03.04.2017

SEO: Google Fred Update wurde ausgespielt und Google plant Einführung der mobilen Ladezeit als Ranking-Faktor. SEA: Exakte Keyword-Übereinstimmung wird aufgelockert und der Standardzeitraum für View-through-Conversions ändert sich. Social: Kamera-App „Lens“ ermöglicht Shopping direkt in der Pinterest-App.

SEO Monatsrückblick März 2017

SEO-News im März. Unter anderem: Größeres Google Update mit dem Namen Fred wurde ausgespielt und mobile Ladezeit soll Rankingfaktor werden.

Google Fred Update wurde ausgespielt

Am 08. März 2017 wurde ein größeres Google Update ausgepielt, welches zu starken Rankingänderungen in den Suchergebnissen führte. Durch eine Konversation auf Twitter zwischen Barry Schwartz, einem bekannten SEO aus den USA, und Garry Illyes von Google wurde das Update eher per Zufall auf den Namen Fred getauft. Zu dem Google Update hält sich Google weiterhin bedeckt und bestätigte auch erst Ende März, dass ein gößeres Update ausgepielt wurde.

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Screenshot Twitter: Konversation zwischen Barry Schwartz und Gary Illyes über Namensgebung zum neuen Google Update.

Analysen von Barry Schwartz und Sistrix legen nahe, dass Webseiten mit Thin Content und viel Werbung above the fold (im sichtbaren Bereich) an Rankings verloren haben. Das Update ist demnach ein weiteres Update, das auf die Qualität von Webseiten abzielt.

Mobile Ladezeit soll Rankingfaktor werden

Google plant mit der Einführung des Mobile First Indexes die mobile Ladezeiten als Rankingfaktor mit aufzunehmen. Bisher ist die mobile Ladezeit kein Rankingfaktor. Die Berechnung von Desktop Ladezeiten kann für den mobilen Index nicht übernommen werden, sondern es muss erst eine neue Berechnungsmethode entwickelt werden. Die mobile Ladezeit ist aber jetzt schon sehr wichtig, um für eine zufriedenstellende User-Experience zu sorgen.

Google Webmaster-Hangouts im März 2017

Webseitenbetreiber können in den Google Webmaster Hangouts Fragen einreichen. In diesen Hangouts beantwortet John Müller, Webmaster Trend Analyst bei Google, die eingereichten Fragen. Das Team von Clicks stellt in jedem Monatsrückblick die wichtigsten Aussagen zusammen.

1.) Thin Content bei geringer Qualität, umgeschriebenen oder gescrapten Inhalten

Thin content kann zu einer manuellen Abstrafung führen, die vom Google Webspam-Team verhängt wird. Dabei handelt es sich für gewöhnlich um Content, der es nicht wert ist in den Google Index aufgenommen zu werden. Thin Content bezieht sich auf die gesamte Webseite und kann vorliegen bei:

  • Content mit sehr geringer Qualität
  • Umgeschriebene Inhalte, die keinen Sinn ergeben
  • Zusammengetragene Inhalte von anderen Seiten ohne zusätzlichen eigenen Content. Zum Beispiel: Seiten, die nur vorhandene Videos von anderen Plattformen sammeln (abscrapen) und veröffentlichen. Google hat diese Videos bereits indexiert und es gibt keinen Grund für Google die gleichen Videos nochmals zu indexieren.

Häufig verwenden E-Commerce Seiten den gleichen Content wie andere E-Commerce Seiten, wie zum Beispiel Produkte und Produktbeschreibungen. Hier liegt nach John Müller kein Potenzial für eine manuelle Abstrafung in Form von Thin Content vor, da die gesamte E-Commerce Seite meist über zusätzliche eigene Inhalte und über eine gewisse Einzigartigkeit verfügt.

Von Google verhängte manuelle Abstrafungen sind in der Google Search Console unter dem Menüpunkt „Suchanfragen“ => „Manuelle Maßnahmen“ einsehbar.

2.) Deindexierung von Noindex-Seiten kann sich aus technischen Gründen verzögern

Wird eine indexierte Seite auf Noindex gesetzt, muss diese Seite erst gecrawlt werden, damit Google die Noindex-Anweisung aufnehmen kann. Nachdem die Seite gecrawlt wurde und die Noindex-Anweisung verarbeitet wurde, wird die Seite sofort aus dem Google Index genommen und damit aus den Suchergebnissen entfernt.
Manchmal dauert die Verarbeitung der Noindex-Anweisung nach dem Crawl etwas länger, sodass die Seite nicht sofort aus dem Google Index entfernt wird. Dies hat technische Gründe seitens Google.

Soll die Deindexierung einer Noindex-Seite beschleunigt werden, kann die Seite in der Google Search Console im Bericht „URLs entfernen“ aus den Suchergebnissen innerhalb 1 Tages entfernt werden. Wie URLs in der Google Search Console entfernt werden können, kann im Blog-Beitrag „Google Search Console: Indexierung überwachen und steuern“ im Abschnitt „URLs entfernen“ nachgelesen werden.

3.) Zeitpunkt für die Einführung des Mobile First Index steht noch nicht fest

Wie Google angekündigt hat, soll der Mobile Index der Hauptindex werden. Wann die Umstellung erfolgt, steht noch nicht fest. Google ist noch in der Testphase. Das primäre Ziel ist es, dass sich Seitenbetreiber vom Übergang von Desktop Index zu Mobile Index keine Sorgen über Änderungen machen müssen. Die aktuell ausgeführten Tests geben Aufschluss darüber, welche Auswirkungen und Probleme beim Mobile First Index auftreten.

SEA Monatsrückblick März 2017

Im März war in Google AdWords/Google Ads viel Bewegung: Die exakte Keyword-Übereinstimmung wird aufgelockert, Displayanzeigen können jetzt lokale Informationen enthalten, der Standardzeitraum für View-through-Conversions (VTCs) ändert sich von 30 Tagen auf einen Tag, und Preiserweiterungen, die bislang nur für Mobilgeräte gedacht waren, können nun auf allen Geräten erscheinen. Außerdem kündigt Facebook erweiterte Measurement-Funktionen für mehr Werbetreibende an.

Breitere Suchanfragen-Übereinstimmung für ehemals „genau passenden“ Keywords

Nach dem letzten Update kann der „genau passende“ Keyword-Übereinstimmungstyp in Google AdWords/Google Ads kaum noch als solcher bezeichnet werden. Die Zeiten, in denen man Anzeigen über exakte Keywords auf genau den gewünschten Suchbegriff ausrichten konnte, gehören damit der Vergangenheit an.

Nahe Varianten (z.B. „Pancake Mix“ und „Pancake Mixer“) waren schon längere Zeit problematisch für die Suchanfragenrelevanz, nun geht Google aber noch einen Schritt weiter und tauscht mitunter auch die Reihenfolge der Wörter in exakten Suchanfragen aus. Dieses sehr umstrittene Update sorgt zwar für mehr Kampagnenreichweite, aber auf jeden Fall auch Kontrollverlust für Werbetreibende.

Auch das neue Weglassen von Füllwörtern kann die Anzeigenrelevanz verringern, wenn dadurch die Bedeutung verändert wird – bspw. im Fall von „Bild Rahmen“ vs. „Bild mit Rahmen“. Es bleibt abzuwarten, wie gut das Google System die Relevanz dieser nahen Varianten in der Praxis beurteilen kann.

Automatische Standorterweiterungen für Displayanzeigen

Um noch nützlicher für potenzielle Käufer in der Nähe Ihres Geschäftes zu sein, können Displayanzeigen nun auch Standorterweiterungen enthalten. Anfängliche Tests hierzu haben gezeigt, dass die Mehrheit der Klicks bei den Displayanzeigen auf ebendiese Erweiterungen zurückführen.

Beispielsweise wird für den Besucher eines Koch-Blogs die Anzeige einer nahegelegenen Bäckerei geschaltet. Zusätzlich sieht er nun z. B. auch, wo sich die Bäckerei befindet und wann sie geöffnet hat. Dem Besucher wird es also leichter gemacht, die beworbene Bäckerei in seiner Nähe gleich aufzusuchen.

Die lokalen Informationen werden automatisch in die Displayanzeige eingebunden, sofern entsprechende Standorterweiterungen hinterlegt wurden. Wenn Sie nicht möchten, dass bei Ihren Displayanzeigen lokale Informationen eingebunden werden, können Sie die Standorterweiterungen einfach entfernen.

Standardzeitraum für View-through-Conversions (VTCs) ändert sich

Wenn ein Nutzer im Google Displaynetzwerk Banner sieht, aber nicht auf diese klickt und später von sich aus die Domain eingibt und konvertiert, wird dies als sogenannte View-Through-Conversion erfasst. Der standardmäßige Tracking-Zeitraum für VTCs umfasst nun nicht mehr 30 Tage, sondern einen Tag. Als VTCs werden also nur Conversions erfasst, die innerhalb von einem Tag nach einer Anzeigenimpression stattfinden.

Diese Änderung betrifft neue und bestehende Conversion-Aktionen, für die der standardmäßige Tracking-Zeitraum verwendet wird. Wenn Sie den Tracking-Zeitraum für View-through-Conversions für eine Conversion-Aktion bereits verkürzt haben, ist diese von der Änderung nicht betroffen.

Preiserweiterungen können nun auf allen Geräten erscheinen

Um Nutzern zu helfen, Ihre Produkte und Preise unabhängig von dem verwendeten Gerät zu vergleichen, können Preiserweiterungen nun auf allen Geräten erscheinen.

Bislang waren diese Erweiterungen nur für Mobilgeräte möglich, wobei jeweils eine mobile URL hinterlegt wurde. Beim Hinzufügen von Preiserweiterungen besteht jetzt die Möglichkeit, zwei verschiedene URLs anzugeben: Eine finale und eine mobile finale URL.

Facebook kündigt erweiterte Measurement-Funktionen für mehr Werbetreibende an

Im Laufe dieses Jahres möchte Facebook einem größeren Spektrum an Werbetreibenden erweiterten Measurement-Funktionen zur Verfügung stellen. Damit soll es Unternehmen aller Größenordnungen möglich sein, den Erfolg ihrer Marketingbemühungen genauer zu messen.

Unter anderem geht es darum:

  • Genauere Einblicke zur Anzahl der erreichten Personen zu ermöglichen.
  • Aufzuzeigen, welche der Publisher, mit denen sie zusammenarbeiten für einen Kampagnenerfolg verantwortlich sind.

Social Media Monatsrückblick März 2017

Wie jeden Monat hält Facebook genug Neuerungen für Nutzer und Unternehmen bereit. Nicht neu ist, dass der Algorithmus erneut angepasst wurde und so dem Nutzerverhalten wieder besser entspricht. Instagram hat im März besonders an Unternehmen gedacht und YouTube und Pinterest sorgen für mehr Unterhaltung und ein tolles Nutzererlebnis.

Facebook – Reactions erreichen höhere Reichweite und Chatbots mehr Antworten

Sowohl die Chatbots als auch die Reactions wurden letztes Jahr auf Facebook eingeführt. Während die Reactions bereits wunderbar Anklang gefunden haben, lassen die Chatbots noch auf sich warten. Der Grund ist, dass diese immer noch nicht so anwendungsbereit sind, dass Facebooknutzer diese gern benutzen möchten. Facebook gibt nun Vollgas dies zu ändern.

Mehr Reactions für den neuen Facebook Algorithmus

Facebook ändert bald wieder einmal seinen Algorithmus und bezieht sich erneut auf die Reactions. Nach einem Jahr Testlauf wurden die Reactions ausgewertet und eine Statistik erstellt, welche Reactions die besten Reichweiten erzielen. Es handelt sich dabei ganz deutlich um „Haha“ und „Wow“. Nichtsdestotrotz wird der Algorithmus dahingehend angepasst, dass Posts, welche eine Reaction statt nur ein Like bekommen, eine bessere Reichweite erringen werden.

Updates für die Chatbots

Bisher werden die Chatbots noch nicht genug von Unternehmen genutzt. Möglicherweise ist die Hemmschwelle noch etwas groß. Facebook ist jedoch bemüht, eine gute Nutzererfahrung aus den Chatbots herauszuholen und gibt aus diesem Grund Unternehmen nun noch mehr Möglichkeiten, die Chatbots zu gestalten. Änderungen seit März sind:

  • Bis zu 11 verschiedene Quick Replies können implementiert werden
  • Drei Untermenüstufen können definiert und mehr Antwortmöglichkeiten vorgeben werden
  • Dateien wie Bilder, GIFs und Videos können einmalig für Versand im Bot hochgeladen werden und sind so für den Versand an Nutzer vorbereitet
  • Neues Template für Bot-Antworten mit optisch ansprechenden Listen von Objekten wie Produktlistings mit Bildern

Instagram – mehr Anzeigenformate und In-App-Käufe

Nicht nur andere Plattformen wie Pinterest bieten In-App-Käufe an, auch Instagram zieht nun bald hinterher und will die Nutzer auf ihrer Plattform shoppen lassen. Bequem für die Nutzer. Weniger bequem für Nutzer ist allerdings, dass zwischen den Storys ab sofort Anzeigen geschalten werden können.

In-App-Käufe ab sofort möglich

In den USA werden bereits die Shoppable Organic Posts getestet, welche die Lücke zwischen Sehen und Kaufen schließen will. So muss der Nutzer nicht mehr außerhalb der App in einem Store das gesehene Produkt suchen und kaufen, sondern kann einen In-App-Kauf abschließen. Die Produkte können dann künftig auf den Posts markiert werden. Dank des Facebook Business Managers sind die Produkte ohnehin auf dem Netzwerk vorhanden, was das Markieren ermöglicht.

Story-Anzeigen buchbar

Wie bereits in einem Testlauf angekündigt, können nun Anzeigen auch in den Stories gebucht werden. Verwendung finden dafür Videos oder Fotos, welche dem Nutzer 15 Sekunden lang angezeigt werden. Diese erscheinen dann zwischen den Stories verschiedener Nutzer. Für die Anzeigen können kurze klickbare Links verbaut und das übliche Targeting genutzt werden. Bislang können die Anzeigen vom Nutzer auch geskipped werden. Reichweite, Impressionen, Antworten und Abbrüche können dann wie gewohnt in den Statistiken eingesehen werden.

Pinterest – entdecken und erkunden im Real Life und im Web

Die Pinterest Lens beta sind nun veröffentlicht worden. Mit Hilfe des Tools ist es möglich, reale Objekte per Kamera zu erkennen und passende Bilder über Pinterest auszugeben. Unternehmen können somit auch Produkte auf Bildern erkennen lassen. Gerade auch in der Modeszene ist dies extrem hilfreich für Nutzer und Händler. Ebenfalls interessant ist, dass dies auch im Browser funktioniert mit einem installierten Pinterest Button, der Bilder scannen kann und ähnliche Objekte liefert.

YouTube – besseres VR-Erlebnis verfügbar

VR-Videos haben seit deren Einführung in YouTube große Datenmengen in Anspruch genommen, weshalb die Bildqualität auch darunter litt. Bisher wurde eine Equirectangular Projection genutzt, welche das Bild relativ pixlig erschienen ließ. Mit einer neuen Projektionsart, der EAC (Equi-Angular Cupemaps) sollen die Bilder klarer erscheinen und zudem weniger Datenmengen in Anspruch nehmen.

 

Über den Autor
Profilbild des Autors
Herbert Buchhorn ist Geschäftsführer von Clicks Online Business, einer Performance Marketing Agentur mit Büros in Berlin, Dresden, München und Köln. Als gefragter Marketingexperte betreut er mit seinem 40 Mann starken Team nationale wie internationale Onlineprojekte von Unternehmen unterschiedlichster Branchen.
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