15.01.2018

Kaum eine Seite kommt in diesen Tagen ohne einen Artikel über die von Mark Zuckerberg angekündigte Newsfeed-Änderung aus. Die einen verbreiten Panik, die anderen mahnen zur Zurückhaltung. Was das Update bedeutet und wie Sie reagieren können, lesen Sie hier.

Update im Newsfeed-Algorithmus: Worum geht es überhaupt?

Der Aufschrei war groß, als Mark Zuckerberg persönlich am Wochenende bekannt gab, dass der Algorithmus des Facebook Newsfeeds geändert werden soll. Seine Ankündigung in der Zusammenfassung: Mehr Freunde, weniger Unternehmen, mehr Familie, weniger Nachrichten. Facebook geht so zu sagen, zurück auf Anfang und besinnt sich auf das, wofür es stand, bevor die große Marketing-Welle darüber geschwappt ist.

Facebook soll also wieder persönlicher werden. Eine Entwicklung, die abzusehen war. Schließlich verbessere die Stärkung unserer Beziehungen unser Wohlbefinden und Glück, schreibt Zuckerberg in seiner Erklärung. Seit wann genau es Facebook, dessen Aktie nach der Bekanntgabe zeitweise um 4,5 % gesunken ist, schwerpunktmäßig um die Glückseligkeit der Nutzer geht, sei einmal dahingestellt.

Daher lieber zurück zu den Tatsachen: Eine Folge der Updates wird sein, dass weniger öffentliche Beiträge, also von Unternehmen, Medien und Marken, im Newsfeed der Nutzer auftauchen werden. Und dass diese den selben Standard wie persönliche Posts erfüllen müssen: „Es soll sinnvolle Interaktionen zwischen Menschen fördern.“ Interaktion wird also das neue Zauberwort sein.

Kostenpflichtiger Ausweg: Sorgen Social Ads weiter für sichere Reichweite?

Auch Anzeigen auf Facebook sollen von der Neuausrichtung betroffen sein. Denn auch hier rückt der Nutzwert stärker in den Vordergrund. Mehr Geld sorgt nicht mehr automatisch für mehr Reichweite, wenn die Zielgruppe nicht mit den Inhalten interagiert.

Genauere Informationen von Facebook gab es dazu allerdings nicht. Pauschal mehr Geld in Facebook Ads zu stecken, dürfte aber vermutlich nicht der richtige Weg sein. Stattdessen sollten auch Anzeigen einen Mehrwert für Nutzer haben.

Sind Vereine und kleine Unternehmen wirklich die Leidtragenden?

Im großen Aufschrei rund um den Algorithmus-Update ist das häufig zu lesen. Kleine Unternehmen und Vereine, die sich teure Werbebudgets nicht leisten können, seien die Verlierer der Neuerungen. Doch ist das wirklich so? Möglich ist es, aber auch das Gegenteil könnte der Fall sein.

Denn gerade diese Seiten, die nah am Nutzer sind, können Inhalte schaffen, die eine stärkere Interaktion (da ist das Zauberwort wieder) erzeugen. Problematischer könnte es dagegen für Seiten werden, für die Facebook bislang der wichtigste Traffic-Bringer war.

Lösung 1: Mehrwert schaffen – Content siegt

Der Nutzer entscheidet, was für ihn relevant ist – das ist nichts Neues, aber wird bei Facebook nun konsequenter umgesetzt. Wichtig ist also, den Content zu erzeugen, den der Nutzer sehen möchte. Weniger kann hier mehr sein. Analysieren Sie, was auf Ihrer Seite bislang gut lief, was weniger und erstellen Sie eine Strategie, bei der der Nutzer im Vordergrund steht.

Lösung 2: Auf „Abonnieren“ aufmerksam machen

Eine Funktion, die bestimmt nicht jedem Seiten-Fan bekannt ist. Unter der Schaltfläche Abonnieren versteckt sich das Feld, „Als Erstes anzeigen“. Machen Sie Ihre Nutzer mit einem Post darauf aufmerksam. Bis zu 30 Personen oder Seiten können ausgewählt und so sicher gegangenen werden, dass die Inhalte der Seite im Newsfeed auftauchen.

Button Abonnieren bei Facebook

Bis zu 30 Seiten und Personen können mit „Als Erstes anzeigen“ abonniert werden.

Lösung 3: Messenger-Dienste als Alternative betrachten

Die Änderungen am Newsfeed könnten Messenger, wie den von Facebook oder WhatsApp (der ebenfalls zu Facebook Inc. gehört) stärken. Denn diese werden für Unternehmen damit noch attraktiver. Hier können Nutzer direkt erreicht werden, ohne dass ein Algorithmus etwas dagegen hat. Über Messenger können Kunden also noch direkt und fast ohne Streuverluste erreicht werden.

Fazit: Back for Good – der Nutzer steht im Vordergrund

Und auch das ist eine Lösung: erst einmal abwarten. Natürlich können die Auswirkungen der Newsfeed Anpassung gravierend sein, dennoch sollte jetzt niemand in Panik verfallen. Stattdessen gilt es, die Inhalte und Entwicklungen zu analysieren und sich dann zu überlegen, wie damit umzugehen ist.

Idealerweise sollte man natürlich schon seit einiger Zeit auf den Rückgang der organischen Reichweite vorbereitet sein. Denn dass ein Unternehmen wie Facebook auf ewig gratis Reichweite verschenkt, ist ebenso unrealistisch wie die Vorstellung, dass es einzig auf die Glückseligkeit der Nutzer achtet.

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