02.09.2016

Was hat die Onlinemarketer im August bewegt? SEO: Google erschwert die Abfrage des monatlichen Suchvolumens und kündigt Rankinganpassungen für die Verwendung von Popups und Interstitials an. SEA: Remarketing-Anzeigen auf Partnerseiten im Google Werbenetzwerk ausspielen und die neuen expanded Text Ads bei Bing nutzen. Social: Während Facebook einen neuen Video-Dienst startet, plant YouTube den größten Wandel in seiner Geschichte, endlich ein soziales Netzwerk zu werden.

SEO Monatsrückblick August 2016

Die SEO-News im August. Unter anderem: Google erschwert die Abfrage des monatlichen Suchvolumens und kündigt Rankinganpassungen für die Verwendung von Popups und Interstitials an.

Google Keyword-Planer – Limitierte monatliche Suchanfragen für User ohne Adwords Kampagnen

Im Google Keyword-Planer wird das monatliche Suchvolumen für Keywords nur noch als „Spanne“ angezeigt. Um das genaue Suchvolumen sehen zu können, müssen Adwords Kampagnen geschaltet sein. Weitere Hintergründe gibt es im Clicks-Beitrag Keyword-Planner: Kein Suchvolumen mehr ohne AdWords-Kampagne.

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Screenshot Google Keyword-Planer

Popups und Interstitials können ab dem 10.01.2017 zu einem niedrigen Ranking führen

Um die Nutzererfahrung für mobile Endgeräte, müssen Webseiten, die Ihre Hauptinhalte mit Popups und Interstitials verdecken, ab dem 10. Januar 2017 mit Rankingverlusten rechnen. Beispiele für erlaubte und nicht erlaubte Popups wurden von Clicks im Beitrag Popups und Interstitials gefährden Google-Rankings zusammengefasst.

Google Webmaster-Hangouts im August 2016

Webseitenbetreiber können in den Google Webmaster Hangouts fragen einreichen. In diesen Hangouts beantwortet John Müller, Webmaster Trend Analyst bei Google, die eingereichten Fragen. Clicks.de stellt in jedem Monatsrückblick die wichtigsten Aussagen zusammen.

Update Schema.org auf Version 3.1

Am 09-08.2016 wurde Schema.org auf Version 3.1 upgedatet. Google bestätigte bereits, dass Google Testing-Tools zeitnah an die Version 3.1 angepasst werden.

1.) Crawler Errors in der Google Search Console müssen nicht alle behoben werden

In der Google Search Console werden vom Crawler 404-Fehler angezeigt. Wenn die URL tatsächlich nicht existiert sind solche Fehler normal und müssen nach John Müller nicht behoben werden. Solche 404-Fehlermeldungen sollten dann behoben werden, falls Content auf der URL vorhanden ist. Bei Behebung des Crawl-Fehlers, gelangt die Seite in den Google Index und kann ihre positive Wirkung entfalten.

Crawl Errors werden wiederholt angezeigt, selbst dann, wenn der Crawl-Fehler in der Google Search Console als korrigiert markiert wurde. Google hat ein sehr langes Gedächtnis und prüft in gewissen Zeitabständen immer wieder URLs. Nach Ansicht von Google könnte es nämlich sein, dass Content auf der URL hinzugefügt wurde.

2.) Crawl-Frequenz keine SEO-Metrik und Faktoren der maximalen Crawl-Frequenz.

Der Traffic von Webseiten ist nicht abhängig von der Crawl-Frequenz. Ausnahmen liegen dann vor, wenn wichtiger Content nicht gecrawlt wird, beispielsweise bei News-Seiten. Außerdem ist die Crawl-Frequenz keine SEO Metrik, sondern eine technische Metrik. Eine erhöhte Crawl Frequenz sagt nicht aus, dass eine Webseite wichtiger ist für Google. Die maximale Crawl-Frequenz wird durch 2 Faktoren bestimmt:

  • Serverspeed
  • Anzahl Servererrors die der Crawler beim crawlen erhält

3.) 301 Weiterleitungen von unterschiedlichen Domains ist kein negativ SEO

Leiten beispielsweise die Domains beispiel.de, bsp.de und dasbeispiel.de auf beispiele.de, ist dies kein Problem seitens Google. Neue Domains werden oft für Werbeaktionen aufgebaut und nach der Aktion auf die ursprüngliche Seite weitergeleitet.

4.) Übersetzungen von Seiten mit hohen Platzierungen ranken nicht automatisch gut

Dies ist allein schon deswegen der Fall, da die Wettbewerbssituation oftmals eine andere ist.

5.) Nutzersignale werden nicht direkt für das Ranking verwendet

Nutzersignale wie die Absprungrate und Verweildauer werden nur für die Bewertung von Suchalgorithmen eingesetzt. Für das Ranking von einzelnen Webseiten spielen sie damit direkt keine Rolle. John Müller betonte, dass Google Analytics Daten nicht als Rankingsignale verwendet werden.

6.) Webseiten werden nach einer behobenen manuellen Abstrafung nicht dauerhaft im Ranking benachteiligt

Wurde eine manuelle Abstrafung behoben, ist diese aus dem System von Google entfernt und spielt keine Rolle mehr. Es gibt jedoch Situationen, die dazu führen, dass Rankings vor der Abstrafung nicht sofort erreicht werden:

  • Während der Abstrafung wurden die Webseiten nicht mehr gecrawlt bzw. sogar entfernt. (Die Webseite muss in diesem Fall erst wieder komplett neu gecrawlt werden)
  • Je nach Algorithmus müssen diese erneuert werden, was manchmal bis zu einigen Monaten oder sogar länger dauern kann
  • Der Zustand der Webseite hat sich aufgrund der behobenen Probleme geändert. So können z.B. Links abgebaut oder entwertet worden sein.

7.) Penguin Update kommt wahrscheinlich in diesem Jahr

John Müller geht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das Penguin Update noch in diesem Jahr kommt.

SEA Monatsrückblick August 2016

Die News aus dem Suchmaschinenmarketing im August: Remarketing-Anzeigen auf Partnerseiten im Google Werbenetzwerk ausspielen und die neuen expanded Text Ads bei Bing nutzen.

RLSA auf Partner im Suchwerbenetzwerk erweitert

Für Remarketing-Anzeigen für die Suche (RLSA) besteht künftig die Option, diese auch auf Google’s Partnerseiten im Suchwerbenetzwerk anzuzeigen. Das bietet Werbetreibenden die Möglichkeit, mehr Nutzer zu erreichen, die bereits Interesse an der eigenen Website gezeigt haben. Die Remarketing-Textanzeigen können somit neben google.de auf hunderten weiterer Websites geschaltet werden. Die Option ist auf Kampagnenebene unter „Einstellungen“ zu finden.

AdWords-Search-Partners-RLSA

Mit der Funktion „Include Search Partners“ lassen sich Remarketing Anzeigen nun auch bei Partnern im Google Suchnetzwerk ausspiele.

Neue Funktion im Anzeigenvorschau- und –diagnose-Tool

Das Tool zur Anzeigenvorschau und –diagnose, mit welchem man die Anzeigenschaltung simulieren und seine eigenen Anzeigen überprüfen kann, wurde um eine Funktion erweitert. Ab sofort ist es möglich, „die Suche zu teilen“. Man erhält eine URL, welche man an Kollegen oder Kunden weiterleiten kann, sodass auch sie schnell und einfach eine Vorschau der Anzeige sehen können.

Erweiterte Textanzeigen auch in Bing verfügbar

Ab sofort sind Expanded Text Ads in Bing Ads verfügbar und können als Beta beantragt werden. Die in Google AdWords/Google Ads bereits verfügbaren ETAs bieten mehr Platz für Titel und Beschreibung und sorgen nach ersten Erfahrungen häufig für höhere Klickraten. Antworten auf die wohl wichtigsten Fragen hat Microsoft hier zusammengefasst.

Neue Funktionen für Facebook Slideshows

Facebook kündigte Ende August das Rollout neuer Funktionen für Slideshow Ads an. Die Video-ähnlichen Werbeanzeigen werden um Optionen zur Text- und Audiogestaltung erweitert, sie sind nun mobil erstellbar und Fotos können aus der Facebook Bilddatenbank ausgewählt werden. Des Weiteren können Videos nun so eingestellt werden, dass sie bei geringer Verbindungsgeschwindigkeit automatisch in Slideshows mit bis zu zehn Standbildern umgewandelt werden.

Social Media Monatsrückblick August 2016

Sommerloch? Nicht bei Social Media. So startete Facebook vor wenigen Tagen einen neuen Video-Dienst, Snapchat verkündete, sich Werbekunden weiter öffnen zu wollen und YouTube plant den größten Wandel in seiner Geschichte.

Neuer U 21-Videodienst von Facebook gestartet

Wieder einmal sorgt das größte soziale Netzwerk der Welt für Schlagzeilen, diesmal mit einer neuen Video-App für iPhone-User. Die Applikation erlaubt es jungen Menschen, kurze Videoclips von Klassenkameraden und Freunden anzuschauen. Der Dienst namens „Lifestage“ wurde im August zum Download freigegeben. Allerdings kann es vollständig nur von Nutzern unter 21 Jahren genutzt werden.

Die neue Video-App von Facebook: bislang nur im App-Store von Apple erhältlich.

Die neue Video-App von Facebook: bislang nur im App-Store von Apple erhältlich. © facebook

Sobald sich 20 Schüler einer Schule in der App angemeldet haben, wird die Schule automatisch freigeschaltet und das Teilen von Videos ermöglicht. Nutzer über 21 Jahre können sich in der App zwar anmelden, sehen jedoch keine anderen User-Profile. Mit der App startet Facebook den nächsten Versuch, Snapchat Konkurrenz zu machen. Bislang kommt das Netzwerk bei Jugendlichen allerdings noch nicht so gut an, wie die Rezensionen im App Store von Apple zeigen.

Snapchat will Werbekunden gezielte Ansprache von Nutzern anbieten

Snapchat will endlich Geld verdienen. Wie der Global Head of Revenue Operations, Clement Xue, kürzlich verkündete, will Snapchat noch in diesem Jahr die Option für nutzerbasierte Werbung ausrollen. Basis hierfür sollen lediglich Verhaltensdaten von Nutzern innerhalb der App sein.

Snapchat geht damit einen schmalen Grad. Einerseits will man sich der Werbewelt weiter öffnen und andererseits möchte man keine Nutzer verprellen. Ob der Spagat gelingt, werden die Nutzerzahlen in Zukunft zeigen.

YouTube strebt größten Wandel seit Gründung an

YouTube soll ein vollwertiges soziales Netzwerk wie Facebook oder Twitter werden. Laut Insidern will die Google-Tochter den sogennanten „Lean-Back“ Rezeptionsmodus abschütteln und endlich eine aktivere Community formen. Offenbar plant YouTube eine Art Timeline für Nutzer, in der Videos, Bilder, Texte und Umfragen veröffentlicht werden können.

Veröffentlichte Posts sollen dann im Feed von Freunden angezeigt werden. Diese sollen wiederum darauf reagieren, so wie es auch bei Facebook und Co. üblich ist. Der Dienst mit dem Namen „Backstage“ soll noch in diesem Jahr auf Desktop und mobilen Geräten starten. Mit konkreten Informationen hält sich Google bislang aber bedeckt.

Womit alles begann: Das erste Video wurde von Gründer Jawed Karim auf Youtube hochgeladen. In dem Video sagt er zu deutsch: „Das Coole an Elefanten ist, dass sie so lange Rüssel haben. Das macht sie so cool.“

Über den Autor
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Herbert Buchhorn ist Geschäftsführer von Clicks Online Business, einer Performance Marketing Agentur mit Büros in Berlin, Dresden, München und Köln. Als gefragter Marketingexperte betreut er mit seinem 40 Mann starken Team nationale wie internationale Onlineprojekte von Unternehmen unterschiedlichster Branchen.
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