29.09.2015

Der Online Marketing Rückblick für den September 2015 aus den Bereichen Suchmaschinenoptimierung (SEO), Suchmaschinenwerbung (SEA) und Social Media Marketing.

SEO Rückblick

Strukturierte Daten können zukünftig Rankings beeinflussen

Laut John Mueller von Google werden zukünftig strukturierte Daten in den Rankingfaktoren stärker berücksichtigt. Strukturierte Daten sind speziell markierte Daten im HTML Code, mit denen weitere Informationen oder Auszüge aus Internetseiten, sogenannte Snippets (zu Deutsch Schnipsel) in den Suchergebnissen angezeigt werden können. Für die Markierung muss das Befehlsrepertoire von HTML durch das Einbinden zusätzlicher Ressourcen in den Quellcode, z.B. über Schema.org, erweitert werden. Neben den Grundelementen – Title, Description und URL – können auch Sterne, Links, Bilder, Videos oder Preise angezeigt werden.

(Screenshot Google)

(Screenshot Google)

Die Aussage kommt überraschend, da der Schwerpunkt von Google auf der semantischen Erkennung von Inhalten, deren Auswertung und generell intelligentes Lernen vermutet wurde. Dies wird tatsächlich auch stark ausgebaut. Daher ist zu vermuten, dass die strukturierten Daten als Kontrolle für den Ausbau des intelligenten Lernens der Suchmaschine fungieren soll. Außerdem werden so Rechnerkapazitäten eingespart.

Google bindet externe Inhalte in organische Suche ein

Das Einbinden von Tweets in die organische Suche bei Google soll nach Unternehmensangaben weiter vorangetrieben werden. Dadurch können aktuelle Twitter Meldungen zu einem Thema auf den oberen Positionen bei den Suchergebnissen erscheinen, allerdings vor allem bei Markennamen und verifizierten berühmten Persönlichkeiten. Seit mehreren Monaten halten sich Gerüchte, wonach Google den Kurznachrichtendienst kaufen will. Durch das Einbinden von Nachrichten werden andere Ergebnisse weiter nach unten verschoben und nur nach längerem Scrollen sichtbar. Auch Wetteranfragen und Wortdefinitionen sollen zukünftig direkt an erster Stelle von Google selbst beantwortet werden.

Balck Hat

© black hat (Richard Masoner / Cyclelicious / Flickr , CC BY 2.0)

Negatives SEO soll schwieriger werden

Google geht weiter gegen Negativ-SEO vor. Negative SEO Maßnahmen sind Maßnahmen, die vorgenommen werden, um einen Konkurrenten zu schwächen. Meistens geschieht das über die Manipulation des Linkbildes, also einer vorsätzlich herbeigeführten Veränderung der ausgehenden und eingehenden Links einer Webseite. Google gab nun bekannt, dass plötzlich auftauchende, massenhafte Links minderer Qualität sich nicht negativ auf das Ranking der jeweiligen Seite auswirken. Google reagiert damit auf Fälle, bei denen minderwertige, sogenannte „giftige“ Links aufgebaut werden, um der Konkurrenzseite zu schaden.

Apps verdrängen Browser in mobiler Suche

Yahoo gab auf seiner Mobile Developer Conference in New York bekannt, dass die Browsernutzung beim mobilen Surfen in den letzten Jahren, um fast 50% zurückgegangen ist. Grund hierfür ist die vermehrte App-Nutzung. Yahoo sieht hierbei die Geschäfte von Suchmaschinen bedroht. Vergessen scheint dabei, dass der absolute Zuwachs der gesurften Zeit der letzten beiden Jahre den Sozialen Medien geschuldet ist. Ein solches Surfverhalten ist im Prinzip aber keine Konkurrenz für Suchanfragen im Allgemeinen.

Google Indien

(Screenshot Google Doodle)

Google gerät in Indien und Russland unter Druck

Der Marktführer unter den Suchmaschinen bekommt diesen Monat gleich an zwei Fronten Druck. Zum einen haben Behörden im größten Wachstumsmarkt Indien ein Verfahren eingeleitet, in dem Google Korruption und Manipulation von 85% der Suchergebnisse zugunsten von Werbekunden und eigenen Produkten vorgeworfen wird. Google spricht von Einzelfällen. Zum anderen hat sich weiter nördlich der russische Suchmaschinenbetreiber Yandex erfolgreich beschwert. Google nutze seine Marktposition aus, wenn es seine Produkte auf Android Handys bevorzuge. Konsequenzen und Strafmaß stehen in beiden Fällen noch nicht fest.

SEA Rückblick

Google ermöglicht TrueView-Verwaltung in AdWords

Seit September ist neben Such-, Display- und Shopping-Kampagnen auch die Erstellung von YouTube TrueView-Kampagnen im normalen Google AdWords/Google Ads Interface möglich. Videokampagnen gleichen sich endlich der Struktur der anderen Kampagnentypen an und werden in Anzeigengruppen untergliedert. Bis ca. Mitte Oktober haben Werbetreibende Zeit, die bisherigen Videokampagnen umzustellen, danach erfolgt eine automatische Umstellung. Vorhandene Statistiken und Targeting-Einstellungen werden laut Google automatisch übernommen.

Gmail Ads sind nun in AdWords verfügbar

Gmail Ads können ab sofort direkt in AdWords in einer Displaykampagne erstellt und verwaltet werden. Die entsprechenden Anzeigen können in der AdWords Anzeigengalerie kreiert werden.

Google Shopping wird noch spezifischer

Im Bereich Google Shopping wurden die Produktkategorien, Taxonomien und Richtlinien teilweise stark bearbeitet. Google empfiehlt Webshops aufgrund dieser wichtigen Anpassungen, die eigenen Produktkategorien zu prüfen. Zudem sind seit dem 15. September 2015 GTINs für ausgewählte Marken obligatorisch.

Dynamische Callouts für AdWords-Textanzeigen

Callouts sollten mittlerweile bekannt sein. Im September begann das Rollout von dynamischen Callouts, welche sich ihre Informationen automatisch von der Website ziehen. Vorerst sind sie aber nur in Englisch verfügbar.

Google Hotel Ads werden erweitert

Bereits vor Monaten kündigte Google den Ausbau von Hotel Ads an. Diese sehr gute Werbemöglichkeit war bisher für nur wenige Hotels verfügbar, wird aber ab sofort weiter ausgerollt.

Universelle App-Kampagnen in AdWords

adwords-app-kampagnen

Im AdWords Interface ist ein neuer Kampagnentyp verfügbar: Universelle App-Kampagnen, mit welchen man im Such- und Displaynetzwerk sowie auf YouTube für die eigene App werben kann.

Customer Match um zur richtigen Zeit den richtigen Nutzer zu erreichen

Über das neue Targeting-Feature Customer Match können Bestandskunden  gezielt angesprochen werden, sofern sie bei Google eingeloggt sind. Dazu lädt man eine Liste entsprechender Email-Adressen hoch und kann diesen individuelle Kampagnen und Anzeigen zuordnen.

Neue Möglichkeiten bei Facebook Ads

100%-In-View-Impressionen“ nennt sich die neue Facebook  Werbeform, bei der nur Kosten anfallen, wenn ein Nutzer die Werbeanzeige vollständig gesehen hat. Nach der Umstellung der CPC-Abrechnung ist dieses Update ein weiterer Schritt in Richtung fairer Abrechnungsmodelle.

Social Media Rückblick

Pinterest verrät offizielle Nutzerzahlen

Pinterest für Unternehmen

Pinterest für Unternehmen

Überraschend war die Transparenz von Pinterest, das endlich offizielle Zahlen bekannt gab.  Monatlich loggen sich 100 Millionen Nutzer in Pinterest ein und die Reichweite hat sich in den letzten 18 Monaten verdoppelt. Die Visual Bookmarking-Plattform Pinterest liegt damit weit über den Schätzungen von ComCore (75,8 Mill.) und eMarketer (47,1 Mill.). Das immer noch als Social Media-Startup bezeichnete Unternehmen verdient sein Geld nicht mit monetarisierten Reichweiten (wie Facebook) sondern mit Werbeanzeigen, die gut von den Nutzen angenommen werden. Pinterest besitzt kauffreudige Pinner, die beim Online-Shopping mehr Geld ausgeben als Facebook und Twitter User. Die Funktionalität der Werbeanzeigen ist in Deutschland immer noch nicht nutzbar, was aber wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit ist. www.pinterest.com

Der „Dislike“-Button auf Facebook

Abenteuerliche Diskussion ob es einen „Dislike“-Button auf Facebook geben wird oder nicht, gibt es schon einige Jahre. Aber selbst die harten Kritiker zum „Dislike“ Button geben zu, dass es Situationen gibt wo es nicht angemessen erscheint den „Like“ Button zu drücken. Wenn ein Unglück passiert ist und der User sich nicht direkt mit einem Kommentar einbringen möchte, hat er nur 2 Möglichkeiten, den „Like“ Button zu drücken oder gar nichts zu tun. Ein „Like“ bei einem Unglück abzugeben, erscheint teilweise sehr makaber. Deshalb ist die Diskussion über eine Alternative zum „Like“ Button schon berechtigt.


Mark Zuckerberg hatte in einer öffentlichen Veranstaltung dazu Stellung genommen. Am Ende der Runde konnte die Frage aber immer noch nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. Viele, die das Video gesehen haben, legten die Antworten so aus, als würde es diesen „Dislike“ Button bald geben. Wer jedoch genau hingehört hat, erkennt vielleicht, dass Zuckerberg mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas anderes gemeint hat.

Blogbeiträge bei Facebook

Facebook

Facebook Logo Quelle: Thomas Hutter

Facebook Notes gibt es als Facebook-Funktion schon eine ganze Weile. Bisher wurde diese Funktion wenig genutzt, da diese von der Gestaltung sehr eingeschränkt war. Diese Funktion wurde jetzt von Facebook komplett überarbeitet und das Rollout hat begonnen. Vermutet wird, dass Facebook die zahlreichen Blogger jetzt auch für sich gewinnen will oder eine weitere Möglichkeit sucht Werbung zu integrieren.  Ein eigenes Blognetzwerk in Facebook könnte einiges verändern. Diese Funktion ist derzeit nicht für Facebook-Seiten möglich. Wann und ob überhaupt, diese Notes für Seiten freigegeben wird, ist im Moment nicht bekannt. Hier ein Beispiel einer Facebook-Note-Seite.

Pay-Button jetzt auch bei Twitter

Die Pay-Buttons sind im Vormarsch. Nachdem Pinterest schon so erfolgreich mit den Buttons ist, will Twitter jetzt nachziehen. In Zusammenarbeit mit dem Payment-Partner Stripe und der Digitalagentur Gumroad, testet Twitter derzeit diese Funktion mit ausgewählten Partnern in den USA., Darunter finden sich zum Beispiel der prominente Musiker Eminem und viele andere. Zunächst steht die mobile Funktionalität im Fokus, später folgt dann die Desktop-Variante. Ob und wann genau dieser Kaufbutton auch in Deutschland nutzbar ist, gibt es im Moment nur Spekulationen.

 

 

Beitragsvorschaubild: Phone vector designed by Freepik

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