26.08.2014

Im vierten Teil unserer OnPage-SEO-Reihe beschäftigen wir uns mit den Grundprinzipien bei der internen Verlinkung. Sie spielt eine große Rolle bei der Suchmaschinenoptimierung, der Strukturierung und der Navigation der Seite, wird aber oftmals vernachlässigt.

 

Wie schon im Beitrag Onpage SEO Teil 3: Interne Verlinkung – Probleme durch Mehrfach-Verlinkung beschrieben, wird mit Hilfe der internen Verlinkung die Power der linkgebenden Seite verteilt. Je mehr themenrelevante interne Links auf eine Seite verweisen, desto mehr Relevanz hat diese Seite in den „Augen“ der Suchmaschine. Interne Linkpower kann über verschiedene Verlinkungsarten weitergegeben werden: Durch die Seiten-Navigations-Links, Content-Links und Footer-Links.

Standard: Interne Verlinkung mittels Seiten-Navigation

Die Navigation gibt die Struktur der Domain vor und bildet damit die Grundlage der internen Verlinkung. Die ideale Seitenhierarchie hat die Form einer Pyramide, interne Linkpower fließt von oben nach unten, wobei die Linkpower von Ebene zu Ebene abnimmt:

Angewendet auf einen durchschnittlichen Online Shop entspricht Ebene 1 der Startseite, Ebene 2 den Kategorie-Seiten und Ebene 3 den jeweiligen Produktseiten. Man sollte bei der Konzeption einer Website immer darauf achten, dass die Struktur der Seite möglichst flach angelegt ist.

Dies bringt einige Vorteile mit sich: So ist die Seite bspw. nutzerfreundlich, da nur wenige Klicks erforderlich sind, um zum Ziel zu gelangen. Für eine gute Crawlability ist eine flache Website-Struktur ebenfalls Voraussetzung, da Suchmaschinen-Bots Struktur und Inhalte der Website schnell erfassen können. Außerdem wird keine Linkpower vergeudet durch überflüssige Zwischenebenen – man nutzt folglich die zur Verfügung stehende Power bestmöglich aus.

Breadcrumbs

Mit Breadcrumbs, zu Deutsch Brotkrümeln, kann die interne Verlinkung weiter optimiert werden. Breadcrumbs bilden die Seitenstruktur – beginnend mit der Startseite – ab. Die Breadcrumbs für diesen Blog-Beitrag auf der clicks.de-Seite sehen beispielsweise folgendermaßen aus:

Klickt man in den Breadcrumbs auf „Home“, gelangt man zur Startseite von Clicks. Von „Home“ aus gesehen liegt eine Seitenhierarchieebene tiefer der „Blog“. Auch dieser ist intern verlinkt. Schließlich wird mit „OnPage SEO Teil 4: Grundprinzipien bei interner Verlinkung“ die Seite angezeigt, auf der sich der Besucher gerade befindet. Die Breadcrumbs bilden zum einen also den Klickpfad von der Startseite zur jeweils aktuell aufgerufenen Seite ab und erleichtern dem User so die Orientierung, und zum anderen werden die entsprechenden Seiten intern verlinkt.

Die interne Verlinkung aus dem Navigationsbereich heraus ist relativ unflexibel, da Seitenstruktur und Usability hier enge Grenzen setzen. Eine überfrachtete Navigation hilft weder dem User, noch ist sie aus SEO-Sicht sinnvoll. Wichtige Unterseiten auf tieferen Hierarchieebenen – wie z.B. einzelne Produkte – bekommen deshalb über Navigationslinks von den übergeordneten Seiten relativ wenig bis gar keine Linkpower ab. Um relevante Unterseiten gezielt mit Power zu versorgen, bieten sich deshalb interne Links aus dem Content heraus an.

Interne Verlinkung aus dem Content

Auf vielen Seiten werden in der Regel Inhalte in Textform zur Verfügung gestellt, die für den Aufbau der internen Verlinkung genutzt werden können. Entscheidend bei der Verlinkung aus dem Content ist dabei immer die Themenrelevanz: Konzeptlose Verlinkungen schaden den verlinkten Seiten und im schlechtesten Fall der ganzen Domain mehr als sie nutzen. Deshalb gilt, dass zwischen verschiedenen Themengebieten nicht verlinkt werden sollte (natürlich gibt es auch bei dieser Regel Ausnahmen, diese sollten aber so selten wie möglich vorkommen). Diese Vorgehensweise wird als Siloing bezeichnet und soll anhand eines fiktiven Beispiels erklärt werden:

Von Silo I auf Silo II oder Silo III zu verlinken ist nicht empfehlenswert, da die Seiten unterschiedliche thematische Schwerpunkte haben. Eine Verlinkung von der Seite „Rote Wanderschuhe“ auf „Rote Sportschuhe“ ist natürlich denkbar, sollte aber vermieden werden. Entscheidend ist hier nicht die Farbe, die beide Seiten gemeinsam haben, sondern der Schuhtyp, um den es jeweils geht – und hierin besteht der Unterschied, weshalb diese Seiten nicht miteinander verlinkt werden sollten.

Man muss sich lediglich in den Kunden hineinversetzen, um das Siloing-Prinzip zu verstehen: Der Kunde möchte Wanderschuhe kaufen und hat deshalb die Seite „Rote Wanderschuhe“ aufgerufen. Ein Verweis (Verlinkung) auf die Seite „Rote Sportschuhe“ hilft ihm nicht weiter, er interessiert sich schließlich für Wanderschuhe und nicht für Sportschuhe. Eine Verlinkung auf „Weiße Wanderschuhe“ hingegen ist durchaus sinnvoll, denn eventuell interessiert sich der Kunde ja auch für andere Farben von Wanderschuhen.

Google und anderen Suchmaschinen geht es ganz ähnlich wie dem Kunden: Um die Struktur einer Seite verstehen, thematisch die richtigen Zuordnungen vornehmen sowie die Relevanz der Einzelseiten für ein Thema bestimmen zu können, sollte die thematische Eingrenzung auch strukturell eindeutig wiedergegeben werden. Deshalb sollten nur thematisch zueinander passende Seiten untereinander verlinkt werden.

Hinzu kommen noch die Linktexte und Linktitle. Liest man etwas zum Thema Verlinkung, findet sich häufig die Aussage „Nicht hart verlinken!“ Damit ist gemeint, dass man nicht mit den Keywords, mit denen man gute Rankings erzielen möchte, auf die dafür vorgesehene Webseite verlinken sollte. Das bezieht sich aber nicht auf die interne Verlinkung.

Im Gegenteil: Intern darf man nicht nur, man sollte sogar so hart wie möglich verlinken. Die Seite „Weiße Wanderschuhe“ sollte dementsprechend auch mit dem Linktext „Weiße Wanderschuhe“ (und Variationen des Keywords) verlinkt werden. Denn schließlich geht es bei der internen Verlinkung mitunter darum, Usern und Suchmaschinen möglichst eindeutig und unmissverständlich mitzuteilen, welche Seite zu welchem Thema verlinkt wird. Entsprechendes gilt für den Linktitle, mit dessen Hilfe man den Suchmaschinen zusätzliche Informationen zur verlinkten Seite mitteilen kann, um so die Relevanz für das jeweilige Keyword zu verbessern. Im konkreten Fall könnte der Linktitle „Weiße Wanderschuhe bei Schuhshop XYZ“ lauten.

Footerverlinkungen

Zu Verlinkungen aus dem Footer heraus gibt es nicht mehr allzu viel zu sagen. Ihre Gewichtung durch die Suchmaschinen hat in den letzten Jahren sehr stark abgenommen, was generell für seitenweite Verlinkungen (Stichwort: Sidebar) gilt. Im Footer sollten sich dementsprechend nur allgemeine Seiten wie Impressum, AGB und Ähnliche befinden.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Aus dem Footer der Startseite kann man durchaus spezielle Landingpages verlinken, damit diese ein klein wenig von der Power der Startseite abbekommen. Allerdings sollten diese Landingpage-Verlinkungen nicht seitenweit eingebunden werden, sondern sich wirklich nur auf den Startseiten-Footer beschränken!

Fazit

Interne Verlinkungen haben enormes Potenzial dafür relevante Seiten zu stärken. Besonders die Themenrelevanz spielt eine entscheidende Rolle und sollte unbedingt beachtet werden. Mit internen Links aus dem Content heraus können relevante Seiten, die in der Navigation eher vernachlässigt werden, mit interner Linkpower versorgt werden. Seiten, die bereits aus der Navigation verlinkt werden, können zusätzlich gestärkt werden. Korrektes „Siloing“ ist hierfür unabdingbar und dient neben der Userführung auch der Lenkung der Suchmaschinen-Crawler, damit diese die Struktur und Relevanzen der Seite(n) schneller erfassen und indexieren können. Footer-Verlinkungen spielen nur noch eine untergeordnete Rolle, sollten deshalb aber trotzdem nicht unbeachtet bleiben.

 

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