25.11.2015

Mit Hilfe des Sichtbarkeitsindex kann die historische Entwicklung und der Wert einer Seite gut abgelesen werden. Doch Vorsicht, obwohl alle drei Tools den Wert einer Domain – respektive URL – hinsichtlich ihrer rankenden Keywords aufzeigen, so basieren die Kennzahlen auf unterschiedlichen Datenerhebungen.  Die Anbieter nutzen dafür jeweils ihren eigens entwickelten Algorithmus und Datenbestand. Daher lohnt einer genauer Blick auf die Kennzahlen um zu klären, wo die Unterschiede liegen und wie diese zu interpretieren sind.

Sistrix: Sichtbarkeitsindex

Das mehrfach preisgekrönte SEO Tool Sistrix ist das wohl meistgenutzte Werkzeug für Suchmaschinenoptimierer. Um den Wert einer Domain zu bestimmen, hat Sistrix den Sichtbarkeitsindex eingeführt. Diese Kennzahl wird seit März 2008 wöchentlich für jede Domain bestimmt. Hierzu erfasst Sistrix jede Woche eine Vielzahl an Keywords und analysiert diese. Die Auswahl der Keywords soll laut Sistrix einen guten Durchschnitt des deutschen Suchverhaltens aufzeigen.

Sichtbarkeitsindex Sistrix

Bild 1: Screenshot Sistrix

Bei der Auswertung der Schlüsselwörter beruft sich Sistrix auf zwei verschiedene Datenbanken. Einerseits die historische Datenbank mit über 1.000.000 wöchentlich überwachten Keywords. Diese Datenbank sammelt seit 2008 Keywords, um eine einheitliche und vergleichbare Datenbasis zu erhalten. 10 % dieser Daten sind aktuelle Keywords, welche beispielsweise aufgrund eines aktuellen Ereignisses auftreten. Die zweite Datenbank ist die sogenannte erweiterte Datenbank, die über 17 Millionen Keywords verfügt und mindestens einmal im Monat abgerufen wird.

Der Sichtbarkeitsindex bei Sistrix wird schließlich so errechnet: Die Keywords werden nach Position und Traffic gewichtet. Dadurch ist es möglich, dass ein trafficstarkes Schlüsselwort auf Position 10 vom SEO-Tool einen höheren Wert erhält als ein trafficschwächeres Keyword auf Position 1. Für eine Domain werden letztlich alle Keyword-Werte summiert und als Sistrix Sichtbarkeitsindex dargestellt. Seit dem Frühjahr 2015 wird außer dem Desktop-Sichtbarkeitsindex auch der Index für mobile Suchen via Smartphones mit ausgegeben.

Des Weiteren bietet das Tool noch eine Besonderheit: Ist der summierte Wert aller Keywords noch zu gering, bildet Sistrix nicht den Sichtbarkeitsindex ab, sondern stellt die Anzahl der Keywords in einem Graph dar.

Sichtbarkeitsgraph Sistrix

Bild 2: Screenshot Sistrix: Sichtbarkeitsgraph anhand des aufsummierten Sichtbarkeitsindex

Keywordanzahl Sistrix

Bild 3: Screenshot Sistrix: Graph anhand der Keyword-Anzahl

Tipp: Um den Sistrix Sichtbarkeitsindex einer Domain zu erhalten ohne eine Mitgliedschaft beim Anbieter abschließen zu wollen, empfehlen wir die Seite www.sichtbarkeitsindex.de. Sie ersetzt jedoch nicht einmal im Ansatz einen Account bei Sistrix, da hier lediglich der Sichtbarkeitsindex angezeigt wird.

Searchmetrics: SEO Visibility

Was bei Sistrix der Sichtbarkeitsindex ist, ist bei Searchmetrics, dem zweiten großen deutschen Toolanbieter für Suchmaschinenoptimierung, die SEO Visibility. Dieser Wert verdeutlicht die Sichtbarkeit je Domain innerhalb der organischen Suche und setzt sich aus dem Suchvolumen sowie den Positionen der rankenden Keywords zusammen. Dabei wird jede Position nach einem von Searchmetrics ermittelten Faktor bewertet.

Ein großer Unterschied zu Sistrix: Searchmetrics unterscheidet und bewertet die Keywords unterschiedlich je nach Art des Keywords. Searchmetrics differenziert dabei nach informational (informationsorientiert: Der User möchte sich informieren bzw. eine Antwort auf seine Frage erhalten), navigational (navigationsorientiert: der User steuert direkt zu einem Internetauftritt hin) und transactional Keywords (transaktionsorientiert: der Nutzer möchte eine (Trans-)Aktion ausführen).

SEO Visibility Searchmetrics

Bild 4: Screenshot Searchmetrics: Übersicht einer Domain mit Werten zur SEO Visibility und Paid Visibility

Die Searchmetrics SEO Visibility zeigt, wie der Sistrix Sichtbarkeitsindex, den Trend und den historischen Verlauf der Sichtbarkeit einer Domain in der organischen Suche auf. Somit stellt dieser Index dar, wie häufig und bei welchen Keywords eine Domain in den Suchergebnissen gesehen wird. Wie bei Sistrix wird auch bei Searchmetrics seit dem Mobile Friendly Update zusätzlich die Mobile SEO Visibility mit angegeben.

Ähnlich dem Index bei Sistrix, ist auch die SEO Visibility nicht mit dem Traffic einer Webseite vergleichbar, da diese Werte keine saisonalen Schwankungen berücksichtigen. Jedoch bieten diese Werte ein guten Indiz dafür, wie sich die Seite entwickelt hat und ob man auf dem richtigen Weg  der Suchmaschinenoptimierung ist. Neben der SEO Visibility ordnet Searchmetrics einer Domain außerdem noch einen SEO Rank zu. Bei diesem Ranking werden die 100.000 besten Domains je Land bewertet.

SEO Rank Searchmetrics

Bild 5: Screenshot Searchmetrics: SEO Rank – Entwicklung/Platzierung der Domain unter den 100.000 besten Domains je Land

 

Tipp: Wer seine SEO Visibility bei Searchmetrics kostenlos abfragen möchte, dem empfehlen wir folgenden Link zur Searchmetrics Suite. Nicht so spartanisch wie bei Sistrix, erhält man  eine stark abgespeckte Version des SEO Tools. Für Android-Nutzer sei auch die SEO App von Searchmetrics empfohlen.

Xovi: Online Value Index

Das dritte Tool für die Bewertung einer Domain, das wir hiervorstellen, ist Xovi. Für die Bewertung einer Seite hat Xovi den Ovi-Wert erfunden, den Online Value Index. Wie bei Sistrix oder Searchmetrics ist das der Sichtbarkeitsindex. Der Ovi zeigt letztlich den tatsächlichen Wert einer Domain bei Google auf Basis des deutschen Datenbestandes von Xovi. Dabei bezieht sich das Tool für die Berechnung des OVI-Wertes auf zwei Faktoren:

  1.  Die Qualität der rankenden Keywords
  2.  Die Quantität der rankenden Keywords

Auf Basis der Erfahrungswerte von Xovi sowie deren selbstentwickelten Algorithmus wir der OVI-Wert berechnet, welcher die Sichtbarkeit einer Domain in den Google SERPs darstellt. Schließlich zeigt der OVI die Qualität (wie gut) und Quantität (wie oft) eine Domain zu allen Short- und Longtail-Keywords platziert ist.

Online Value Index von XOVI

Bild 6: Screenshot XOVI: Platzierung und historische Entwicklung einer Domain auf Datenbasis von XOVI

 

XOVI: dynamische vs. statische Sichtbarkeit

Der Hauptunterschied zwischen Xovi und den zwei anderen SEO-Tool Anbietern ist die zusätzliche Unterscheidung des Sichtbarkeitsindex in einer dynamischen Sichtbarkeit (OVI: Online Value Index) und einer statischen Sichtbarkeit (Statischer OVI). Der dynamische Wert existiert seit 2009 mit der ersten Datenerhebung bei Google von ca. 1 Millionen abgefragten Suchanfragen pro Woche.

Hierbei wurden alle Keywords in die Berechnung mit einbezogen. Für die Macher von Xovi resultierte daraus ein Problem, das sie lösen wollten. Denn die klassische Datenerhebung führte dazu, dass Nischenseiten, welche zwar national nicht zwingend relevant sind, aber regionaldurchaus gewichtig seien, auf Grundlage dieser Datenbasis eher schlecht bewertet wurden.

Denn die Nischenkeywords wurden aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Suchanfragen nicht in der Xovi-Datenbank berücksichtigt. Daraufhin gab Xovi seinen Kunden die Möglichkeit, ihre eigene Keyword-Datenbank anzulegen. Wenn die vorgeschlagenen Keywords schließlich ein gewisses Suchvolumen erreichten, wurden sie in einem zweiten Schritt manuell nach Branchen (z.B.: Autohandel, Finanzen, Mode, etc.) kategorisiert und wer Xovi-Datenbank hinzugefügt.

Vorteil der statischen Sichtbarkeit

So gelang es Xovi eine quantitativ und qualitativ anspruchsvolle Datenbank zu generieren, aus welcher sich letztlich die statische Sichtbarkeit entwickelte. Dieser Wert wird aus ca. 500.000 Keywords gebildet und verfügt über Keyword-Querschnitt aus den unterschiedlichsten Branchen wie Shopping, Reisen, Mode, Finanzen, etc.

Der Vorteil des statischen OVIs liegt in der Wertigkeit der einzelnen Keywords. Werden bei dynamischen OVI sämtliche Keywords (auch die mit geringem Suchvolumen) berücksichtigt, konzentriert sich der statische ausschließlich auf qualitativ und quantitativ wertige Suchanfragen.

 

Tipp: Wer Interesse hat, seinen Sichtbarkeitsindex über XOVI abzurufen, sich aber noch unsicher ist, ob das SEO-Tool das Richtige ist, denen bietet der Anbieter auf seiner Seite einen 14-tägigen, kostenlosen und vollumfänglichen XOVI Testaccount an, um das Tool kennenzulernen

FAZIT: Sichtbarkeitskennziffern der Anbieter ähneln sich

Auch wenn alle drei Anbieter mit eigenen Bezeichnungen und Wertangaben arbeiten und sich dabei auf unterschiedliche Algorithmen berufen,  ist die Ausgabe und Berechnung der Sichtbarkeitsziffern zwar nicht identisch aber ähnlich. Deutlich wird das auch bei unseren verwendeten Screenshots in diesem Beitrag. Bis auf Bild 3 sind alle Screenshots Auswertungen von einer einzigen Domain.

Abschließend soll noch einmal hervorgehoben werden, dass die verschiedenen Sichtbarkeitsindexe nicht den Traffic einer Seite wiedergeben, da alle Tools bei Ihrer Datenerhebung nicht auf saisonale Schwankungen oder externe Effekte (Wetter, Jahreszeit, etc.) eingehen. Dennoch ist eine hohe Korrelation zwischen Sichtbarkeitsindex – egal ob Sistrix, Searchmetric oder Xovi – und der tatsächlichen Anzahl von Besuchern über Google erkennbar.

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