05.11.2015

Das soziale Netzwerk Pinterest erobert mehr und mehr das Netz, denn mittlerweile strömen Nutzer nicht mehr nur zu Facebook, Twitter, Instagram & Co., sondern auch zur Bildplattform Pinterest. In Deutschland gehört die Plattform daher mittlerweile zu einer festen Größe in den sozialen Netzwerken. Aufgrund dieses Erfolgs wird Pinterest nun auch immer interessanter für Unternehmen.

Pinterest in 120 Wörtern

Im März 2010 wurde das Netzwerk von Ben Silbermann in den USA gegründet, in deutscher Sprache ist die Seite erst seit 2014 verfügbar. Bei Pinterest handelt es sich um ein soziales Netzwerk, wo es darum geht, eigene Fotos und Videos im Internet zu veröffentlichen, diese Inhalte zu sammeln und untereinander zu tauschen. Da die Inhalte an eine „virtuelle Pinnwand“ geheftet werden, sind sie auch für andere Nutzer zugänglich.

Der Name Pinterest ist übrigens ein Kofferwort und setzt sich zusammen aus den englischen Worten „to pin“ (anheften) und „interest“ (Interesse). Worum es geht, beschreibt Pinterest sehr treffend selbst auf der eigenen Website: „Pinterest ist ein Ort, an dem du dir Ideen von Gleichgesinnten für all deine Projekte und Interessen holen kannst.“

Die Nutzer von Pinterest

Pinterest wird noch immer als eher weibliches Netzwerk angesehen, obwohl der Trend in die Richtung geht, dass auch Männer die Plattform für sich entdecken. Fünf Jahre nach dem Start von Pinterest veröffentlicht das Netzwerk auch erstmals Zahlen, was seine Nutzer angeht. Vorher war dies eher schwierig, da Pinterest selbst keine offiziellen Daten preisgegeben hat.

Mittlerweile verzeichnet das Portal monatlich etwa 100 Millionen Nutzer, wie das Unternehmen selbst informiert. Eine beträchtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass es das Netzwerk noch gar nicht so lange gibt.

Wie funktioniert Pinterest?

Pins

Pins können als visuelle Lesezeichen beschrieben werden, welche in der Regel mit einer Website verknüpft sind. Diese Pins sind in verschiedene Kategorien eingeteilt, z.B. Design, Fotografie oder Kunst. Ein Nutzer kann einen Pin speichern und später wieder auf ihn zurückkehren und somit auch auf die Website, da diese durch einen Link mit dem Pin verbunden ist.

Pinterest ist also nicht wie es auf den ersten Blick scheint eine Bilderplattform, sondern eher eine visuelle Linksammlung. Unternehmen können Pins hochladen und diese mit ihrer Website verbinden. Auch dann wenn andere Nutzer Bilder von dieser Unternehmens-Website hochladen, enthält der Pin die ursprüngliche Quelle. Auf diese Weise kann also Traffic auf der eigenen Seite generiert werden.

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Pinnwände (Boards)

Die eigenen Pins können auf verschiedenen Pinnwänden geordnet werden. Dafür überlegt man sich ein Oberthema und kann alle Pins zu diesem Thema als Linksammlung anlegen. Beispiele: „Social Media“ und „Online Marketing“ oder auch „dmexco 2015“. Die Boards sind also eine Art virtuelles Fotoalbum, welches sich unendlich erweitern lässt, da es keine Beschränkung in der Anzahl der Pinnwände gibt.

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Repins

Wenn ein Nutzer auf Pinterest surft oder durch die Pinterest App scrollt und ihm ein Bild gefällt, kann er es repinnen. Es taucht dann also samt Quelllink an einer seiner eigenen Pinnwände auf.

Likes

Die Likes können bei Pinterest mit denen auf Facebook verglichen werden. Jeder Nutzer kann Bilder auf Pinterest „liken“. Diese Bilder werden dann im Bereich „Gefällt mir“ des Nutzers angezeigt. Mit Likes können Nutzer Bilder in ihrem Profil speichern, ohne sie einer Pinnwand zuzuordnen.

Follower

Pinterest Nutzer können sich untereinander folgen. Als Follower erhält man alle neuen Pins und Repins der Nutzer angezeigt, denen man folgt. Dabei kann einem User komplett oder nur bestimmten Pinnwänden gefolgt werden. Wer gute Inhalte schafft, wird es logischerweise leichter haben Menschen zu finden, die einem auch selbst folgen.

pinterest-follower

Bei Promoted Pins handelt es sich um Pins, welche als bezahlte Werbung auf Pinterest geschalten werden können. Diese fließen nativ in den Strom der restlichen Pins ein und sind somit auf den ersten Blick nicht als Werbung zu erkennen. Da die Pins auf die Interessen der User abgestimmt werden können, wird es Unternehmen dadurch möglich, ihre Pins an besonders relevanten Stellen zu positionieren. Solche bezahlte Anzeigen befinden sich jedoch aktuell in den USA noch in der Testphase und ist in Deutschland bislang noch gar nicht verfügbar. Wann Promoted Pins auch hierzulande eingeführt werden, hat Pinterest noch nicht bekannt gegeben.

Buyable Pins

Buyable Pins sind Pins mit integriertem „Kaufen“-Button. Diese Funktion ist bislang nur für Nutzer der iPhone bzw. iPad-App in den USA verfügbar. Damit können Käufe bei ausgewählten Händlern direkt aus der Pinterest App getätigt werden. Ob und wann Buyable Pins auch in Deutschland eingeführt werden, ist bislang nicht bekannt.

Ist Pinterest als Marketing-Plattform für Ihr Unternehmen geeignet?

Bevor man den Einstieg auf Pinterest wagt, um sein Social Media Marketing zu erweitern, sollte man sich unbedingt Gedanken darüber machen, ob die Nutzung für das eigene Unternehmen überhaupt sinnvoll ist.

Eine Orientierung können diese Fragen geben:

  • Lässt sich mein eigenes Unternehmen einer Kategorie auf Pinterest zuordnen?
  • Habe ich die Ressourcen (Zeit und Personal), regelmäßig hochwertiges Bild- oder Videomaterial zu erstellen und mein Profil zu pflegen?
  • Lassen sich meine Produkte/ Dienstleistungen visuell gut umsetzen?

Wenn man diese drei Fragen mit einem deutlichen „Ja“ beantworten kann, dann ist dies eine gute Grundlage für die Erstellung eines Accounts.

Welche Vorteile bringt Pinterest meinem Unternehmen?

Da Promoted Pins und auch Buyable Pins in Deutschland bisher nicht verfügbar sind, können Unternehmen hierzulande lediglich organisch Reichweite aufbauen. Das heißt Unternehmen müssen attraktives Bildmaterial oder auch bebilderte Artikel erstellen, die sie dann an ihre Pinnwände heften können. Denkbar ist jedoch auch, dass ein Unternehmen Inhalte zu einem bestimmten Thema kuratiert. Auch mit themenspezifischen Sammlungen können Follower gewonnen werden, die zur eigenen Zielgruppe gehören. Reiseanbieter können z.B. Pinnwände für Bergfreunde und Traumstrände anlegen und dort fremde Inhalte sammeln.

Bei eigenen Pins liegt die Herausforderung für Unternehmen jedoch vor allem darin, sich authentisch zu präsentieren und Produkte oder Dienstleistungen durch geschicktes Storytelling indirekt zu vermarkten. Wenn man dies schafft, ist man seinem Ziel auf Pinterest erfolgreich zu sein bereits ein Stückchen näher.

Pinterest hat im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken den Vorteil, dass Nutzer in der Regel gezielt Inhalte speichern, welche Sie in der Zukunft erleben oder auch kaufen möchten. Auch darin liegt ein gewisses Potenzial für Unternehmen, denn jeder Pin kann zur Kaufentscheidung des Nuzters beitragen.

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