11.04.2019

Wissen Sie, was die Top-Inhalte Ihrer Website sind? Welcher Content überarbeitet werden muss? Ob Sie Themen doppelt oder gar nicht behandeln? Ein Content Audit gibt Antworten auf alle diese Fragen und macht Ihre Inhalte – und Ihre Website – nachhaltig besser und erfolgreicher. Wir erklären Schritt für Schritt, wie Sie bei einem Content Audit vorgehen.

Definition: Was ist ein Content Audit?

Der Content Audit kann als Bestandsaufnahme Ihrer Website gesehen werden. Dabei erfassen, analysieren und überprüfen Sie genau, welche Inhalte sich auf Ihrer Website befinden, wie diese performen und leiten daraus weitere Arbeitsschritte ab. Ein Audit ist damit eine wichtige Grundlage einer zielführenden Content Marketing Strategie.

Viele Unternehmen legen Wert darauf, regelmäßig neue Inhalte zu produzieren und auf den verschiedensten Kanälen zu verbreiten. Dabei gibt es dann Vorgaben wie „4 Blogbeiträge im Monat“ oder „1 Social Media Post am Tag“. Mit dem Vorsatz immer neuen und weiteren Inhalt zu erstellen, gerät der bestehende Content in den Hintergrund und wird gern vergessen oder zumindest vernachlässigt.

Da sich das Material immer weiter anhäuft, verlieren manche Marketer den Überblick über die zahlreichen Blogbeiträge, Leistungsseiten und Landingpages. Das Ergebnis können doppelte Inhalte zum selben Thema sein, Content der aufwändig erstellt, aber nie geklickt wird oder Inhalte, die völlig veraltet sind. Genau das soll mit einem Content Audit aufgedeckt und zukünftig verhindert werden.

Wie funktioniert ein Content Audit?

Abhängig davon, wie umfangreich der Content auf Ihrer Seite ist, kann ein Content Audit eine aufwändige und zeitintensive Aufgabe sein. In den aller meisten Fällen ist es aber eine, die sich wirklich nachhaltig für Sie lohnt. Sam Oh von ahrefs hat den Begriff Content Audit treffend als eine Strategie bezeichnet, „um leistungsschwache, qualitativ minderwertige Seiten loszuwerden, mit dem Ziel, die allgemeine ‚Gesundheit‘ einer Website zu verbessern.“

Ein Audit besteht aus einer quantitativen Analyse (auch Content Inventory genannt) und einer qualitativen Analyse. Zunächst wird festgestellt, welche Inhalte vorhanden sind, also eine Inventur der Inhalte vorgenommen. Im Anschluss folgt die Bewertung der einzelnen Inhalte und das Ableiten weiterer Handlungsempfehlungen.

Was ist das Ziel eines Content Audits?

Entscheidend für den Content Audit ist nicht nur, dass Sie sich über die Ziele der einzelnen Inhalte bewusst sind, sondern auch Ziele mit dem Content Audit selbst verbinden. Diese sind individuell von Ihren Anforderungen abhängig. Mögliche Ziele rund um den Inhalt sind:

  • Schwachstellen der Website aufdecken
  • Doppelte Inhalte finden
  • Inhaltliche Lücken aufspüren
  • Veraltete und Top-Inhalte identifizieren
  • Einheitliche Gestaltung (Wording, Stil, Layout, etc.) umsetzen

Von diesen Zielen, die sich mithilfe eines Content Audits erreichen lassen, bringt die Bestandsübersicht weitere Vorteile mit sich. So erfahren Sie beispielsweise alles Wichtige über Ihre Inhalte. Sie wissen genau, wo auf Ihrer Seite welcher Inhalt zu welchem Thema steht, Sie kennen die Menge und Qualität, wissen welche Inhalte wie oft und über welche Quellen aufgerufen werden. Dadurch erfahren Sie auch, welcher Inhalt und welche Formate bei Ihrer Zielgruppe gut ankommen. Dieses Wissen können Sie für die Planung der weiteren Inhaltserstellung nutzen.

Auch unter SEO-Aspekten kann ein Content Audit hilfreich sein. Sie können veraltete Inhalte aktualisieren (Ranking-Faktor: Aktualität), können ähnliche Inhalte in einem Beitrag zusammenfassen (Ranking-Faktor: Relevanz) und können schlechte und nicht-performende Inhalte löschen und nur den „guten Rest“ für Ihre Nutzer hinterlassen (Ranking-Faktor: Nutzersignale).

Wann und wie oft sind Content Audits sinnvoll?

Wie oft ein Content Audit erstellt werden sollte, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Entscheidend ist beispielsweise, wie viel Content produziert wird. Je größer die Menge, desto häufiger sollte der Bestand überprüft werden. Grundsätzlich sollte ein Content Audit regelmäßig (beispielsweise jedes oder alle zwei Jahre) erfolgen. Auch Anlässe wie ein Relaunch, neue Verantwortliche oder Änderungen an der Content Marketing Strategie und Ausrichtung bieten sich für eine Überprüfung der Inhalte an.

Schritt für Schritt: So funktioniert ein Content Audit

Nun wissen Sie, wieso Sie sich dringend einmal die Zeit für ein Content Audit nehmen sollten. Als nächstes beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Ihnen dieser gelingt.

1) Ziele festlegen

Überlegen Sie sich, warum genau Sie das Content Audit durchführen möchten. Auf welche Fragen möchten Sie Antworten finden? Welche Informationen sollten hierfür analysiert werden

2) Umfang festlegen

Ein Content Audit kann für die komplette Website oder auch nur für Teilbereiche erfolgen. Sollen beispielsweise alle Leistungsseiten, alle Seiten einer Kategorie, alle Inhalte aus einem bestimmten Zeitraum oder ein Teilbereich der Seite, z.B. alle Blogbeiträge analysiert werden?

3) Quantitative Analyse: Content Inventory

Nach der Theorie folgt nun die spannende Praxis. Erstellen Sie eine Übersicht mit allen Inhalten des festgelegten Umfangs. Ist der Umfang überschaubar, können Sie hierfür ganz einfach händisch eine Excel-Tabelle anlegen. Bei größeren Inhaltsmengen bietet es sich an, Crawling-Tools (beispielsweise ScreamingFrog) zu verwenden und diese Daten in eine übersichtliche Tabellen-Form zu bringen.

Mit Tools wie Screaming Frog erhalten Sie eine Auflistung Ihrer Website-Inhalte. [Screenshot Screaming Frog]

Ergänzt wird die Auflistung der Inhalte mit Angaben aus Google Analytics, Google Search Console oder anderen Analytics-Systemen wie ahrefs. Relevant können hier folgende Informationen sein:

      • URL
      • Kategorie / Themengebiet
      • Status-Code
      • Seitentitel
      • Meta Description
      • H1
      • Wortzahl
      • Verantwortlicher Mitarbeiter
      • Veröffentlichungsdatum
      • Datum des letzten Updates
      • Contentformat / Seitentyp
      • Seitenaufrufe
      • Einstiege
      • Einstiege über organische Suche
      • Verweildauer
      • Absprungrate
      • Backlinks
      • etc.

Erkenntnisse aus der quantitativen Analyse: Mit der Content Inventur erhalten Sie eine übersichtliche Tabelle mit all Ihren Inhalten. Zudem erkennen Sie auf einen Blick, bei welchen Inhalten Sie beispielsweise Meta Title und Description optimieren sollten. Überlegen Sie sich, welche Daten für Ihre Analyse wirklich relevant ist, um die umfangreiche Datenlage übersichtlich zu halten.

4) Qualitative Analyse: Bewertung

Bei der folgenden qualitativen Analyse geht es darum, jeden der aufgelisteten Inhalte zu bewerten. Dabei ist es zum einen wichtig, anhand der Daten zu prüfen, ob der Inhalt die damit verbundenen Ziele erreicht (Welche das sein können, haben wir in unserem Beitrag „KPIs im Content Marketing: Mit diesen Werten analysieren Sie den Erfolg Ihrer Kampagnen“ bereits festgehalten). Andererseits soll aber vor allem auch der Inhalt selbst bewertet werden. Hat ein Inhalt nur wenige Seitenaufrufe bedeutet dies schließlich nicht zwangsläufig, dass er schlecht ist. Vielleicht kann er in der aktuellen Website-Struktur auch einfach nur schwer gefunden werden.

Für die inhaltliche Bewertungen haben sich insbesondere zwei Methoden bewährt:

      • ARA-Methode: Aktualität, Relevanz, Angemessenheit – je besser der Inhalt bei diesen drei Faktoren abschließt, desto weniger Handlungsbedarf besteht.
      • ROT-Methode: Redundant, Outdated, Trivial – hilft dabei, Inhalte aufzuspüren, die überarbeitet oder gelöscht werden sollten.

Da ein Content Audit ein umfangreiches Unterfangen ist, bietet es sich an, auch für die qualitative Einstufung eine Spalte in der Tabellen-Übersicht einzufügen. So behalten Sie stets den Überblick, welche Artikel beispielsweise gelöscht wurden, noch überarbeitet werden sollten oder bereits überarbeitet wurden. Dies kann auch durch eine farbige Spalte (grün = in Ordnung / behalten, gelb = überarbeiten, rot = löschen) optisch hervorgehoben werden. Eine Spalte für den Verantwortlichen und den Arbeitsstand sollte ebenso nicht fehlen.

5) Auswertung und Handlungsempfehlungen

Der finale Schritt besteht darin, die analysierten Daten auszuwerten und daraus Schlussfolgerungen zum weiteren Vorgehen zu ziehen. Haben Sie beispielsweise Inhalte gefunden, die quasi dasselbe Thema beleuchten? Dann fügen Sie diese zu einem Beitrag zusammen. Zahlt ein Inhalt überhaupt nicht auf Ihre Content-Ziele ein, ist es in vielen Fällen nur folgerichtig, diesen zu löschen. Beachten Sie dabei immer, dass Sie korrekte Weiterleitungen einrichten.

In vielen Fällen werden Sie vermutlich feststellen, dass die Inhalte durch eine mehr oder weniger umfangreiche Überarbeitung einen noch größeren Mehrwert für Ihre Zielgruppe darstellen. Sie können die Inhalte beispielsweise durch Bilder oder Videos ergänzen, die Aktualität verbessern oder neue Gesichtspunkte – und Keywords – behandeln. Tipps zur richtigen Überarbeitung von Inhalten finden Sie auch in unserem Beitrag „Content Recycling: Wie Sie alten Content neu nutzen“.

Hilfreich können hier individuelle Webanalyse Dashboards sein, wie diese auch für den Clicks-Blog beispielsweise eingesetzt werden. So haben wir immer den Überblick, welcher Inhalt sich aktuell wie entwickelt und eine ideale Datengrundlage für weitere Audits und Prüfungen.

Dashboard Content Audit

Mit einem Dashboard behalten Sie den Überblick über Ihre Inhalte und erleichtern zukünftige Audits.

Fazit: Mit einem Audit Ihre Inhalte verbessern

Natürlich verhilft ein Content Audit als Bestandsaufnahme und Analyse nicht allein zu einer besseren Performance Ihrer Seite. Hierfür sind auch andere Kriterien ausschlaggebend, beispielsweise eine strukturierte technische SEO-Analyse. Doch ein Content Audit ist ein wichtiger Bestandteil, um das Maximum aus Ihren Inhalten herauszuholen. Dabei eignet sich die Analyse für jegliche Inhalte, die Ihr Unternehmen erstellt. Ob Leistungsseiten, Blogbeiträge oder andere Contentformate – so behalten Sie immer den Überblick.

Durch die Einblicke, die Sie beim Content Audit erhalten, können Sie nicht nur bestehende Inhalte optimieren, sondern erhalten auch hilfreiche Einblicke für die zukünftige Inhaltserstellung. Es werden Themenlücken ersichtlich, die Sie füllen können – und das mit dem Hintergrundwissen, welche Formate bei Ihrer Zielgruppe bislang gut ankommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.