17.02.2016

Was genau einem Nutzer bei Facebook angezeigt wird, legt ein Algorithmus fest. Viele Posts von abonnierten Seiten und Freunden konkurrieren täglich um einen Platz in der Timeline und damit um die Aufmerksamkeit des Nutzers. Die Interaktionen anderer Nutzer sind ein wichtiges Kriterium, welche Posts der Nutzer in welcher Reihenfolge sieht. Postings mit vielen Nutzerreaktionen (Gefällt mir,Kommentar, Geteilt …) werden augenscheinlich bevorzugt behandelt. Wie also müssen Postings aussehen, damit die solche Interaktionen provoziert werden?

Welche Arten von Posts provozieren mehr Interaktion?

Damit ein Post mehr Interaktion in Form von „Gefällt mir“, Shares und Kommentaren erhält, muss dieser unterhaltsam sein und das Interesse des Facebook-Users wecken. Hier eine Auswahl aus dem Repertoire des Social Media Marketings, welche Art von Posts dafür geeignet sind:

Infotainment: Mit Nutzwert beim User punkten

Information und Entertainment schaffen für den Fan einen Mehrwert ohne Gegenleistung. Dies können Anleitungen in Text-, Bild- oder Videoform sein, unterhaltsam verpacktes Wissen, Quizspiele, spannende Produktvorstellungen usw.

 

 

 

Werbung und Angebote: Sparfüchse als Zielgruppe

Auch Werbepostings können Interaktionen hervorrufen. Bedingung ist allerdings, dass es sich um „echte“ Schnäppchen handelt. Zeitlich begrenzte Angebote mit spürbarem Preisnachlass haben am ehesten die Chance, geteilt zu werden.

 

 

 

Gewinnspiele: Gewinne auf die eigene Zielgruppe ausrichten

Gewinnspiele sind eine sehr gute Lösung, um Reichweite zu erhöhen. Als Gewinnbedingung für ein Preisausschreiben kann das Liken des Beitrages gesetzt werden. Es sollten jedoch nur Gewinne sein, die dem eigenen Katalog entstammen. So wird das Risiko gemindert, dass die Interaktionsrate nach dem Gewinnspiel sinkt, weil zwar viele Likes eingehandelt wurden, aber die Nutzer sich nur für den Gewinn interessiert haben.

 

 

 

Nutzer direkt Ansprechen und zur Interaktion bewegen

Der Fan kann auch dazu aufgefordert werden, seine Meinung zu äußern. Oftmals gibt dies auch Rückschlüsse darüber, was generell für Verbesserungen für die Facebook-Seite oder insgesamt des Brandings in Frage kommen. Damit kann auch, mit Zustimmung der Fans, User Generated Content für die eigene Website generiert werden.

 

 

 

Andere relevante Facebook-Seiten featuren

Was oft auch gut beim Facebook-Fan ankommt und somit zum Teilen anregt, sind externe Links oder andere Facebook-Seiten, die geteilt werden. Diese sollten für die Zielgruppe relevant und informativ sein. Auch das Teilen von Beiträgen anderer Seiten kann mehr Interaktion für die eigene Seite schaffen.

 

 

Mit Veranstaltungen mehr Nutzer erreichen

Steht ein großer Event an, kann dieses durch die eigene Facebook-Seite angekündigt werden, auch wenn es keine eigene Veranstaltung ist. Natürlich sind auch eigene Veranstaltungen dazu gut, dass überhaupt eine größere Fanbase aufgebaut wird, die in Zukunft die Seite liked und Interaktion schafft.

 

 

Trivial Content: Wohl dosiertes Entertainment

Beiträge, die bloß unterhaltsam sein sollen, sind ein umstrittenes Thema. Das „Katzenvideo-Phänomen“ sind Posts, die keine Relevanz für die eigene Facebook-Seite darstellen, aber potenziell Fans anlockt und darüber hinaus auch Menschen anspricht, die sich nicht für die Facebook-Seite interessieren. Problem: Eine hohe Fanzahl bedeutet nicht zwangsweise langfristig eine hohe Interaktion.

 

 

 

Wie erschaffen Sie den optimalen Post?

Aufwand ist nicht gleich Reichweite! Ein aufwändig produzierter Post bedeutet nicht, dass dieser auch in der Timeline aller Fans ankommt und Interaktion anregt. Der Kosten-Nutzen-Faktor sollte ein wenig abgeschätzt werden. Ist der Post relevant genug? Hier können zusätzlich Zielgruppen für eine verbesserte Reichweite festgelegt werden.

Mehr Reichweite bringt es auch, je mehr Fans online sind. Demnach sollten regelmäßig die Reichweite der bisherigen Beiträge ausgewertet werden, um herauszufinden, welche Inhalte zu welcher Zeit am besten angenommen werden und bestenfalls geteilt werden. Außerdem: Qualität schlägt Quantität! Lieber nur einen Beitrag pro Tag mit mehr Relevanz.

Was soll erreicht werden? Wenn Likes gewünscht werden, sollte zum Liken aufgerufen werden, wenn die Meinung der Fans gefragt ist, sollte gezielt danach gefragt werden. Wünsche müssen ausgesprochen werden. Der Fan muss zur Interaktion aufgerufen werden.

Daumenstopper“ werden erreicht, wenn der Post auffällig ist. Ein Bild oder ein Video sollte immer mit dem Inhalt verknüpft werden. Dies füllt mehr Fläche im mobilen Gerät oder am Computer. Ungefähr 6-7 Zeilen lang bzw. 400 Zeichen sind in etwa die Grenze, an der „Mehr lesen“ zum Anklicken erscheint. Diese Fläche sollte zum Teasen ausgenutzt werden.

Beiträge sollten sich auch das „Gefällt mir“ verdienen. Demnach ist es von Vorteil, wenn nicht nur polarisierende Themen gepostet werden– ja, diese werden eventuell aus Empörung geteilt – sondern auch gute Inhalte mit einer positiven Aussage. Eine Studie von fanpage karma hat gezeigt: Freude erzeugt Likes. Angst erzeugt Shares. Wut erzeugt Kommentare.

Mehr Interaktion für organische Reichweite auf Facebook

Wie beeinflussen Emotionen Facebook Posts? (Quelle: fanpage karma (cc-by-nd))

Welche Analyse kann für die Facebook-Seite benutzt werden?

Am leichtesten lässt sich die Interaktion und Reichweite über Facebooks „Statistiken“ auf der eigenen Facebook-Seite messen. Diese zeigt konkrete Zahlen und Grafiken, zu welcher Uhrzeit die Reichweite am höchsten ist. Des Weiteren werden die Likes, Shares und Kommentare zeitlich dargestellt. So kann festgestellt werden, welche Beiträge besonders viel Interaktion hervorriefen. Daran sollten sich zukünftige Beiträge auch orientieren.

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Wann sind die Facebook-Fans online? Hier lässts ich gut erkennen, wann die meisten Fans dieser Seite online sind, abhängig von der Tageszeit. Dies wäre in diesem Fall um 20:00 Uhr. (Quelle. Facebook)

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Wann wurde mit einem Beitrag die meisten Likes, Shares und Kommentare erreicht? Dieser Graph zeigt, zu welcher Uhrzeit die meisten Likes, Teilungen oder Kommentare gegeben wurden, was sich auf den Post rückschließen lässt. (Quelle: Facebook)

Auch die Beitragsart kann ausgewertet werden. Foto, Video oder Link – was wird geklickt und geliked? Altersgruppe, Geschlecht, Region und Sprache ist auch ein Indikator, an dem Fans gemessen werden können. Dies gibt Aufschluss darüber, welche Zielgruppe für Beiträge gewählt werden kann, um die Interaktion zu erhöhen.

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Welche Medien provozieren mehr Interaktion? Auf dieser Seite ist zu sehen, dass Fotos eine höhere Reichweite als Links haben und mehr Interaktion, in Form von Likes, hervorgerufen hat. (Quelle: Facebook)

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Welche Zielgruppe erschließt sich in der Reichweite? Es lässt sich hier deutlich erkennen, dass mehr männliche Fans interagieren und diese zwischen 25 und 34 Jahre alt sind. (Quelle: Facebook)

 

Fazit: Mit strategischen Posts das Userinteresse treffen

Für jede Facebook-Seite muss individuell analysiert werden, welche Posts am besten funktionieren. Der Algorithmus, in dem Facebook die Seitenbeiträge auf der Chronik der User auswirft, ist ungeklärt. Eine hohe Interaktion ist für den Algorithmus aber ein Zeichen von Qualität der Seite, was letztlich die Reichweite erhöhen wird.

Um die Zahl der Fans für die eigene Seite zu erhöhen, sind auch Facebook Ads eine Erwägung wert. Beispielsweise lassen sich gezielt Ads schalten, um neue Abonennten aus der relevanten Zielgruppe zu gewinnen.  Das steigert langfristig auch die organische Reichweite, weil mehr direkte Fans geschaffen werden, die potenziell Interaktion schaffen.

(Bildmaterial v.o.n.u.: Facebook, fanpage karma)

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