01.05.2018

Die News aus dem April: SEO: Der Rollout des Mobile First Index schreitet voran und die Mobile Suche verändert sich. SEA: In AdWords ist ein neues Video-Format verfügbar und Bing ermöglicht mehr Bilder bei Shopping Ads. Social Media: WhatsApp hebt das Mindestalter an und Facebook-Nutzer können Löschung widersprechen.

SEO Monatsrückblick April 2018

Weitere Ergebnisse statt Seite 2 bei mobilen Suchergebnissen

Button Weitere Ergebnisse statt Seiten

Google hat das Aussehen der mobilen Suchergebnisse deutlich verändert. Statt der bisherigen Paginierung mit weiteren Ergebnisseiten erscheint nun ein „Weitere Ergebnisse“-Button unterhalb der ersten zehn organischen Treffer. Mit einem Klick auf diesen Button erscheinen direkt die weiteren Treffer, das Laden einer neuen Seite entfällt.

Die neue Bedienung macht die Suche für die Nutzer angenehmer und schneller, und kann vorteilhaft sein für Seiten, die auf den hinteren Rankings erscheinen. Bislang wird der Button in Google-Apps unter Android und iOS sowie in den gängigen mobilen Browsern (außer Chrome unter iOS) ausgespielt.

Die Änderung hat auch Auswirkungen auf ausgespielte Ads. Bislang erschienen diese auch oberhalb der organischen Suchergebnisse der weiteren Seiten. Durch den „Weitere Ergebnisse“-Button werden zunächst weitere organische Ergebnisse angezeigt und erst unterhalb dieser werden möglicherweise weitere Ads angezeigt.

Google gibt weitere Infos zum Rollout des Mobile First Index bekannt

Der Start des Rollouts des Mobile First Index hat Google bereits im vergangenen Monat bekannt gegeben. Nun erhalten auch Webmaster im deutschsprachigen Raum weitere Informationen. In der Mitteilung im Google-Blog betont das Unternehmen noch einmal, dass Websites die zur Mobile First Indexierung migriert werden, über die Search Console eine Nachricht erhalten. Zudem werden Webmaster einen deutlichen Anstieg der Crawlingrate des Googlebots für Smartphones feststellen werden.

Wer beim ersten Rollout nicht berücksichtigt wurde, muss sich laut Google keine Sorgen machen. Seiten deren Indexierung bereits umgestellt wurde, hätten keinen Rankingvorteil gegenüber Desktopseiten oder mobilen Seiten, die noch nicht im Mobile First Index erfasst werden.

Schärfere Regeln für Autocomplete-Inhalte bei der Google-Suche

Google verschärft die Regeln nach denen Autocomplete-Inhalte bei der Suche gefiltert werden. Die Autocomplete-Funktion liefert noch während der Eingabe ins Suchfeld erste Vorschläge (Google selbst spricht von Vorhersagen) wonach der Nutzer suchen könnte.

Autocomplete der Google Suche

Unter diesen Vorschlägen zur Vervollständigung der Suchanfrage fanden sich in der Vergangenheit in manchen Fällen auch anstößige oder beleidigende Vorschläge. Laut Google deckte die bisherige Regelung zur Filterung solche Inhalte nur Fälle ab, die beispielsweise Rasse, ethnische Herkunft, Religion, Nationalität oder sexuelle Orientierung betrafen. Die neue erweiterte Suchpolitik betrifft nun allgemein Vorschläge, die als hasserfüllt oder voreingenommen  gegenüber Einzelpersonen oder Gruppen wahrgenommen werden können. Diese basiert auf dem Feedback, das Google von seinen Nutzern sammelt (siehe Screenshot).

Webmaster Hangout im April 2018

Webseitenbetreiber können in den Google Webmaster Hangouts Fragen einreichen. John Müller, Webmaster Trend Analyst bei Google, beantwortet dabei eingereichte Fragen. Clicks stellt in jedem Monatsrückblick die wichtigsten Punkte zusammen.

Lieber eine große Seite, statt viele kleine

Auf die Frage angesprochen, ob es aus SEO-Sicht besser ist, Inhalte auf eine große oder viele kleine Seiten zu verteilen, hat sich John Müller deutlich für die erste Lösung ausgesprochen. Auf einer umfassenden Seite könne ein größerer Kontext und mehr Perspektiven geboten werden, als auf Teilseiten, die nur einzelne Aspekte ansprechen. Entscheidend ist laut Müller letztlich, was für den Nutzer am sinnvollsten ist.

Duplicate Content nicht mit „noindex“ ausweisen

Inhalte, die auf mehreren URLs ausgespielt werden, also Duplicate Content, sollte aus SEO-Sicht nicht mit „noindex“ oder „nofollow“ ausgewiesen werden. Stattdessen empfiehlt John Müller die Verwendung von Canoncical-Links. Grund ist, dass sonst positive Ranking-Signale, beispielsweise durch Backlinks, verloren gehen könnten.

Tabellen, Linklisten und zu lange Texte für Voice Search ungeeignet

Besteht eine Seite fast nur aus Tabellen oder Linklisten, stehen die Chancen als Ergebnis der Voice Search wiedergegeben zu werden, schlecht. Wie John Müller erklärte, sind ebenfalls sehr lange Texte für das Ausspielen von Voice Search-Ergebnissen weniger geeignet. Stattdessen können strukturierte Daten hilfreich sein.

SEA Monatsrückblick April 2018

Neues Format für Video-Anzeigen

In Google AdWords ist nun ein neues Video-Anzeigenformat verfügbar. Die sogenannten Outstream Videoanzeigen werden auf Mobilgeräten bei Google-Videopartnern (also Publisher-Webseiten und Apps) angezeigt und versprechen damit eine Reichweite über YouTube hinaus. Die Videos starten automatisch und ohne Ton, dieser kann vom Nutzer allerdings aktiviert werden.

Abgerechnet werden die Video-Anzeigen nach dem sichtbaren CPM. Das Video muss also zu 50 % und für 2 Sekunden sichtbar gewesen sein.

Auch Bing verabschiedet sich von Ads in der Sidebar

Was Google bereits vor einigen Jahren macht, wird nun auch bei Bing umgesetzt: Am rechten Rand der Suchergebnisseite werden keine Text Ads mehr ausgespielt. Bislang hat Bing diese Neuerung nur für den US-Markt bekannt gegeben, Tests in weiteren Ländern sollen allerdings folgen.

Bing Sidebar mit Produkt und Text Ads

Wie Bing erklärt, haben Tests gezeigt, dass dadurch die Klickzahlen für Anzeigen an anderen Stellen der Seite steigen. Als weitere Folge der Änderung werden am Ende der Seite nun 4 statt wie bislang 3 Ads angezeigt. Produktanzeigen bleiben in der Sidebar weiterhin erhalten.

Multiple Images bei Bing Shopping

Bing hat einige neue Features für Bing Shopping Campaigns vorgestellt. Dazu gehört die Möglichkeit, den Produktangebot-Feed um weitere Bilder zu erweitern. Damit wird es möglich, neben einem Hauptbild, bis zu 10 weitere Produktbilder zu zeigen. Diese können das angebotene Produkt beispielsweise aus verschiedenen Winkeln zeigen.

Bislang wird das neue Feature noch nicht angezeigt, die zusätzlichen Bilder können allerdings bereits im Produkt-Feed hinterlegt werden. Die Image-URLs müssen dafür in der Spalte „additional image link“ eingetragen werden. Die Bilder dürfen höchstens 3,9 MB groß sein und müssen eine Bildgröße von mindestens 200×220 Pixel haben.

Social Media Monatsrückblick April 2018

WhatsApp hebt Mindestalter an – kontrolliert wird es aber nicht

Im Rahmen der Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung hat WhatsApp seine Nutzungsbedingung und Datenschutzrichtlinie angepasst und dabei das Mindestalter für Benutzer des Messaging-Dienstes angehoben. Es steigt innerhalb der EU von 13 auf nun 16 Jahre. Strenge Kontrollen, beispielsweise durch einen Altersnachweis, fordert die Verordnung, die am 25. Mai in Kraft tritt, allerdings nicht – und sind daher auch bei WhatsApp nicht zu erwarten.

Zudem hat das Facebook-Unternehmen bekannt gegeben, für die Verarbeitung der Daten europäischer Nutzer eine neue Tochterfirma in Irland einzurichten. Im Rahmen dieser Mitteilung erklärte WhatsApp erneut, derzeit keine Nutzer-Informationen mit Facebook zu teilen. Es stellte aber auch in Aussicht, dass man zukünftig enger mit anderen Facebook Unternehmen zusammenarbeiten möchte.

Facebook-Nutzer können gelöschten Beiträgen widersprechen

Facebook setzt auf mehr Transparenz und hat die internen Richtlinien, die zur Durchsetzung der Community Standards angewendet werden, veröffentlicht. Anhand dieser Richtlinien wird von Seiten Facebooks entschieden, welche Beiträge gelöscht werden. Hierzu hat es in der Vergangenheit immer wieder Aufregung gegeben, beispielsweise wenn es um Nacktheit in Kunstwerken ging.

Widerspruch Facebook Richtlinien

Ein Beitrag wie dieser könnte von Facebook gelöscht werden – nun können Nutzer dem widersprechen. Bild: Facebook

Erstmals erhalten Nutzer nun im Laufe des Jahres auch die Möglichkeit, Einspruch einzulegen, wenn einer ihrer Beiträge von Facebook gelöscht wurde. Nach einem solchen Widerspruch soll innerhalb von 24 Stunden eine erneute Überprüfung durch Facebook stattfinden. Die Einspruch-Möglichkeit soll zunächst nur bei Beiträgen, die wegen Nacktheit/sexuellen Handlungen, Hate Speach oder Gewaltdarstellungen gelöscht wurden, möglich sein. Man arbeite daran, diesen Prozess weiter auszubauen, heißt es von Seiten Facebooks.

Erstellung von Anzeigen in Instagram Stories soll einfacher werden

Ein neues Tool soll Werbetreibenden das Erstellen von Anzeigen in Instagram Stories erleichtern. Durch die sogenannte Automatische Vollbild-Unterstützung soll es Nutzern möglich sein, eine Anzeige für den Instagram Feed hochzuladen, die dann direkt in das Vollbild-Format der Stories umgewandelt wird.

Dazu wird nur ein Foto oder Video von max. 15 Sekunden benötigt, das den Seitenverhältnissen des Instagram Feeds entspricht. Instagram wählt automatisch einen Hintergrund für das Vollbildformat. Bei einem quadratischen oder horizontalen Anzeigenelement, wird zudem der Anzeigentext in der Story unter dem Foto oder Video angezeigt.

Facebook Local – neue App für Restaurants, Events und alles Lokale

Wieder einmal eine neue App aus dem Hause Facebook. „Facebook Local” kombiniert Facebook Events, Restaurants oder Bars und soll den Nutzern so zeigen, was vor Ort los ist. In den USA führte Facebook 2016 die Event-App ein, die ein Jahr später in Facebook Local umbenannt wurde. Nun ist sie auch in Deutschland für iOS und Android erhältlich.

Zwar sind fast alle Informationen auch direkt in der „gewöhnlichen“ Facebook-App zu finden, in der neuen Local-App allerdings etwas aufgeräumter und übersichtlicher. Man darf gespannt sein, ob Facebook damit mehr Glück haben wird, als beispielsweise mit der mittlerweile eingestellten Facebook App für Gruppen.

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