05.08.2016

Die wichtigsten Online Marketing News im Juli. Offiziell bestätigt: bei 30x Weiterleitungen geht kein Pagerank verloren. Betaphase beendet: Expanded Text Ads sind jetzt für alle AdWords Konten verfügbar. Internationalisierung von Facebook Ads: Facebook erlaubt Werbeausrichtung auf Lookalike Audiences auch über Landesgrenzen hinweg.

SEO Monatsrückblick Juli 2016

301, 302 und 30x Weiterleitungen führen zu keinem Pagerank-Verlust

Gary Illyes, Trend Analyst bei Google, verkündete auf Twitter, dass 30x Weiterleitungen keinen Pagerank verlieren. Die Aussage von Gary Illyes wurde in den Google Webmaster Hangouts am 26.07.2016 von John Müller bestätigt.

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Im SEO-Bereich spielen vor allem 301 und 302 Weiterleitungen eine Rolle. Bisher ist man davon ausgegangen, dass 301 Weiterleitungen etwas Pagerank verlieren und 302 Weiterleitungen keinen bzw. wenig Pagerank vererben.

Google Webmaster-Hangouts im Juli 2016

Webseitenbetreiber können in den Google Webmaster Hangouts fragen einreichen. In diesen Hangouts beantwortet John Müller, Webmaster Trend Analyst bei Google, die eingereichten Fragen. Clicks stellt in jedem Monatsrückblick die wichtigsten Aussagen zusammen.

1.) Schema.org – Rich Snippets Auszeichnungen müssen mindestens 3 Kriterien erfüllen, um in den Google Ergebnissen angezeigt zu werden

Damit Rich-Snippets Auszeichnungen, wie beispielsweise Sternbewertungen, in den Google Suchergebnissen angezeigt werden, müssen folgende Kriterien erfüllte sein:

  • Schema.org muss technisch korrekt im Quellcode der Webseite implementiert worden sein.
  • Schema.org Richtlinien von Google müssen eingehalten werden. Beispielsweise darf ein Markup für Rezepte nur auf einer Webseite mit Rezepten integriert werden.
  • Bestimmte Qualitätssignale müssen vorhanden sein, damit Google der Seite vertraut.

2.) Einfluss von HTTPS hängt nicht vom Seitentyp ab

Der Einfluss von HTTPS als Rankingfaktor hängt nicht davon ab, ob es sich um einen reinen Blog oder um eine E-Commerce Seite handelt. Der Seitentyp hat also keinen Einfluss auf die Wirkung von HTTPS als Rankingfaktor.

Nach John Müller führt HTTPS zu keinen großen Rankingsteigerungen. HTTPS ist eher als eine Art „Tie Breaker“ anzusehen. Unterscheiden sich zwei Webseiten nur in HTTP und HTTPS und senden sonst die gleichen Rankingsignale, wird die Seite mit HTTPS von Google bevorzugt.

3.) Penguin-Update wird definitiv kommen

Das schon lange erwartete Penguin Update wird nach John Müller definitiv kommen. Ein konkreter Zeitpunkt wurde jedoch nicht genannt.

4.) Title und H1-Überschriften können identisch sein

Für Google ist es kein Problem, wenn der Title und die H1-Überschrift identisch ist.

5.) User Generated Content wird als Teil der Webseite wahrgenommen.

Grundsätzlich ist User Generated Content, wie beispielsweise Blog-Kommentare, ein Teil der Webseite und wird von Google nicht separat betrachtet. User Generated Content fließt somit in die Rankingbeurteilung von Google mit ein. Spam-Kommentare die Verlinkungen hinterlassen, sollten daher unbedingt auf NoFollow gesetzt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit Unterseiten mit User Generated Content von geringer Qualität auf Noindex zu setzen.

6.) AMP aktuell nicht für E-Commerce Seiten geeignet

AMP (Accelerated Mobile Pages) ist momentan für statische Inhalte ausgelegt die sich nicht oft verändern, wie beispielsweise ein Blog-Beitrag. Daher ist AMP für E-Commerce Seiten eher nicht geeignet. Denn auf E-Commerce Seiten ist ein Warenkorbsystem und Elemente zur Personalisierung vorhanden. John Müller kann sich aber vorstellen, dass AMP in Zukunft auch für E-Commerce Seiten einsetzbar ist.

SEA Monatsrückblick Juli 2016

Im Juli wurden viele Google AdWords/Google Ads Updates ausgerollt. Die Details sowie Neuerungen zu Facebook Anzeigen und Bing Ads haben wir zusammengestellt:

Googles Expanded Text Ads verlässt die Betaphase

Die erweiterten Textanzeigen sind seit Ende Juli nun für alle Google AdWords/Google Ads-Konten verfügbar. Werbetreibende sollten berücksichtigen, dass ab dem 26.10.2016 die Standard-Textanzeigen von Google nicht mehr unterstützt werden. In anderen Worten: existierende Anzeigen mit dem alten Format können nicht mehr bearbeitet oder neu erstellt werden, sie werden aber weiterhin von Google ausgeliefert.

Google AdWords/Google Ads Updates bei den geräteübergreifenden Conversions

Ab 6. September 2016 werden geräteübergreifende Conversions automatisch der Berichtsspalte Conversion hinzugefügt. Die bisherige Einstellungsmöglichkeit „geräteübergreifende Conversions einbeziehen“ wird ab dem Zeitpunkt in AdWords nicht mehr verfügbar sein. Im August 2016 neu erstellte Konten verfügen bereits über das Update.

Visualisierung geräteübergreifende Conversions

Visualisierung geräteübergreifende Conversions, Quelle: Google

Hintergrund für die Umstellung: der Großteil der Nutzer beginnt eine Conversion meist über einem Gerät (z. B. Mobile), aber schließt diese dann auf einem anderen ab (z. B. Desktop-PC).

Google AdWords/Google Ads neue Conversion Reports

Eine weitere Neuerung bilden 3 neue Reports im Bereich der Conversions, um tiefergehende Einblicke in den Verlauf von geräteübergreifenden Conversions zu erhalten:

Grafik zu den 3 neuen Reports unter Attribution in Google AdWords/Google Ads

3 neue Reports unter Attribution in Google AdWords/Google Ads, Quelle: Google

Google AdWords/Google Ads Update zum Messwert Klicks mit Conversions

Eine weitere Änderung tritt ebenfalls ab September 2016 in Kraft: der Conversion-Messwert „Klicks mit Conversions“ wird zum 21. September nicht mehr unterstützt und von Google automatisch auf Conversions umgestellt.

Google AdWords/Google Ads führt Preiserweiterung ein

Aktuell ist die Anzeigenerweiterung „Price Extension“ nur auf Englisch verfügbar und bisher erst in einigen AdWords-Konten als Beta ausgerollt. Die Preiserweiterung erscheint nur bei Anzeigen auf Mobilgeräten und auch nur dann, wenn die Anzeige auf Position 1 geschalten wird.

Beispielbild einer Anzeige mit Preiserweiterung

Beispiel einer Anzeige mit Preiserweiterung, Quelle: Google

 

Google bietet Showcase Shopping an

Laut Google sind ca. 40 % der Suchanfragen eher unkonkret, d. h. der Nutzer nutzt vage statt spezifische Suchbegriffe. Beispielsweise sucht ein Nutzer nach „Sommerkleid“, hat aber noch keine konrekten Vorstellungen über das Aussehen oder von welchem Anbieter er das Kleid kaufen möchte. Google kann daraufhin bspw. Sommerkleider einer bestimmten Marke anzeigen, um die Vorstellungen vom Nutzer zu konkretisieren:

Beispielbild für Google Showcases

Beispiel für Google Showcases, Quelle: Google

Das Update ist vorerst nur in den USA, Großbritannien und Australien verfügbar.  Google wählt für die Showcase Anzeigen Produkte von Google Shopping Werbetreibenden aus. Es ist auch angedacht,  eine Premiumversion anzubieten, in der Werbetreibende selbst bestimmen könnne, wie ihre Marke und Produkte in den neuen Showcase Anzeigen dargestellt werden.

Facebook Ads ersetzt die 20-%-Textregel

Viele Werbetreibende haben es sicherlich schon bemerkt: das 20%-Tool wurde im Juli von Facebook abgeschafft. Irrtümlicherweise geht das nicht mit einer Abschaffung der 20%-Textregel einher, denn Facebook reguliert nun die Anzeigenreichweite basierend auf der Textmenge. Werbetreibende können mit dem neuen Text Overlay Tool überprüfen, ob Facebook die Reichweite für eine Anzeige einschränkt oder im schlimmsten Fall überhaupt nicht ausliefert.

Screenshot Text Overlay Tool Facebook

Screenshot Text Overlay Tool Facebook

 

Facebook Ads – Update bei den Zielgruppen

Facebook gibt Marketers zukünftig noch weitere Möglichkeiten, zielgruppenspezifisch Anzeigen zu schalten. Zu den neuen Funktionen gehört die Möglichkeit, Zielgruppen basierend auf Seitensitzungsdauer zu erstellen. So können Nutzer mit einer kurzen Sitzungsdauer (bspw. 30 Sekunden) sowie Interessenten mit einer langen Sitzungsdauer (bspw. 5 Minuten) unterschiedlich angesprochen werden. Des Weiteren ist es mit dem neuen Update möglich, die aktivsten Nutzer (Sitzungsdauer) gesondert zu bewerben.

Screenshot neue Targeting-Option für Zielgruppen

Screenshot neue Targeting-Option für Zielgruppen

 

Bing Ads Keyword-Planer für weitere Märkte ausgerollt

Die gute Nachricht zuerst: der Bing Ads Keyword-Planer wird neben den USA nun auch in 3 weiteren Ländern zur Verfügung stehen. Die schlechte Nachricht: das Tool wird zunächst nur für Großbritannien, Kanada und Australien erweitert. Wann der Keyword-Planer in Deutschland verfügbar sein wird, ist derzeit noch offen. Die ersten Screenshots versprechen jedoch ein ähnlich aufgebautes Tool wie der Keyword-Planer von Google AdWords/Google Ads:

Beispielbild Bing Ads Keyword-Planer

Beispiel Bing Ads Keyword-Planer, Quelle: Bing

Beispielbild Bing Ads Keyword-Planer

Beispiel Bing Ads Keyword-Planer, Quelle: Bing

Social Media Monatsrückblick Juli 2016

Unter anderem: Facebook räumt Posts von Freunde und Verwandten eine höhere Priorität ein. Chatbots erhalten mit Quick Replys mehr Möglichkeiten. Snapchat will per automatischer Bilderkennung passende (Werbe-)Filter anbieten.

Facebook – Updates über Updates

Facebook lässt seine Nutzer nichts vom allgemein bekannten Sommerloch spüren. Der Monat Juli hat genügend Neuerungen mit sich gebracht, unter anderem ein neuer Algorithmus, sowie neue Möglichkeiten, Anzeigen zu verwalten als auch Updates für die neuen Chatbots.

 

Der neue Algorithmus

Der neue Facebook Algorithmus ist da. Letzten Monat kündigte Facebook an, seinen Algorithmus zu ändern und damit zurück zu seinen Wurzeln zu kehren: Menschen verbinden. Viele User fürchteten News von ihren Freunden zu verpassen und mit Beiträgen von Seiten überhäuft zu werden. Der neue Algorithmus ist bereits umgesetzt wurden. Messen lässt sich die Änderung daran, dass Beiträge von Seiten eine wesentlich geringere Reichweite haben, sofern niedrige Interaktionen folgen.

 

Mehr Sicherheit im Messenger

Facebook kündigte diesen Monat an für mehr Sicherheit im Messenger zu sorgen. Ab sofort werden Ende-zu-Ende-Nachrichten getestet. Bis diesen Sommer sollen die verschlüsselten Nachrichten dann überall nutzbar sein und für mehr Datenschutz des Nutzers sorgen.

 

Ab sofort Creative Hub für Anzeigen nutzen

Bei der Großen Auswahl an Anzeigeformaten kann man schnell mal den Überblick verlieren. Facebook launcht den Creative Hub, womit es für Unternehmen und Werbeagenturen einfacher wird Anzeigen zu erstellen. Abgedeckt werden dabei sowohl mobile Anzeigen, als auch Anzeigen für die Desktopversion. Neben dem Erstellen der Anzeige werden auch Inspirationen gegeben, wie gute Anzeigen auf Facebook aussehen.

 

Chatbots mit mehr Möglichkeiten

Seit der F8 Konferenz im April erhielten die Chatbots Einzug in das Messengersystem. Auch in Deutschland wurde dies bereits getestet von der Bildzeitung. Nun gibt es ein Update zu den künstlichen Intelligenzen, die es sowohl dem Nutzer als auch dem Unternehmen vereinfachen, die Chatbots zu nutzen. Unter anderem können neben Quick Replies auch Menüs eingebunden werden, um den Kunden eine konkrete Antwort vorzugeben. Auch Fotos, Videos und GIFs können seitens des Unternehmens, welches die Chatbots nutzt, verwendet werden.

Chatbots mit neuen Funktionen

Eingebettete Menüfunktion für Chatbots. (Quelle: allfacebook.de)

 

Instant Articles einfacher verbreiten

Instant Articles sind nun auch im Messenger verfügbar. Wird nun in einer Konversation mit Freunden ein Link gesendet, der einen Instant Article enthält, kann dieser wie gewöhnlich ohne Ladezeit aufgerufen werden. Dies motiviert Nutzer mehr Interaktion bei Seiten zu generieren, die Instant Articles nutzen.

 

Mehr Reichweite mit Lookalike Audiences

Strebt ein Unternehmen eine Internationalisierung an, gibt es von Facebook nun ein kleines spannendes Update bezüglich der Zielgruppenorientierung. Die Option „Lookalike Audiences“ ist fortan nämlich länderübergreifend möglich. Lookalikes sind Personen, die erreicht werden, die in Standort, Alter, Geschlecht und Interesse der bisherigen Zielgruppe ähneln. Die internationale Reichweite wird mit der neuen Option erhöht.

Lookalike Audience

Zielgruppen länderübergreifend erreichen ist dank der neuen Option in der Lookalike Audience möglich. (Screenshot Facebook)

Twitter – mehr blaue Haken

Auf Twitter ist es ab sofort für mehr Personen möglich den Twitter Account zu verifizieren. Die Voraussetzungen für den blauen Haken neben dem Profilbild sind jedoch, dass diese Person eine Person des Öffentlichen Lebens ist, wie ein Musiker oder Sportler. Auch Organisationen, die sich mit Musik, TV, Film, Religion, Politik, Mode Journalismus, Sport oder Medien beschäftigt, können die Echtheit ihres Profils bestätigen lassen. Dazu muss lediglich das Profil vollständig ausgefüllt werden und ein Formular an Twitter gesendet werden.

Instagram – „Übersetzung anzeigen“

Facebook entwickelt seit einiger Zeit eine eigene Übersetzungssoftware. Diese kann locker mit Bing und Google mithalten und ist darüber hinaus sogar besser. Bislang ist allerdings noch unklar, ob die Software auch eine Übersetzung vom Deutschen ins Englische unterstützt. Zumindest ist Instagram um eine Funktion reicher, die für Marketer durchaus attraktiv ist.

Snapchat – Automatische Objekterkennung auf Userfotos

Mit Hilfe einer neuen Software will Snapchat die Fotos der User auslesen, um so Werbung besser und passender platzieren zu können. Im Endeffekt ähnlich wie die bekannten Sponsored Lenses, jedoch werden passende (Werbe-)Filter zum jeweiligen Bildinhalt angeboten. Das Patent dafür wurde bereits eingereicht. Neben dem Branding-Effekt ist die dynamische Platzierung von Werbefiltern auch für Sonderangebote lokaler Geschäfte und die Gastronomie interessant.

Über den Autor
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Herbert Buchhorn ist Geschäftsführer von Clicks Online Business, einer Performance Marketing Agentur mit Büros in Berlin, Dresden, München und Köln. Als gefragter Marketingexperte betreut er mit seinem 40 Mann starken Team nationale wie internationale Onlineprojekte von Unternehmen unterschiedlichster Branchen.
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