bei dem es immer wieder neue Entwicklungen zu beachten gilt oder kamen seit der Veröffentlichung nur wenige neue Aspekte dazu?

Der Beitrag zum Facebook Gewinnspiel wurde durch eine zusammenfassende Infografik ergänzt.

Empfehlenswert kann es in diesem Zusammenhang sein, den Inhalt als Evergreen-Content zu erstellen. Statt beispielsweise „Leitfaden für 2018“ im Titel zu erwähnen, wird der Inhalt ohne Zeitbezug stets aktuell gehalten.

3 Fehlerquellen beim Content Recycling

  1. Relevanz mit Textlänge gleichsetzen: Einen Text einfach nur zu verlängern und mit neuem Datum zu veröffentlichen erhöht nicht dessen Qualität.
  2. Die URL ändern: Ein Vorteil des Content Recyclings liegt darin, dass der Inhalt bereits indexiert ist und zu bestimmten Keywords rankt. Wird die URL (ohne Weiterleitung) geändert, ist er unter der alten Adresse nicht mehr aufzufinden. Wird der Beitrag stattdessen unter der alten URL optimiert, wissen auch Suchmaschinen die Aktualität zu schätzen.
  3. Nicht auf das Update hinweisen: Ob durch einen schriftlichen Update-Hinweis am Anfang des Textes oder durch ein Überarbeitungs-Datum neben dem Veröffentlichungs-Datum machen Sie Ihre Leser darauf aufmerksam, dass Sie Ihre Texte aktualisiert und verbessert haben.

Dank des Überarbeitungs-Datums wissen Leser, dass der Beitrag aktuell ist und weiter verbessert wird.

Wie macht man auf überarbeitete Inhalte aufmerksam?

Die Verbreitung ist ein weiterer wichtiger Punkt des Content Recyclings. Auch sie gehört dazu, wenn Sie auf ein Update Ihrer Beiträge aufmerksam machen möchten. Dazu gehört einerseits, dass Sie Ihre Artikel nicht nur ein einziges Mal posten, dafür sind sie viel zu schade. Posten Sie Ihre Beiträge mehrmals in Ihrer Timeline und passen Sie diese immer wieder an.

Durch verschiedene Formate können unterschiedliche Plattformen bedient werden. Wichtig ist es dabei, den Inhalt auf Ihre Zielgruppe der jeweiligen Plattform anzupassen. Ein Beispiel: Ergänzen Sie Ihren bestehenden Blogbeitrag doch mal um ein Quiz, das Sie dann z.B. bei Facebook posten (Stichwort: Gamification). Der Aufwand ist dabei nicht so groß, wie einen neuen Beitrag zu schreiben, dennoch haben Sie einen neuen Inhalt, der ideal zu Ihrer Zielgruppe passt.

In unserem Blogbeitrag „10 Tipps, wie Sie Ihren Content optimal für Social Media aufbereiten können“ finden Sie weitere hilfreiche Anregung zu diesem Thema.

Fazit: Alte Blogposts sind wichtiger als Sie vielleicht vermuten

Ihren Content einfach nur im Archiv verstauben zu lassen, ist alles andere als zielführend. Statt immer wieder Ressourcen darauf zu verwenden, neue Inhalte zu erstellen, sollten Sie auch Ihren alten Beiträgen Beachtung schenken. Wenn Sie dies richtig anstellen, können Sie diesen Inhalt immer weiter für sich arbeiten lassen.

Content Recycling

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