29.09.2016

Facebook öffnet den 2014 übernommenen Messenger-Dienst WhatsApp jetzt für Werbetriebende. Seit dem 25. September können Marketer Nutzern von WhatsApp unaufgefordert Marketing-Kurznachrichten schicken. Werbebanner soll es jedoch auch künftig nicht im Social Messenger geben. Ist das der Beginn der Social Ads-Revolution?

Messenger mit Potenzial zur Internet-ähnlichen Plattform

Bereits im August kündigte Facebook an, Daten aus dem Messengerdienst WhatsApp nutzen zu wollen. Die Daten ermöglichen dem Konzern nicht nur mehr relevante Anzeigen auf Facebook schalten zu können, sondern in Zukunft auch gezielte und kontextbezogene Werbung in WhatsApp zu schalten. Damit öffnet sich erstmals eine do-it-all-Plattform mit mehr als einer Milliarde Nutzer, auf der gleichzeitig kommuniziert, geteilt und gesucht wird, dem Werbemarkt.

whatsapp-multi-plattform

Chatten, Bilder und Videos teilen, Sprachnachrichten, Telefonieren und und und, WhatsApp ist die größte do-it-all Plattform, © WhatsApp Inc.

Mit all den Zusatzfunktionen die Messenger mittlerweile bieten, hat Whatsapp das größte Potenzial zu einer neuen Internet-ähnlichen Plattfrom zu werden.

Was macht WhatsApp für Werbende so attraktiv?

Ein wichtiger Vorteil von WhatsApp ist die Cross-Device-Funktionalität. Denn der Nutzer von heute verwendet nicht mehr nur ein Gerät. Anhand der gebotenen Sichtbarkeit der Cross-Device-Profile wissen Werbetreibende nicht nur wann, wo und an wen sie eine Anzeige senden können, sondern auch an welches Gerät.

Schon heute nutzen beim Kauf via Desktop oder Laptop 46 Prozent der Nutzer mindestens ein weiteres mobiles Endgerät während ihres Kaufentscheidungsprozesses. Um die Reichweite und Genauigkeit beim Cross Device Tracking zu erhöhen, gab es bislang jedoch keine zufriedenstellende Lösung. Denn oftmals verhindern Adblocker oder auch Privatmodi von Internetbrowsern eine eindeutige Identifikation der Nutzer.

whatsapp-cross-device

Der Vorteil von WhatsApp ist die Cross-Device-Funktionalität, © WhatsApp Inc.

WhatsApp könnte hier der Schlüssel zum Erfolg werden. Denn egal auf welchem Gerät der Nutzer Whatsapp verwendet, er kann immer eindeutig identifiziert werden. Treffsicherer kann Targeting kaum sein.

Pull-Advertising wie im Lehrbuch

Nehmen wir einmal an, zwei miteinander befreundete Personen unterhalten sich via WhatsApp über ein Konzert, das sie zu besuchen planen. Dann wird es künftig möglich sein an diese Personen Werbung auszuspielen, die die Konzertkarten für das besprochene Konzert bewirbt inklusive eines Buy-Buttons, der den Kauf mit nur einem Klick bestätigt, ohne die Nutzer von der Plattform wegzuführen.

Die Kauferfahrung auf WhatsApp würde dann zu einer Art persönlichem Buttler werden, der dem Nutzer immer dann relevante Werbung anzeigt, wenn dieser gerade einen Kauf beabsichtigt. Statt Massenwerbung oder nerviger Banner erhält der User nur noch Werbung, die ihn „unterstützt“. Marketer könnten hierdurch Streuverluste auf ein Minimum reduzieren und Kampagnen noch effizienter planen.

Fazit: WhatsApp wird zum notwendigen Marketing-Tool

Auch wenn der Aufschrei wegen der Datennutzung seitens Facebook groß war, ist die Nutzerzahl von WhatsApp seither nicht gesunken. Im Gegenteil – Whatsapp wächst weiter. Mit der Öffnung für Marketer wird der Messenger zum festen Bestandteil eines jeden Marketingmixes werden. Denn bislang ermöglicht keine andere Plattform ein derart präzises Targeting. Bleibt nur noch abzuwarten, wann eine spezielle Benutzeroberfläche für Werbetreibende folgen wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.