11.09.2014

„Zeit ist Geld“ – Ein Ratschlag, den Benjamin Franklin schon 1748 in seinem Buch „Ratschläge für junge Kaufleute“ dem Leser mit auf den Weg gab. Eine Empfehlung, die im 21. Jahrhundert nicht an Bedeutung verloren hat und für Onlineshops und deren Suchmaschinenoptimierung mittlerweile essenzieller Bestandteil ist. Denn verschiedene Studien zum Thema Ladezeiten bei Onlineshops zeigen auf, dass jede zusätzlich benötigte Sekunde Ladezeit sich negativ auf den Umsatz auswirkt. Fast Company hat dies vor einiger Zeit am Online Versandhandel Amazon gut verdeutlicht: Jede weitere Sekunde Ladezeit kostet das Unternehmen jährlich ca. 1,6 Milliarden Dollar Umsatz.

Schnelle Ladezeiten verbessern das Einkaufserlebnis

Das Marktforschungsinstitut Forrester Consulting bestätigte die Wichtigkeit eines schnellen Seitenaufbaus in einer weiteren Studie. Bei 80 % der Seitenbesucher sinkt die Kaufbereitschaft bei zu langen Wartezeiten. Und für 40 % der Onlineshopper ist es nicht akzeptabel, mehr als 3 Sekunden auf eine Seite zu warten. Folglich verlassen sie die Seite, was eine erhöhte Absprungrate bedeutet und sich negativ auf die Conversionrate niederschlägt. Die Schlussfolgerung, die sich aus diesen Zahlen ergibt: Lange Wartzeiten sind benutzerunfreundlich und schlecht für das Geschäft. Denn im Onlinehandel gilt wie im klassischen Handel der Grundsatz, der Kunde ist König. Und Könige warten nicht gerne.

PageSpeed – Offizieller Rankingfaktor für Google

Zwar ist der PageSpeed seit 2010 einer von 200 offiziellen Rankingfaktoren des Google-Algorithmus und somit für die Suchmaschinenoptimierung ein wichtiger Baustein, jedoch sollte man bei der Ladezeitenoptimierung nicht vorrangig an die Suchmaschinen denken. Im Vordergrund steht hier vielmehr die Benutzerfreundlichkeit und infolgedessen – was Google & Co mit in die Bewertung einer Seite einfließen lassen – die Verringerung der Absprungrate und Verbesserung der Conversionrate.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den der PageSpeed einer Seite beeinflusst, sind die Crawling-Statistiken der Suchmaschinen-Bots. Denn mittlerweile hat die Ladezeit einer Seite direkten Einfluss auf die Aktivitäten der Crawling-Bots. Je weniger Zeit benötigt wird für das Herunterladen einer Website, umso mehr Ressourcen stehen dem Bot für seine Crawling-Aktivitäten zur Verfügung und desto mehr Unterseiten einer Website werden gecrawlt.
Zusammenfassend vier positive Auswirkungen einer schnellen Ladezeit von Onlineshops, welche Rankings und Umsatz beeinflussen:

  • Verringerung der Absprungraten
  • Verbesserung der Conversionrate
  • Verbesserung der Crawling-Statistiken einer Website
  • Verminderung des Daten-Traffics

Ladezeiten-Optimierung: PageSpeed ermitteln und Verbesserungspotenzial finden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Ladezeiten einer Webseite zu verbessern. Zuerst muss man natürlich wissen, wo sich Verbesserungspotenzial versteckt. Hierbei hilft einem Google mit dem Tool PageSpeed Insights:

Das Tool zeigt, wo auf der Website noch Optimierungsbedarf hinsichtlich der Ladezeiten besteht. Dabei erfolgt die Beurteilung anhand eines Punktesystems, bei dem 100 Punkte das Optimum darstellen. Aber das Tool gibt nur Tipps, an welchen Stellen eine Optimierung ansetzen kann. Für die eigentliche Messung der Ladegeschwindigkeit einer Seite sind andere Tools nötig. Eines davon ist z.B. der Pingdom Website Speed Test:

Neben der übermittelten Ladezeit werden einem Seitengröße und die Request-Abfragen, also die Anfragen eines Clients an einen Server, angezeigt. Der Vorteil hierbei: Man erkennt mit Hilfe der Tabelle sofort, welcher Request wie viel Zeit braucht und wie viel Ressourcen der Request benötigt.

PageSpeed Optimierung: Ladezeit-beeinflussende Faktoren

Für die Reduzierung bzw. Verbesserung der Ladezeit einer Website gibt es verschiedene Maßnahmen. Ein paar wichtige Punkte sollen an dieser Stelle kurz vorgestellt werden:

  1. Der richtige Hoster

    Ein wichtiger Faktor für gute Ladezeiten ist die Wahl des Hosters. Da die meisten kleineren und mittelständischen Unternehmen aus Kostengründen selten einen eigenen Server nutzen, hosten Sie ihre Webseiten bei Providern, die eine monatliche Hostinggebühr verlangen. Hier sollte der Webseiten-Betreiber aufpassen, dass sein Hoster keine veralteten Server nutzt. Darüber hinaus sollte die Uptime eines Servers – also die tatsächliche Verfügbarkeit eines Systems – mindestens bei 99 % liegen. Ein Punkt, der auch nicht zu vernachlässigen ist, ist der Standort des Providers. Dieser sollte optimalerweise nicht im Ausland liegen, da sich auch das negativ auf Rankings auswirken kann. Unserer Erfahrung nach empfehlenswerte Provider sind:

  2. Gzip-Komprimierung

    Diese serverseitige Komprimierungsform sorgt dafür, dass alle Dateien auf dem Webserver gepackt sind und erst bei der Auslieferung an den Webbrowser entpackt und in vollem Umfang wiedergegeben werden. Aufgrund der Versendung von kleineren Datenpaketen wird die Seite schneller geladen. Wenn man diese Funktion nutzen will, sollte man vorher abklären, ob der Server-Provider das Verfahren unterstützt.
    Weitere Information zur Gzip-Komprimierung:

  3. Speicherplatz von Grafiken reduzieren

    Ein großes Datenvolumen kommt bei der Verwendung verschiedener Grafiken zusammen. Hiervon sind besonders Onlineshops betroffen, da diese ihre Produkte zumeist mit Hilfe von Bildern verkaufen. Um hier die Ladezeiten einer Webseite zu verbessern und zugleich die Bilder suchmaschinengerecht zu optimieren, sollten mit Hilfe von Grafikprogrammen wie z.B. Photoshop, Gimp, etc. die Bilder weboptimiert abgespeichert werden. Letztlich gilt bei der Dateigröße: So klein wie möglich und so groß wie nötig.Um die Ladezeiten noch weiter zu optimieren, empfiehlt es sich mitunter, die Bilder auf eine Subdomain auszulagern. Eine andere Herangehensweise wäre die Verwendung von sogenannten CSS-Sprites. Hierbei werden mehrere Grafiken in einer Grafikdatei untergebracht und bei Bedarf per CSS-Anweisung ein- bzw. ausgeblendet. Mehr Informationen zur Page-Speed-Verbesserung mittels Sprite-Images gibt es hier.

  4. Quellcode optimieren

    Generell gilt: Je schlanker der html-Quellcode einer Website, desto schneller lädt eine Seite. Folgende Dinge sind bei der Optimierung des Codes zu beachten:

    • Mehrere CSS-Files in einer Datei zusammenfassen
    • Java-Script-Codes gehören nicht in den Header und sollten in eine extra Datei ausgelagert werden
    • Entfernen von unnötigen Zeilenumbrüchen und Leerzeichen
    • Nicht benötigte Verweise zu Bildern und Links sollten entfernt werden
    • Den Code nicht mit unnötigen Flash-Animation aufblähen

Fazit

Abgesehen davon, dass der PageSpeed seit 2010 ein offizieller Rankingfaktor von Google ist, ist der schnelle Aufbau einer Seite auch ein wesentliches Merkmal für die Benutzerfreundlichkeit einer Website. Denn pro Sekunde, die eine Seite länger lädt, erhöht sich die Absprungrate um ca. 8 %. Dieser Umstand spielt besonders bei Onlineshops eine wichtige Rolle, da sich eine höhere Absprungrate schlecht auf die Conversion Rate auswirkt und infolgedessen Umsatzeinbußen bedeutet.

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