06.11.2018

Am 02.11.2018 fand in Hannover das zweite SEAcamp des Jahres stattund drei der Clicks SEA&PPC Experten waren wieder vor Ort, um sich rund um die Themen Google Ads und PPC Werbung zu informieren und mit anderen auszutauschen. Im Novotel Hannover gab es auch diesmal wieder spannende Sessions, die von den Teilnehmenden selbst zusammengestellt wurden.

Es geht los: Begrüßung und Sessionplanung

Während am Vorabend sich die Teilnehmer im lockeren Austausch im Hotel erstmals kennenlernen konnten, begann der eigentliche Tag des SEAcamps mit Check-in und Kaffee mit Frühstückssnack. Dann ging es zur Vorstellungsrunde. Mit 280 Teilnehmern war das diesjährige SEAcamp das bisher größte!

In bewährter Tradition fand auch diesmal die Suchanfragen Challenge statt. Unter den Gewinnern war unter anderem „Studiengänge für Dumme“.

Im Anschluss daran ging es direkt mit den Sessions los. Bei dem breitgefächerten Themenangebot viel die Entscheidung nicht leicht. Deshalb teilten sich Katharina, Franziska und Yekaterina auf. Hier ein Ausschnitt aus den gehörten Sessions.

Amazon Advertising (Ronny Marx)

Unsere erste Session des SEAcamps behandelte das Thema Amazon Advertising. Ronny Marx stellte fest, dass transaktionale Suchen zu 52% auf Amazon stattfinden, bei Google hingegen nur 48%. Es folgten Basics, wie die Unterscheidung von Amazon Seller vs. Vendor Central sowie verschiedene Werbeformen auf Amazon. Peakzeiten mit besonders viel Traffic auf Amazon sind der Prime Day und die Cyber Week zu erwarten (insbesondere, aber längst nicht mehr nur im Elektronikbereich). Dies sollte in der Budgetplanung stets berücksichtigt werden.

Weiterhin erklärte er, dass wichtige Relevanzkriterien von SEO genauso auch für SEA gelten und dass 40% der auf einer Amazon SERP angezeigten Produkte Werbung seien – noch dazu die sichtbarsten Plätze. Außerdem stellte Ronny Marx relevante KPIs vor und erklärte, dass die Anzeigen Rentabilität abhängig von Zusatzkosten wie Amazon Verkaufsprovision sei, für den Marktanteil lohne sich eine Investition aber dennoch.

Fazit: Ronny Marx lieferte einen recht grundlegenden, aber guten Einblick für Amazon Einsteiger.

So geht jedes Tracking Setup daneben: Böse Fehler in GA & GTM und wie ihr sie vermeidet (Christian Ebernickel)

In seiner Session besprach Christian Ebernickel 13 Fehler, die bei einem Tracking-Setup in Google Analytics & Tag Manager böse Konsequenzen haben können. Dabei legte er konkrete Lösungsvorschläge dar und arbeitete mit greifbaren Beispielen.

Fazit: Christian Ebernickel hat eine interessante Session vorbereitet, die das Einsteiger-Niveau überstieg und auch für uns einige interessante Takeaways brachte.

Kosteneinsparpotenziale und leicht zu übersehende Fehlerquellen bei der Optimierung transaktionsbasierter AdWords-Konten (Alex Rasper)

In der Session von Alex Rasper ging es um allgemeine Konto- und Kampagneneinstellungen sowie Datensegmentierung. Anhand eines Beispiels stellte er im Test manuelle Gebotsstrategien auf rentable Ziel-Position vs. Conversion maximieren gegenüber (Smart Bidding von Google hat dort schlechter abgeschnitten).

Fazit: Aus der doch recht oberflächlichen Session von Alex Rasper konnten wir leider keine neuen Erkenntnisse mitnehmen.

Anzeigen-Automatisierung mit strukturierten Daten (Stella M. Meyer)

Stelle M. Meyer stellte in ihrer Session die Nutzung strukturierter Daten für Werbeschaltung über Google Ads vor: Sie zeigte sowohl theoretisch als auch mittels Live Demo, wie Werbebotschaft einer Textanzeige sich automatisch dem aktuellen Wetter anpassen. Ihr Vortrag war vor allem kurz und prägnant und bestens nachvollziehbar trotz der technischen Details – selbst für Einsteiger.

Fazit: Interessante Session. Ähnliche Tests haben wir bereits in Anwendung.

Onlinemarketing skalieren: B2B in wachsendem Wettbewerbsumfeld (Philipp Winklhofer)

Inhaltlich beschäftigte sich der Referent mit der Frage, wie man das Online-Marketing strategisch am besten im B2B Bereich aufbauen kann. Dies erklärte er am Beispiel einer Arzt-Datenbank-Software. Erläutert wurde das „Zwiebelmodel“, welches von der eigentlichen Zielgruppe innen, nach außen zur möglichen Zielgruppe anhand potenzieller Eigenschaften führt und daran Budget-, CPCs und Positionsziele orientiert. Auch wenn Philipp Winklhofer keine „Lösung“ zu bieten hatte, war es interessant, Erfahrungen zu diesem Thema aus anderen Branchen zu hören.

Fazit: Etwas wirklich Neues bot der Vortrag nicht. Vielmehr hat er bestätigt, dass gerade im B2B Bereich der Mut zum Testen sowie tiefgehende Zielgruppenanalysen und darauf aufbauendes Targeting zählen.

Amazon-Nerd-Alert: AMS PPC Hacks für eine ideale Kampagnenstruktur und optimale Performance (Florian Nottorf)

Gestärkt nach einem sehr leckeren Mittagessen, ging es in die Session von Florian Nottorf. Auch hier ging es – ähnlich wie schon in der ersten Session – um Basics sowie die Strategiewahl vor dem Setup.

Zunächst stellte er Sponsored Products Kampagnentypen vor und stellte Auto- und manuelle Kampagnen gegenüber. Anschließend ging es um Breakeven ACoS und die Frage, ab welchem Kosten-Umsatz-Verhältnis man ein Minusgeschäft macht. Schließlich führte seine Session noch in Richtung Machine Learning.

Fazit: Diese Session war etwas tiefgründiger und damit eine gute Ergänzung zur ersten Amazon Session des Tages. Dennoch blieben auch hier einige Fragen offen, was auch daran liegt, dass im Amazon Werbeumfeld weiterhin sehr viel Bewegung stattfindet.

Google Analytics Praxis Hacks (Markus Bärsch)

In der Session von Markus Bärsch erhofften wir uns einige spannende Tricks und Kniffe – und wurden nicht enttäuscht. Nach einigen Google Tag Manager Basics und einer Einführung in Tracking-Möglichkeiten wurde es dann etwas technischer, um nicht zu sagen „nerdiger“. Markus brachte zahlreiche Code-Beispiele an!

Fazit: Cool!

Ads & Landing Pages mit CRO ideal verknüpfen z.B. Tag Manager (Steffen Bath)

Steffen Bath erläuterte die Bedeutung von Relevanz sowie Kognitive Leichtigkeit von Landingpages in Verbindung mit Ad Texten und wie diese die Conversion-Rate beeinflussen können. Hier wurden bezüglich Text- als auch Bildanzeigen einige Parallelen zu wissenschaftlichen Konzepten und Erkenntnissen gezogen. Darüber hinaus wurden Landingpage A/B Test mittels Tag Manager vorgestellt, die Relevanz & Kognitive Leichtigkeit für den User steigern können.

Fazit: Die präsentierten Konzepte und Erkenntnisse waren für uns nicht neu, gaben in der Wiederholung und anhand der Beispiele aber Anregungen für neue Formen des Anzeigentest für uns.

Unser Weg zum eigenen CSS (Martin Röttgerding)

Im Anschluss an eine kurze Kaffeepause ging es in der Session von Martin Röttgerding um den Weg zum eigenen CSS. Er berichtete aus Sicht einer Agentur, die (mit einigen Komplikationen) in den letzten Monaten CSS-Partner wurde. Sie haben dazu selbst eine (simple) Preisvergleichsseite entwickelt und erhielten nach einigem Hin und Her sowie der Erfüllung der Mindestanforderungen ein CSS Merchant Center. Zu Beginn war nur eine 2-Account-Strategie möglich, um auf der Google Suche UND dem Shopping Tab präsent zu sein. Dazu mussten neue Accounts erstellt werden.

Nach einiger Zeit gab es dann die Opt-In Möglichkeit in bestehende Accounts. Eine Betreuung vom Google Support war daraufhin aber nur noch nach spezieller Freigabe möglich. Auch die Freigabe des Kunden musste umständlich mit Google abgestimmt werden. Mittlerweile wurde das Anreizprogramm von Google zurückgefahren (es gibt nur noch 5% Incentive). Google und die EU Gerichtsentscheidung stehen sich hier gegenüber: Ist das von Dauer? Fragwürdig, da das jetzige Modell nur ein Vorschlag an die EU ist und es bereits bemängelt wurde, dass die vielen Fake Preisvergleichsseiten „eh nur Agenturen sind und dem Endkunden sowie den Beschwerdeführern gar nichts bringen. “

Fazit: Martin Röttgerding lieferte sehr interessante Einblicke in den bürokratischen Prozess für Agenturen.  Allerdings ist es fragwürdig, ob CSS 2019 überhaupt noch in dieser Form weitergeführt wird.

Die Vorteile von Local Inventory Ads für den lokalen Handel und ihre Erstellung (Jan-Philip Grieben)

Jan-Philip Grieben stellte in seiner Session Local Inventory Ads vor und zeigte, wie man sie erstellt.

Fazit: Sehr detailliert dargestellte Session und ein Speaker, der kompetent auf Fragen eingegangen ist. Spannend!

Tools für bessere SEA-SEO Verzahnung (Christopher Gutknecht, Domenic Konszack

In ihrer Session diskutierten die Speaker den Effekt von SEA auf SEO mit dem Ergebnis, dass eine Anzeigenschaltung i.d.R. eine förderliche Wirkung hat. Um das maximale Potenzial dieser Synergie zu nutzen, haben die Speaker ein Tool entwickelt, dass einen Paid-Organic-Query-Report ermöglicht, welches von ihnen vorgestellt wurde.

Fazit: Es ist lohnenswert den Synergie-Effekt zwischen SEA & SEO zu nutzen, dennoch ist es aktuell mit einem enormen Daten-Aufwand verbunden. Das vorgestellte Tool ist ein erster Schritt, aber noch nicht vollkommen ausgereift. Dennoch spannender Einblick, was datentechnisch bereits umsetzbar ist.

Effizientere AdWords-Kampagnen dank stimmiger Entscheidungsarchitekturen (Thomas Gruhle)

Thomas Gruhle plädierte in seiner Session auf ein Message Match von der Anzeige bis zur Landingpage. Demnach sollte schon im Anzeigentext auf Ängste und Bedürfnisse der Zielgruppe eingegangen und auf der Landingpage psychologische Prinzipien berücksichtigt werden (Relevanz, Vertrauen, Orientierung, Stimulanz, Sicherheit, Komfort…). Es geht darum, den Usern zu Entscheidungen zu verhelfen, welche die Zufriedenheit und Sicherheit verbessern. CRO Fachkräfte sollten also auch über ein fundiertes psychologisches Grundverständnis verfügen und A/B Tests stets mit Hypothesen durchgeführt werden.

Fazit: Auch in dieser Session ging es hauptsächlich um Basics. Vieles davon kannten wir bereits aus dem SEAcamp in Jena. Wir hatten uns hier mehr Neues gewünscht.

Unser Fazit: Lohnenswert, wie immer!

Auch dieses SEAcamp lässt sich ganz einfach zusammenfassen: Es war wieder super! Inhaltlich war für uns vor allem das Thema Amazon Advertising in diesem Jahr sehr interessant. dazu kam eine schöne Location, gutes Essen, spannende weitere Sessions und familiäre Atmosphäre hatte das diesjährige SEAcamp in Hannover genauso wie „das Original“ in Jena zu bieten. Wir freuen uns auf das nächste Mal!

 

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