02.02.2016

Die Online Marketing News im Januar 2016. SEO: Google integrierte den Panda in den Core-Algorithmus und schränkt die Vererbung des PageRanks ein. SEA: Für AdWords ist eine iOS App verfügbar und Bing verbessert den Keyword Planner. Social: Facebook rollt ganzseitige Werbeanzeigen aus und Twitter sägt an der 140 Zeichen-Begrenzung.

SEO Monatsrückblick Januar 2016

Der Panda im Core Algorithmus

Lange Zeit hieß es, das Google Panda Update 4.2, das im Juli 2015 ausgespielt wurde, würde über einen sehr langen Zeitraum laufen. Ein langsames Update also. Im Januar wurde bekannt, dass diese Aussage nur ein Teil einer viel größeren Wahrheit war. Google gab bekannt, dass der Panda in den Kernalgorithmus von Google aufgenommen wurde. Also live ausgespielt wird, wahrscheinlich für immer. Dieser Schritt wurde von der SEO Szene schon länger erwartet, trotzdem schlug er hohe Wellen. Seit diesem Monat weiß jeder informierte Webmaster: Der Google Panda surft mit.

Pinguin Update lässt auf sich warten. Immer noch.

Eigentlich sollte das Pinguin Update schon Ende letzten Jahres kommen. Seit dem wird das Update sehnsüchtig bis ängstlich erwartet. Es überprüft hauptsächlich Links von Seiten und straft Seiten mit einem unlogischen oder künstlichen Linkbild ab. Am zweiten Wochenende im Januar schien es soweit. Viele Ranking änderten sich und in der SEO Szene wurde geraunt, dass das endlich der Pinguin sei. Fehlanzeige. Google sagte, es sei nur eine Veränderung am Kernalgorithmus, der Pinguin kommt noch. Bei dem sommerlichen Wetter kein Wunder.

Das Pinguin Update checkt links

Page Rank Vererbung eingeschränkt

Der Page Rank ist tot. Das ist zumindest die gängige und offen geäußerte Meinung im SEO Mainstream. Erstaunlich dennoch, dass die Meldung, Google würde die Vererbung der frühere non-plus-ultra Seitenbewertung nur noch eingeschränkt zulassen.

Dass der von Larry Page entwickelte Page Rank Jahren nicht mehr upgedated wird ist bekannt. Trotzdem scheint der Wert noch irgendwie in die Rankings reinzuspielen. John Mueller von Google erklärte, insbesondere Foren mit Page Rank, in denen leicht Do-Follow Links vergeben werden seien Google ein Dorn im Auge und könnten den Rank nicht mehr weiter geben. Was ändert sich für den heutigen SEO? Nicht viel. Schließlich heißt gutes SEO relevante Inhalte zu finden, nicht Seiten mit Page Rank.

SEA Monatsrückblick Januar 2016

AdWords App für iOS

Seit Ende Januar rollt Google weltweit die AdWords App für iPhones aus. Ziel ist es,  Kampagnen nun auch auf iOS-Geräten von unterwegs zu kontrollieren und dringende Anpassungen direkt vornehmen zu können. Für aktive Kampagnen kann der Werbetreibende Push-Nachrichten inklusive Verbesserungsvorschlägen auf seinem Apple-Gerät erhalten.

Google AdWords für iOS

Google AdWords App für iOS, Quelle: Google

Benutzerdefinierte Spalten für noch detailliertere AdWords Auswertungen

Dass benutzerdefinierte Spalten einige Zeit und Sucherei sparen können, sollten die meisten Werbetreibenden mittlerweile wissen. Mithilfe von algebraischen Formeln können diese Spalten nun noch detailliertere Insights liefern, indem man beispielsweise verschiedene Messwerte oder relative Anteile pro Gerät ausrechnen und anzeigen lassen kann – bisher aber leider nicht auf Keywordebene. Weitere Informationen und Anleitungen gibt es hier.

Verbesserter Keyword-Planner für Bing Ads

Keyword Planner V2: Bing erweiterte Mitte Januar den Keyword Planner. Die „smarte“ Version 2 zeigt den relativen Anteil an Impressionen für Keyword-Vorschläge an und vergleicht ihn mit Wettbewerbern und Marktführern. Im neuen Planner basieren die Keyword-Vorschläge auch nicht mehr nur auf eingegebenen Keywords – man kann ebenfalls die Ziel-URL eingeben und erhält neue Keyword-Ideen. Praktisch, denn auch die URLs von Wettbewerbern können somit auf potenzielle Keywords gecrawlt werden.

Ebenfalls wurden die Traffic Schätzungen für Keywords und Anzeigengruppen verbessert. Leider sind die Neuerungen bisher alle nur in den USA verfügbar, sollen allerdings weiter ausgerollt werden. Hierzulande liefert der Google AdWords Keyword-Planer aktuell mehr Daten.

Bing Keyword Planner Version 2

Verbesserter Keyword Planner für Bing Ads, Quelle: Bing

Optimierung von Lead Ads in Facebook

Facebook Ads wachsen und gedeihen: Mit Lead Ads können Werbetreibende bereits seit einigen Monaten ihre Zielgruppen erreichen. Jetzt gibt es zwei neue Funktionen, die dem Nutzer noch vor dem Ausfüllen eines Formulars einen genaueren Einblick geben sollen, für was er sich denn überhaupt registriert. Einerseits kann nach dem Klick auf die Lead-Anzeige und vor dem Erscheinen des Formulars nun eine zusätzliche Kachel angezeigt werden, welche weitere Details zum Anbieter liefert.

Außerdem sind Lead Ads mittlerweile im Karussel-Format mit drei bis fünf Bildern verfügbar, was dem Nutzer ebenfalls weitere Informationen und Vorteile über das Unternehmen mitteilt. Lead Ads sind jetzt zudem für Mobil- und Desktop-Geräte verfügbar und entsprechend auch einzeln zu evaluieren.

Social Media Monatsrückblick Januar 2016

Facebook Canvas: Neues Werbeformat wird ausgerollt

Canvas (dt. Leinwände) werden demnächst die Standard Facebook Ads um ein bildschirmfüllendes, multimediales Werbeformat ergänzen. Diese sind speziell für Smartphones und Tablets optimiert und werden nicht auf Desktop-Geräten angezeigt. Preise und Gebotsoptionen sollen sich nicht von normalen Facebook Anzeigen unterscheiden. Facebook Canvas sollen bis zum 28.02.2016 weltweit verfügbar sei.

Facebook Canvas

Facebook Canvas erlauben ganzformatige Werbeanzeigen mit bewegten Inhalten. (Screenshot: Facebook)

Instagram zählt neun Millionen Nutzer in Deutschland

Die Foto-Plattform Instagram hat in Deutschland nach eigenen Angaben neun Millionen Nutzer. Weltweit wird die App von mehr als 400 Millionen Mitgliedern genutzt. Den Dienst, der ausschließlich als mobile-App verfügbar ist, gibt es bereits seit 2010. Vor vier Jahren wurde Instagram in den Facebook-Konzern eingegliedert.

Twitter: Fällt die 140 Zeichen-Begrenzung?

Twitter Nachrichten (Tweets) dürfen bislang aus maximal 140 Zeichen bestehen. Jetzt steht dieses Markenzeichen offenbar zu Disposition. Twitter-Chef Jack Dorsey selbst setzt sich für eine Aufhebung der Zeichenbegrenzung ein. Die Nutzer würden teilweise Screenshots von Texten posten, um mehr Text an ihre Follower zu übermitteln.

Dorsey nutzte Anfang Januar selbst diese Methode, um für mögliche Veränderungen an Twitter zu werben. Bislang ist jedoch völlig offen, ob die Begrenzung aufgehoben wird. Zuletzt schwächelnde Nutzerzahlen setzen Twitter jedoch unter (Veränderungs-)Druck.

Alle Bilder, sofern nicht anders vermerkt: Linzenz Creative Commons CC0 / Pixabay.de (Public Domain)

Über den Autor
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Herbert Buchhorn ist Geschäftsführer von Clicks Online Business, einer Performance Marketing Agentur mit Büros in Berlin, Dresden, München und Köln. Als gefragter Marketingexperte betreut er mit seinem 40 Mann starken Team nationale wie internationale Onlineprojekte von Unternehmen unterschiedlichster Branchen.
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