23.03.2017

Produktbeschreibungen, Kategorietexte oder Blogbeiträge – jeder Text auf Ihrer Webseite beeinflusst Ihr Suchmaschinenranking. Sowohl positiv als auch negativ! Schlechte Inhalte haben Rankingnachteile und erzeugen unzufriedene Nutzer, während gute Inhalte eine hohe Sichtbarkeit erreichen können. Ziel eines jeden Seitenbetreibers sollte es daher sein, stets hochwertigen Onpage-Content für seinen Webauftritt zu erstellen. Wir verraten Ihnen, worauf es bei der Content-Erstellung ankommt.

1. Keywords richtig verwenden

Das wesentliche Merkmal von suchmaschinenoptimierten Inhalten besteht in der bewussten Verwendung und Platzierung von Keywords im Text. Keywords – darunter versteht man in der Regel Begriffe oder Wortkombinationen, über die der Nutzer Ihre Seite findet oder künftig finden soll. Dabei wählen entweder Sie oder Ihre SEO-Agentur für jede Seite ein Hauptkeyword, auf das der jeweilige Text hin optimiert werden soll.

Optimierung bedeutet in diesem Fall jedoch nicht, dass Sie Keywords so oft wie möglich im Text verwenden müssen, um eine bestimmte Keyword-Dichte zu erreichen. Im Gegenteil! Sollten die gesuchten Begriffe zu oft vorkommen, sind Sie schnell beim sogenannten „Keyword-Stuffing“ und verstoßen damit gegen die Webmaster-Richtlinien von Google. Das kann im schlimmsten Fall sogar zu einer Abstrafung führen.

Bereits 2011 (!!!) empfahl Matt Cutts, Ex-Chef des Web Spam-Teams bei Google, der sogenannten Keyworddichte keine Beachtung zu schenken und sich darauf zu konzentrieren einen für den Nutzer relevanten und Mehrwert bietenden Text zu schreiben.

Viel wichtiger als seinen Text mit Keywords „vollzustopfen“ ist es, einen informativen und zur Suchphrase relevanten Beitrag zu schreiben. Dieser sollte die Nutzerfrage schlüssig beantworten, sprich der Inhalt muss die Suchabsicht des Nutzers erfüllen. Der oft beschworene „Mehrwert“ kann bedeuten, dass Sie nicht die konkrete Lösung des Nutzerproblems liefern, sondern die richtigen Schritte aufzeigen, wie der Nutzer zu einer Lösung seines Problems gelangen kann. Sie werden merken, dass bei einem solchen Text die relevanten Begriffe ganz automatisch vorkommen.

Am Anfang steht eine umfassende Keywordanalyse!
Ohne eine gründliche und umfassende Keywordrecherche für die komplette Domain entsteht kein guter Onpage Content. Denn ohne Strategie laufen Sie Gefahr, dass Sie transaktionale Keywords mit anderen Nutzerintentionen vermischen, dass doppelte Inhalte („duplicate content“) entstehen oder dass einzelne Seiten für mehrere Keywords ranken. Dadurch verwirren Sie nicht nur den Nutzer, sondern erschweren Suchmaschinen Ihre Seitenstruktur zu erkennen und richtig zuzuordnen.

2. W-Fragen recherchieren und nutzen

Ihr Keyword-Set steht. Doch wissen Sie wirklich, was Ihre Besucher von Ihrem Onpage-Content erwarten? Erwartet er eine Produktvorstellung? Oder eher eine Produktberatung? Einen Produktvergleich? Möchte er lieber weniger lesen und sich mehr durch Galerien klicken? Eine hervorragende Hilfe um die Nutzerintention, die hinter den einzelnen Keywords steckt, zu verstehen, ist die gezielte Suche nach im Netz gestellten W-Fragen zum Thema.

Dabei helfen Ihnen beispielsweise die folgenden, kostenlosen Tools:

Ein weiteres Plus: Im Zuge der zunehmenden Verbreitung der Sprachsuche auf den verschiedenen mobilen Endgeräten nehmen Keywords immer mehr die Form einer ausformulierten Frage an, Stichwort:long tail keywords. Das bedeutet, wenn Sie W-Fragen gezielt in Ihren Text mit aufnehmen, dann optimieren Sie ihn automatisch für die mobile Suche.

W-Fragen bereichern Ihren Onpage-Content.

Mithilfe von Tools wie answerthepublic.com können Sie schnell die wichtigsten Fragen ermitteln, die die Nutzer Ihrer Seite zu Ihren Produkten haben können.

3. Überschriften strukturieren den Text

Überschriften und Zwischenüberschriften strukturieren einen Text sowohl inhaltlich als auch optisch. Für das menschliche Auge sind sie Ankerpunkte, an denen es schon beim ersten Überfliegen den groben Textinhalt ausmachen kann. Daher ist eine klare Überschriftenstruktur nicht nur für die Suchmaschinenoptimierung sondern auch für den Nutzer von Vorteil. Doch wie sieht eine solche Struktur aus?

<h1>Katzenfutter: Für jede Katze das richtige Futter</h1>

<h2>Trockenfutter vs. Nassfutter: Das perfekte Katzenfutter finden</h2>

<h2>So füttern Sie Ihre Katze richtig</h2>

<h3>Worauf sollten Sie beim Kauf von Katzenfutter achten?</h3>
<h3>Wie viel darf eine Katze am Tag fressen?</h3>
<h3>Wie lange können Sie das Katzenfutter im Napf lassen?</h3>

Im HTML werden Überschriften mithilfe von H1 bis H6-Tags ausgezeichnet, wobei die Zahlen die Wichtigkeit der Überschrift angeben. Dabei gilt die H1 als wichtigste, sprich als Hauptüberschrift, und sollte daher unbedingt das wichtigste Keyword enthalten. Denn auch Suchmaschinen achten vor allem auf die H1- und H2-Überschriften, um das globale Thema auszumachen und die Relevanz zu bestimmten Suchanfragen auszumachen.

Die Anzahl der Zwischenüberschriften (H2, H3, H4 usw.) ist frei wählbar. Sie sollten sich jedoch sinnvoll in die Textstruktur einfügen und durchaus das Hauptkeyword bzw. Varianten des Keywords enthalten.

4. Die perfekte Wortanzahl gibt es nicht!

Sobald das Thema, die Keywords und die grobe Gliederung feststehen, geht es nun an die eigentliche Schreibarbeit. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wie lang der Text ausfallen sollte. Im Internet werden Sie die verschiedensten Aussagen zur idealen Wortanzahl von SEO-Texten finden. Die Zahlen schwanken zwischen 300 bis 2000 und mehr Wörtern.

Die Wortanzahl von Onpage-Inhalten nimmt seit Jahren zu.

Die Searchmetrics Ranking-Faktoren-Studie 2016 zeigt auf, dass zwar die Wortanzahl von Onpage-Inhalten seit Jahren stetig zunimmt. Jedoch sind die genauen Werte stark von der Branche, dem Wettbewerb und dem Themengebiet abhängig. (Quelle: searchmetrics)

Aus der Praxis heraus wissen wir, dass es bei der Wortanzahl kein Pauschalrezept gibt. Zwar nimmt die Wortanzahl der Seiten in den Top-Rankings seit Jahren zu, wie die Ranking-Faktoren-Studie 2016 von searchmetrics belegt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie auf jeder Seite einen ellenlangen Scrollbeitrag von mehreren tausend Wörtern verfassen müssen.

Insbesondere dann nicht, wenn sie die Mühe kaum lohnt, da beispielsweise das Suchvolumen zu gering ausfällt oder das Thema nicht genügend Material bietet, um viel darüber zu schreiben. Denn sobald Sie anfangen „herumzuschwafeln“, um eine bestimmte Wortanzahl zu erreichen, kreieren Sie sogenannten „thin content“. Dieser bietet dem Nutzer keinen oder nur wenig Mehrwert und stellt daher für Google im Extremfall sogar einen abstrafungswürdigen Verstoß gegen die Webmaster Guidelines dar.

Beim Onpage-Content gilt: Je mehr relevanten Inhalt Sie schaffen, umso besser!

Pro-Tipp: Egal wie lang Ihr Text ausfällt, achten Sie auch auf die Absatzlänge. In der Praxis hat sich ein Richtwert von maximal 60 Wörtern pro Absatz bewährt. So bleibt er selbst in der mobilen Ansicht gut zu lesen. Listen, Tabellen und andere Gestaltungsmitteln lockern den Text zusätzlich auf.

5. Interne Verlinkung setzen

Für die weitere Onpage-Optimierung Ihrer Seiten ist es bei der Texterstellung besonders wichtig auf die interne Verlinkung zu achten. Interne Links sind Verlinkungen innerhalb Ihrer Website, an denen sich Ihre Besucher und Suchmaschinen orientieren können und auf die verschiedenen Unterseiten weitergeleitet werden.

Interne Verlinkung sollte direkt bei der Content-Erstellung Beachtung finden.

Führen Sie den Nutzer und die Suchmaschinen über die interne Verlinkung auch auf die Unterseiten. Dazu verlinken Sie am besten von oben nach unten über thematisch relevante Seitencluster, auch Silos genannt.

Vereinfachtes Beispiel: Wenn Sie beispielsweise den Text für Ihre Kategorieseite zum Oberthema „Katzenfutter“ erstellen, ist es sinnvoll die Linkkraft an die direkten Unterseiten wie „Trockenfutter“, „Nassfutter“, „Katzensnacks“ oder „Frostfutter“ weiterzugeben. Auch eine themenrelevante Verlinkung zu Markenseiten wie „Whiskas Katzenfutter“ oder „Katzenfutter von Felix“ ist denkbar. Sie sollten jedoch NICHT in die Produktbreite gehen und Keywords anderer Kategorien (z.B. „Hundefutter“) einbringen.

6. Go The Extra Mile – Gehen Sie einen Schritt weiter!

Stellen Sie sich vor: Sie haben einen ausführlichen Ratgeber rund um das Thema „Katzenfutter“ geschrieben. Sie antworten in über 1000 Worten auf die wichtigsten Fragen potenzieller Kunden. Der Text ist durch sinnvolle Überschriften und kurze Absätze gut strukturiert. Hervorragend. Damit sind Sie vielen Konkurrenten sicherlich einen Schritt voraus.

Doch sollten Sie an dieser Stelle nicht stehen bleiben. Wenn Sie jetzt die Extrameile gehen, rückt die Top-Platzierung bei Google und Co. immer näher. Doch was können Sie jetzt noch tun?

Lockern Sie die Textwüste auf!

Verwenden Sie Bilder! Binden Sie Videos ein! Lassen Sie vom Nutzer generierte Inhalte für sich arbeiten. Greifen Sie beispielsweise (positive) Nutzermeinungen oder Kundenkommentare direkt auf und veröffentlichen Sie diese auf der entsprechenden Produktseite (z.B. „Das sagen unsere Kunden…“, „Die Lieblingsprodukte unserer Kunden…“).

Fazit: Eine nachhaltige Basis bilden!

Egal ob Blogpost oder Kategorietext: Investieren Sie Zeit und Geld in Ihren Onpage-Content, um eine solide und nachhaltige Grundlage für Ihren Webauftritt zu bilden. Denn in einem Punkt können Sie sich sicher sein: Selbst wenn in Zukunft ein weiteres Google-Update an der Rankingschraube dreht: Seiten und Inhalte, die die Suchabsicht der Nutzer bestmöglich bedienen bzw. beantworten, werden auch künftig mit einer hohen Sichtbarkeit belohnt.

Unsere Checkliste zum Erstellen von hochwertigem Onpage-Content:

  • Eine umfassende Keywordanalyse für die gesamte Domain stellt Ihre Grundlage dar.
  • Platzieren Sie die wichtigsten Keywords gezielt in den Überschriften und im Text.
  • Vermeiden Sie jedoch Keyword-Stuffing!
  • Recherchieren Sie W-Fragen, um die Nutzerintention zu erkennen.
  • Gestalten und formatieren Sie Überschriften so, dass Sie den Text strukturieren.
  • Schaffen Sie so viel relevanten Inhalt wie möglich.
  • Vermeiden Sie zu lange Absätze.
  • Lockern Sie Ihren Text mit Gestaltungsmitteln wie Listen und Tabellen auf.
  • Denken Sie an die interne Verlinkung.
  • Nutzen Sie Bilder, Videos oder Nutzerkommentare als zusätzliche Auflockerung.
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