22.04.2016

Am 21. April war es endlich wieder soweit – das SEAcamp 2016 rief! Dieses Jahr war Clicks mit einer eigenen SEA-Session vor Ort in Jena. Das seit 2013 jährlich stattfindende PPC Barcamp hat auch dieses Jahr wieder alle Erwartungen übertroffen. Unsere Eindrücke vom diesjährigen SEAcamp und spannende Insights bekommt ihr hier in unserem Recap!

Vortag – Get Together in der Moonlight Bar

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Get Together in der Moonlight Bar – Danke an Marin!

Aufgrund gewisser Umstände gestaltete sich die Anreise am Vortag etwas abenteuerlich – dafür konnten die SEAcamp Organisatoren allerdings nichts, daher werden wir das hier nicht näher ausführen. Endlich im Steigenberger angekommen ging es erst mal zum lockeren Get Together in der Moonlight Bar, auf dem wir bereits einige bekannte Gesichter treffen und uns über die aktuellen Updates austauschen konnten : )

10 Uhr – Es geht los mit der Session-Planung!

Aufgrund der Anreise-Probleme konnte es erst ca. 30 Minuten später losgehen – als dann alle wohlbehalten eingetroffen waren, stand der Sessionplanung aber nichts mehr im Wege.

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Dieses Jahr gab es einige Neuerungen beim Ablauf – so wurde das Ganze Event bspw. grafisch in Form von Sketchnotes festgehalten:

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Außerdem wurden dieses Jahr so viele Sessions eingereicht wie noch nie, weswegen die Anzahl der Tracks auf bis zu 4 angehoben wurde. Insgesamt gab es 24 Sessions zu den folgenden Themen – zum Glück konnte man die Speaker über die unverkennbaren „Guru“-T-Shirts ausfinding machen ; )

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Session 1 – Track 1: Datenfeed 1-2-3 (David Binninger)

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Der Session-Tag wurde im Schiller Saal von David Binninger eröffnet. Er erweckte den Google Shopping Datenfeed metaphorisch zum Leben, indem er ihn mit einer Lebensgefährtin verglich – „wenn Google sich eine Freundin designen könnte“… Kurzum: Innere Werte (Daten im Feed), äußere Werte (Aktualität und Übereinstimmung mit den Daten im Shop) und Attraktivität (der Anzeige für gute Klickraten) müssen stimmen. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Datenfeeds eine super Session für Beginner und Fortgeschrittene mit guten Tipps zur CTR-Steigerung in Google Shopping.

Session 1 – Track 2: Dynamische Anzeigen sind (k)ein Hexenwerk (Nico Loges)

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In Nico Loges Session ging es darum, wie man über dynamische Anzeigenanpassungen auch in den Text-Anzeigen mit der Relevanz von Google Shopping Ergebnissen mithalten kann.  Ideal wäre es natürlich, wenn in Anzeigen für bestimmte Produkte auch immer die aktuellen Produktdetails wie Preis und Lagerbestand stehen würden.  Leider stehen pro Account Manager nur 2 Arme zur Verfügung, weswegen es ab einem gewissen Account-Umfang unmöglich wird, alle Anzeigen händisch aktuell zu halten.

Hier kommen Echtzeit-Elemente wie Countdown-Funktionen, Keyword-Platzhalter und Geschäftsdaten-Feeds für automatische Anzeigenanpassungen ins Spiel. Neben Grundlagen wurden auch einige interessante Praxisbeispiele aufgezeigt, wobei die ab einem gewissen Punkt notwendige Automatisierung des Ganzen leider nicht Bestandteil der Session war. Das Gesamtfazit ist trotzdem: Auf den 2. Blick sind dynamische Anzeigen ganz einfach!

Session 2 – Track 3: Remarketing + Analytics – Das Power Duo (Katharina Jung)

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Die Clicks Session! Im überfüllten Saal hielt unsere SEA Managerin Katharina den einzigen Vortrag des Tages zum Thema Remarketing. Die Basics wurden übersprungen, stattdessen gab es nützliche Tipps dazu, wie man in Analytics wertvolle Zielgruppen identifiziert und darauf basierend Remarketing Listen anlegen kann. Zudem wurde deutlich gemacht, warum man manche Website-Besucher lieber nicht mehr ansprechen sollte.

Die Möglichkeiten sind zahlreich, die Erfolgsbilanz durch effizientes Remarketing sehr positiv. Nutzer sollten nur erneut angesprochen werden, wenn sie sich tatsächlich für das Angebot interessierten. In Analytics kann man entsprechend granulare Zielgruppen einrichten, um punktgenaue, relevante Werbeanzeigen zu schalten. Dynamische Anzeigen erleichtern dabei die individuelle Zielgruppenansprache. Der (über)volle Saal und die positive Resonanz nach der Session bestätigten das große Interesse an und die Wichtigkeit von personenbezogenem Remarketing.

Mittagspause
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Das Essen und auch der Nachtisch (siehe Bild) waren wie immer super und sehr lecker : )

Session 3 – Track 2: Gebotsstrategien (Gerhard Jahns)

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Wie der Titel schon ahnen ließ – Gerhard Jahns stellte in seinem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde noch einmal kurz alle Gebotsstrategien in Google AdWords vor und berichtete über positive und negative Erfahrungen mit diesen. Im Wesentlichen wurden jedoch nur zwei Punkte diskutiert: wie sinnvoll und gefährlich das Bieten auf kompetitive Auktionspositionen sein kann sowie wann und wie der Einsatz einer Ziel CPA-Strategie empfehlenswert ist.

Session 3 – Track 3: Rock your SEA Project Management (Jennifer Bölitz)

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Jennifer Bölitz berichtete in dieser Session von ihren Erfahrungen als Projektmanager im SEA Bereich und gab einige nützliche Tipps. Neben Grundlagen zum Projektmanagement wurden auch konkrete Tools und Techniken empfohlen. Zudem wurden  Fragen angesprochen wie: Was tun, wenn der Kunde auf einmal die gesamten Projektanforderungen umkrempelt? Und wie erleichtert man sich die Priorisierung von Aufgaben unter Zeitdruck? Definitiv Probleme, die im Alltag von SEA Managern häufiger vorkommen. Daumen hoch für diese inspirierende Session!

Session 4 – Track 1: Google Shopping Advanced (Reinhard Einwagner)

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Im wohl schwierigsten Slot für einen Speaker – nämlich direkt nach einer reichhaltigen Mittagspause – gab Reinhard Einwagner sein Wissen und seine Erfahrungen über effektive Google Shopping-Strukturen weiter. Die granulare Untergliederung von Produktgruppen steht dabei an oberster Stelle, um Topseller und Topspender identifizieren und einzeln anpassen zu können.

Zudem gab er Tipps zur Google Shopping Kampagnenstruktur: die Unterteilung von Marken, Produkten und generischen Begriffen in einzelne Kampagnen. Ohne Frage eine vielversprechende Google Shopping-Strategie, wobei dieser Ansatz nicht ganz neu ist und die manuelle Umsetzung teilweise mit hohem Zeitaufwand verbunden sein kann.

Session 4 – Track 3: Kein Testbudget im Longtail? (Dr. Florian Nottorf)

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In dieser Session ging es vor allem um eines: Mathe. Los ging es mit Grundlagen zu Verteilungen, dem Signifikanzniveau und der Bayes-Statistik. Daraufhin erläuterte Dr. Nottorf noch einige Praxis-Beispiele zur Bestimmung der voraussichtlichen Conversion-Raten. Bspw. ist es es immer schwierig, optimale Gebote zu bestimmen, wenn für einzelne Keywords nicht ausreichend Daten vorhanden sind.

Hier kann man mit ein bisschen Mathe schnell schätzen, wie sich das Ganze auf Grundlage der zusätzlichen, „umliegenden“ Daten (bspw. aus der Anzeigengruppe des Keywords) weiterentwickeln könnte. Allerdings handelt es sich trotzdem um Schätzungen und auch eine gehörige Portion Bauchgefühl – ein Ansatz, der wohl eher in homogenen Account-Strukturen gut funktioniert.

Session 5 – Track 1: Account Historie – Fakt oder Phänomen (Sophia Skuratowicz)

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Sophia Skuratowicz versuchte Licht in das Dunkel der Domainhistorie zu bringen – wobei ihr Fazit leider war: Eine Domainhistorie gibt es in AdWords nicht. Neue Accounts verlieren ihre alte, kontogebundene Historie und müssen noch einmal neu anfangen. Das kann die Performance längerfristig verbessern, wenn der alte Account sehr schlecht aufgestellt war. Allerdings muss man hier schrittweise testen und genau beobachten, wie sich wesentliche KPIs (insbes. Impressionen und Qualitätsfaktoren) im Vergleich zum alten Account entwickeln.

Session 5 – Track 2: Tod dem Campaign Manager (Farschid Eshaghmohammadi)

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Wir lehnen uns sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn wir sagen: Das war die mit Abstand am kontroversesten diskutierte Session des SEAcamps 2016. Farschid Eshaghmohammadi verblüffte mit seiner Vorgehensweise nicht nur während seines Vortrages, auch abends beim Networking hörte man noch den ein oder anderen darüber diskutieren.

Eshaghmohammadi setzt dynamische Kampagnen auf, beobachtet sie noch einige Wochen und zieht sich anschließend zurück. So muss der Kunde sich weder selbst, noch jemand anderen engagieren, der sich um die Kampagnen kümmert – denn das „macht ja Google“.

Wir können seine Meinung so nicht ganz teilen – zwar erleichtern dynamische Kampagnen viel Arbeit und ersparen Kunden dadurch  horrende Einrichtungszeiten, um die manuelle Kontrolle und Optimierung kommt man aber nicht ganz herum. Googles Tools sind hilfreich, aber nicht perfekt. Ihnen zu 100% zu vertrauen, ist sehr mutig – denn Google macht schließlich viel Geld mit der Anzeigenschaltung.

Im Publikum wurde das Ganze entsprechend heiß diskutiert.  Ein Fazit nach mehreren Monaten vollautomatisierter Anzeigenschaltung bleibt zu wünschen übrig.

Kaffeepause
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Eine kleine Verschnaufspause bzw. einen ordentlichen Koffein-Boost hatten wir nachmittags dringend nötig – dazu gab es leckere Naschereien : )

Session 6 – Track 1: Performance Automation mit Datenfeeds (Marcel Verhofnik)

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Trotz dem Titel der Session ging es leider gar nicht um die Optimierung von Datenfeeds – stattdessen ging Marcel Verhofnik in seiner Argumentation bereits von einem perfekten Feed aus (was in der Praxis selten ist). Nichtsdestotrotz stellte er interessante Ansätze zur Steigerung der Relevanz von Text-Anzeigen vor, indem man Feed-Daten wie bspw. die aktuelle Sortimentstiefe mit in den Anzeigen aufnimmt.

Zudem ging Verhofnik auch noch einmal grundlegend auf Automatisierungsmöglichkeiten und die AdWords API ein. Die regelbasierte Generation von Text-Anzeigen über Datenfeeds ist auf jeden Fall sehr vielversprechend, erfordert in der Praxis aber fehlerfreie Feeds und idealerweise eine automatisierte Lösung zur Gewährleistung der Aktualität.

Session 6 – Track 3: Anatomy of Search (Peter Hense)

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Auch dieses Jahr hielt Peter Hense eine leidenschaftliche Präsentation zu Rechtsfragen im PPC-Bereich und machte Grauzonen und klare Verstöße deutlich. Dabei ging er einige Jahre zurück, beleuchtete nicht nur Google AdWords, auch Bing, Yahoo! etc. und ging allgemein auf persönliche Datensammlung, individualisierte Werbung und Branding-Gerichtsfälle ein.

Die Ausweitung von PPC-Anzeigenformen und personalisierter Werbung wird zunehmend größer und bietet Unternehmen wirtschaftlich zwar weitere Chancen, rechtlich jedoch viele weitere Stolperfallen. Peter lehrte Account Managern – mal wieder – das Fürchten : ) Danke für die Insights!

Session 7 – Track 1: Anzeigentests (Martin Röttgerding)

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Den Abschluss im Schiller-Saal machte Martin Röttgerding. Dass man bei Anzeigentests Ziele und Kennzahlen festlegen sollte sowie durchdenken muss, inwiefern die Anzeige überhaupt Einfluss auf diese Zahlen hat und dass man das Verhalten von Klickraten auf unterschiedlichen Positionen beachten muss, waren zwar zutreffende Hinweise aber wirklich Basics.

Röttgerding testete über Monate zwei identische Anzeigen anhand der Klickrate gegeneinander und erzielte dennoch unterschiedliche Ergebnisse. Sein Fazit war, dass Anzeigentests nach CTR nicht aussagekräftig sind und die „unbestimmte Anzeigenrotation“ nicht verlässlich funktioniert. Daher ist es wohl besser, Anzeigentests anhand der Conversion Raten durchzuführen.

Session 7 – Track 2: Schrittweise Prozessautomatisierung mit AdWords und Apps Scripts (Christopher Gutknecht)

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Christopher Gutknecht stellte in dieser sehr interessanten Session nicht nur Grundlagen, sondern auch konkrete Praxis-Beispiele für AdWords und Apps Scripts vor. Zudem ging er auch darauf ein, ab wann es sich lohnt, selbst zu programmieren – schließlich ist der Kauf eines Tools anfangs deutlich weniger Einrichtungsaufwand.

Längerfristig lohnt sich die Entwicklung eigener Scripts aber, zudem ist man so natürlich auch flexibler und kann individuelle Anpassungen vornehmen. Anwendungsbeispiele waren u.a. Link-Checker,  IST- vs. SOLL-Budget-Monitoring sowie Google Shopping Scripts. Wir haben bereits eigene Scripts im Einsatz, trotzdem aber noch zusätzliche Automatisierungsideen aus dieser Session mitgenommen : ) Vielen Dank für die Inspiration!

Ab 19 Uhr – Feedbackrunde & Networking

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In der abschließenden Feedbackrunde gab es wie immer reichlich Lob und Anregungen für nächstes Jahr. Unser Feedback: Macht weiter so! Das SEAcamp wird von Jahr zu Jahr besser und ist für uns DAS Must-Have PPC-Event in Deutschland. P.S.: Nächstes Jahr kommen wir gerne auch für 2 Tage : ) Danke noch mal an die Organisatoren!

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Weitere Recaps vom SEAcamp 2016

Falls ihr selbst ein Recap geschrieben habt, postet einfach einen Kommentar 🙂

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!
– Das SEA Team von Clicks

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