11.04.2016

Laut Google meiden 40 % der User Seiten, die länger als 3 Sekunden laden. Aus diesem Grund sind schnelle Ladezeiten  gerade für mobile Webseiten besonders wichtig, denn hier beschränken oftmals Bandbreiten den schnellen Aufbau von Seiten. Mit AMP bietet Google eine Möglichkeit, die Ladezeiten von Webseiten enorm zu verbessern.

amp-mobile-webseiten-auf-smartphone

Was ist AMP?

AMP ist die Abkürzung für Accelerated Mobile Pages. Dabei handelt es sich um ein Open Source Project, das bereits im Oktober 2015 offiziell von Google vorgestellt wurde. Google arbeitet dabei mit Content-Publishern und Technologie-Unternehmen zusammen, um die Ladezeiten von mobilen Webseiten zu verbessern. Unter ampproject.org stellt Google Informationen über das AMP Project zur Verfügung.

Wann wurden die ersten AMP-Seiten in den Google Suchergebnissen ausgespielt?

Google gab bekannt, dass AMP-Seiten am 24.02.2016 in den Google Suchergebnissen innerhalb des „News-Karussell“ ausgespielt wurden. Einige Blogger hingegen behaupten, erste AMP-Seiten bereits am 04.02.2016  im „News-Karussell“ gesichtet zu haben. Möglicherweise handelte es sich bei der Sichtung um Tests von Google.

Wie schnell ist AMP?

Seiten mit Google AMP laden ca. viermal schneller und verwenden dabei zehnmal weniger Daten als Seiten ohne AMP.

Warum ist AMP so schnell?

Für das extrem schnelle Laden von AMP-Seiten spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  1. Seiten werden geladen, schon bevor diese angeklickt werden
    Das Seiten schon geladen werden, bevor diese angeklickt werden, ist nicht neu. Bei AMP-Seiten hingegen werden nur die wichtigsten Inhalte geladen, wie der Text und das Grundgerüst der Seite. Werbung, Videos und Bilder werden in die vorhandenen Platzhalter erst dann geladen, wenn die Seite auch wirklich angeklickt wird.
  2. Einschränkung und Komprimierung von CSS
    Auf AMP-Seiten sind nur Inline-Elemente erlaubt, deren Größe 50 Kilobytes nicht überschreiten darf.
  3. Asynchrones Laden von JavaScript
    Es darf nur JavaScript zum Einsatz kommen, welche Asynchron lädt.
  4. AMP-Webseiten werden auf Google Servern gepuffert
    Das Caching der Seiten erfolgt auf Google Servern, dem sogenannten Content Delivery Network (CDN). Die Google-Server sind weltweit verteilt und erlauben somit einen schnellen Zugriff, unabhängig vom Standort des Users. Im Gegensatz zu herkömmlichen Servern werden auf den Google Servern die Inhalte komprimiert und die Bilder für die jeweilige Bildgröße des mobilen Endgerätes optimiert.
  5. Spezielle Schnittschnelle für Google Analytics-Tools
    Um die zeitliche Performance der Tracking-Tools zu verbessern wurde eine extra Schnittstelle entwickelt.

Wo und wie werden AMP-Seiten in den Google-Suchergebnissen ausgespielt?

AMP-Seiten werden im sogenannten „News-Karussell“ in den mobilen Suchergebnissen angezeigt. Wie Dave Besbris, Vize Präsident Engineering bei Google, auf der SMX West mitteilte, werden im „News-Karussell“ nur Seiten mit AMP ausgespielt. AMP-Seiten werden mit „AMP“ und einem „Blitz“ gekennzeichnet.

google-amp-karussell-nachrichtenseiten

 

Ist AMP eine Rankingfaktor?

AMP selbst ist kein Rankingfaktor. Die Ladezeit hingegen schon. Da AMP die Ladezeit aber verbessert, ist es indirekt auch als Rankingfaktor zu verstehen.

Für welche Seiten ist AMP wichtig?

AMP-Seiten werden aktuell vorrangig im „News-Karussell“ ausgespielt. Daher ist die Implementierung von AMP vor allem für News- und Nachrichtenseiten mit vielen Inhalten, wie beispielsweise spiegel.de oder golem.de sehr interessant. Vereinzelt wurden auch News-Seiten mit AMP außerhalb des „News-Karussell“ gesichtet. Für andere Webseiten wie Onlineshops spielte AMP aktuell noch keine Rolle.

Fazit – AMP ist ein Muss für große Content Publisher

AMP verbessert die Ladezeiten für große Content-Publisher wie beispielsweise Gruner + Jahr oder Axel Springer. Nachrichtenseiten die AMP verwenden, werden nur in den mobilen Suchergebnissen ausgespielt und dort vorranging im „News Karussell“. Durch AMP ist mit höheren Seitenaufrufen zu rechnen, was sich wiederum positiv auf die Werbeeinnahmen der Content-Publisher auswirkt.

AMP ist zudem kein direkter Rankingfaktor. Durch die Verbesserung der Ladezeit werden die Rankings durch AMP aber indirekt beeinflusst. Es bleibt abzuwarten, ob Google das Konzept von AMP künftig auch auf andere Seiten wie Online-Shops ausdehnen wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.