24.05.2016

Die Messenger-App Snapchat ist in den USA bereits zur beliebtesten mobilen Plattform mutiert und macht dabei selbst Facebook Konkurrenz. Doch wie funktioniert Snapchat und wie kann man sich dort als Werbetreibender präsentieren? Erfahren Sie, wie Sie auf den Zug der erfolgreichen App aufspringen und davon profitieren, solange die Konkurrenz noch schläft.

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Was kann Snapchat?

Snapchat ist eine Messenger App, die in Kalifornien entwickelt und 2011 weltweit veröffentlicht wurde. Der kostenlose Messenger-Dienst ermöglicht es via Tablet oder Smartphone, Bilder oder Videos an Freunde zu verschicken. Die Bilder und Videos, welche beim Empfänger nur für einige Sekunden angezeigt werden, löschen sich nach einigen Sekunden wieder selbst. Zusätzlich können diese mit Zeichnungen und kleinen Symbolen versehen werden, um die Aussage des Bildes zu verstärken.

Wie funktioniert Snapchat?

Mit dem Smartphone oder Tablet wird die kostenfreie App Snapchat installiert. Sie ist bekannt durch ihr gelbes Logo mit einem kleinen Geist. Nach der Registrierung und dem Hinzufügen von Freunden, kann diesen ein Foto geschickt werden. Dabei kann entschieden werden, wie lange das Foto beim Empfänger sichtbar ist – 1 bis 10 Sekunden sind auswählbar. Wird der Aufnahmebutton für ein Foto länger gedrückt, wird automatisch ein Video aufgenommen, das eine Länge vonmaximal 10 Sekunden nicht überschreitet. Sowohl bei Fotos als auch bei Videos können Effekte hinzugefügt werden, wie Filter oder Aufkleber.

Seit August 2015 lassen sich auch visuelle Tagebücher, sogenannte „Snapchat-Stories“, erstellen, die dann im Gegensatz zu den Fotos 24 Stunden in der Community angezeigt werden. Aus der Kurzlebigkeit der hochgeladenen Medien ergibt sich eine hohe Nutzungsfrequenz der App. Auch Trophäen können gesammelt werden. Besonders Jugendliche unter 25 Jahren nutzen Snapchat zunehmend sogar lieber als Facebook.

Snapchat für Marketing nutzen

Jetzt ist die richtige Zeit das eigene Unternehmen auf Snapchat zu platzieren. Der Messenging-Dienst verfügt bereits über mehr als 200 Millionen Nutzern weltweit, Tendenz stark steigend.Viele Unternehmen haben bisher noch nicht erkannt, wie wertvoll das Marketing auf Snapchat sein kann, weshalb die Konkurrenz noch klein ist.

Umso besser, wenn jetzt clevere Werbung platziert wird, welche an die Zielgruppe angepasst ist. Außerdem kann dank der jungen Zielgruppe und der Kurzlebigkeit der sogenannten Snaps eifrig mit Werbung experimentiert werden. Um erst einmal auf die Präsenz im Snapchat aufmerksam zu machen, ist es ratsam, den neuen Account auf bereits bestehenden Plattformen anzukündigen, wie Facebook oder Twitter.

Wie muss Werbung ausgerichtet sein?

Der Fokus liegt hier ganz klar auf den Nutzer. Was interessiert Menschen im Alter von 12, 15, 20 Jahren? Mit Sicherheit legen diese keinen Wert auf ausgeklügelte Kampagnen mit einer festen Fassade. Was die Jugendlichen wirklich interessiert, ist das wahre Gesicht des Unternehmens. Blicke hinter die Kulissen sind ein beliebter Snap auf Snapchat. Die Werbung sollte einfach, ehrlich und humorvoll gestaltet sein.

Welche Art von Snap funktioniert?

In einem Snap sollte immer auch eine Mittelung stecken. Wer nichts zu sagen hat, braucht sich auch nicht mitzuteilen. Gut funktionieren Produktvorstellungen, welche zum Beispiel vor dem Releasedatum bereits auf Snapchat veröffentlicht werden.

Auch interessante Trailer zu Produkten oder Serien kommen gut bei der Community an. Call-to-Actions, wie Wettbewerbe, sind bereits bei Facebook erfolgreich, so auch bei Snapchat. Rohmaterial wird gern gesehen und gemocht. Das Einbeziehen von Promis oder Events in den Snap ist auch eine willkommene Werbung.

Wie müssen Snapchat Snaps aussehen?

Da sich die junge Zielgruppe nicht für sturen Text interessiert, sind viele, aussagekräftige Bilder wünschenswert. Weil sich auf die Altersgruppe eingestimmt werden muss, ist es sinnvoll, deren Snap-Stil zu übernehmen. Bunte Aufkleber, Zeichnungen und verzerrte Gesichter sind hipp und witzig. Genau das, was die Jugendlichen auch erwarten und wie sie selbst ihre Snaps verfassen – bunt und schrill.

Wann wird gesnapt?

Kurz und knapp: In der großen Pause! Immer dann, wenn die jungen Schüler und Studenten gerade nicht im Unterricht oder in der Vorlesung sitzen, ist der perfekte Zeitpunkt, um Neuigkeiten und Werbung auf Snapchat zu veröffentlichen. Auch morgens vor dem Unterricht sind viele Snapchat-Nutzer online.

Wie wird eine Nutzerstatistik aufgestellt?

Es ist sinnvoll, die Nutzeraktivität genau zu beobachten, um eine eigene Statistik aufzubauen, wann welcher Snap gut ankommt. Bisher bieten sich dafür nur wenige, noch unausgereifte Tools, weshalb viele Unternehmen ihre Statistiken mühevoll von Hand führen. Screenshots und Views werden zwar gezählt, Freunde jedoch nicht. Trotz des hohen Aufwandes lässt sich so die eigene Relevanz messen.

Als neu auf dem Markt erweist sich die dänische Software Snaplytics, welche Daten erheben und analysieren kann. Dies funktioniert soweit ganz gut, ist jedoch noch unvollständig und hat seinen stolzen Preis. Bislang zahlt man 179 US-Dollar für die einfache Version und 299 US-Dollar für die Pro-Version mit mehr Funktionen und einen Snap-Planer. Hiermit lassen sich Snaps im Vorfeld timen. In der einfachen Version werden bisher folgende Daten erhoben:

  • aktuelle Follower-Zahl und dazugehörige Statistiken
  • die Anzahl der abgerufenen Snaps und Stories
  • die Completion Rate, also die Anzahl der Nutzer, die sich eine komplette Story aus mehreren Snaps angesehen hat
  • die Anzahl der getätigten Screenshots

Wohin entwickelt sich Snapchat – Zahlen und Fakten

Bereits zweimal versuchte Facebook aufgrund der rasanten Entwicklung der Plattform, Snapchat für 3 Milliarden US-Dollar aufzukaufen. Doch die Entwickler der App ließen sich nicht beirren und erfreuen sich weiterhin wachsender Beliebtheit. Es ist nicht auszuschließen, dass Facebook irgendwann ein besseres Angebot verlauten lässt, um das Monopol auf seiner Seite zu wissen. Mittlerweile wird der Wert der App auf 19 Milliarden US-Dollar geschätzt.

71 % der Nutzer sind jünger als 25 Jahre. Das sind mehr als bei Twitter oder Facebook. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass Snapchat auch für eine ältere Altersgruppe attraktiver gemacht wird. 45 % der Nutzer sind außerdem bereit, den Snap eines Unternehmens zu öffnen, das sie nicht einmal kennen. Der Grund hierfür können attraktive Angebote oder Coupons sein.

Gerade einmal 2 % der Unternehmen sind bei Snapchat präsent, obwohl sich der Trend der Snapchat-Nutzung weltweit verstärkt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Marketer clevere Werbestrategien ausdenken und bestimmte Marken besonders stärken. Die Vermutung liegt nahe, dass Snapchat Wege finden wird, die App weiter zu monetarisieren, zum Beispiel mit gesponserten Linsen, gebrandeten Filtern oder weiteren Geofiltern.

Fazit – auf zum „Happy Snapping“

Genau jetzt ist es an der Zeit, sich dem Geist der App zu widmen. Die hohe Beliebtheit und die noch geringe Konkurrenz machen neuen Unternehmen ein leichtes Spiel, mit einfachen Snaps Follower zu gewinnen. Sofern der Inhalt authentisch und im Snapchat-Stil verpackt ist, zieht man schnell die Aufmerksamkeit der User auf sich. Die Zeit in Snapchat zu investieren lohnt sich, sofern sich das Image auf die Plattform übertragen lässt und viel Zeit zur Pflege des Netzwerkes betrieben wird.

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