05.10.2016

Die wichigsten News aus dem Onlinemarketing im September. Darunter: SEO: Penguin 4 Update ausgerollt und dauerhaft in Algorithmus eingebunden. SEA: Der Zeitraum für die komplette Umstellung auf Expanded Text Ads wurde verlängert. Bing Ads lassen  sich mit Structured Snippets aufbohren und Facebook vereinfacht Editor für Canvas-Anzeigen. Social Media: Google bläst mit Allo zum Kampf gegen Facebook, Twitter kippt die 140-Zeichenregel und Facebook veröffentlicht seine neuen Werbezahlen.

SEO Monatsrückblick September 2016

Die SEO-News im September. Unter anderem: Google spielt Penguin 4.0 und des Possum-Algorithmus aus.

Penguin 4.0 von Google bestätigt

Das lang erwartete Penguin Update 4.0 wurde am 23. September 2016 ausgespielt. Dies wurde von Gary Illyes, Mitarbeiter im Google Search Ranking-Team, im Google Webmaster-Zentrale Blog bestätigt. Wahrscheinlich wird das Update über einen längeren Zeitraum ausgespielt werden. Der Penguin Algorithmus bewertet Seiten in Echtzeit und wurde im Core-Algorithmus integriert. Außerdem bewertet das Update Seiten granularer, so dass nicht die gesamte Webseite von einer eventuellen Abstrafung betroffen sein muss. Weitere Pinguin Updates werden von Google nicht mehr angekündigt. Da der Algorithmus kontinuierlich von Google verbessert wird, war dies zu erwarten.

Possum-Algorithmus wurde ausgespielt

Der von der Local-SEO Community bezeichnete Possum-Algorithmus wurde am 01. September 2016 ausgespielt. Das Update betrifft nur das sogenannte 3-Pack.

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Screenshot 3-Pack zur Suchanfrage „Schlüsseldienst Dresden“

Der Possum-Algorithmus hatte folgende Auswirkungen auf das 3-Pack:

  • Steigerung der Rankings für Unternehmen außerhalb der Stadtgrenze
  • Erweiterung der Filterung um die Faktoren Adresse und Unternehmenszugehörigkeit
  • Standort des Users ist wichtiger geworden für die ausgespielten Ergebnisse
  • Suchergebnisse variieren stärker bei geringen Änderungen der Suchanfrage
  • Filterung ist unabhängiger geworden von der Filterung der organischen Suchergebnisse.

Google Webmaster-Hangouts im September 2016

Webseitenbetreiber können in den Google Webmaster Hangouts fragen einreichen. In diesen Hangouts beantwortet John Müller, Webmaster Trend Analyst bei Google, die eingereichten Fragen. Clicks.de stellt in jedem Monatsrückblick die wichtigsten Aussagen zusammen.

1.) Kein NoFollow für interne Verlinkungen verwenden

Seiten, die für das Ranking nicht wichtig sind, wie beispielsweise das Impressum, sollten nicht mit NoFollow intern verlinkt werden. Google erkennt, dass es sich um das Impressum handelt. Das Impressum mit NoFollow intern zu verlinken macht nach John Müller keinen Sinn und würde auch zu keinen Vorteilen führen.

2.) Popups und Interstitials – Abstrafung nur für mobile Suchergebnisse

Wie von Google angekündigt, werden ab dem 10. Januar 2017 mobile Webseiten mit Popups und Interstitials abgestraft. Dies betrifft nur Webseiten in den mobilen Suchergebnissen. Als Gründe wurden die geringere Geschwindigkeit und das spezielle UserInterface von mobilen Endgeräten im Vergleich zu Desktop-PCs genannt.

3.) 404 Fehler in der Google Search Console ist eine normale Fehlermeldung

Wenn URLs gecrawlt werden, die nicht existieren, ist es ganz normal, dass ein 404-Fehler in der Google Search Console angezeigt wird. Google crawlt immer wieder 404 Fehlerseiten, um zu sehen, ob sich etwas verändert hat und die 404 Fehlerseite jetzt Content enthält, der indexiert werden soll. Auch URLs, die nicht mehr existieren, werden in größeren Zeitabständen von Google gecrawlt. Solche URLs werden dann auch als 404-Fehler in der Google Search Console angezeigt.

404- Fehler werden in der Google Search Console nach der Priorität aufgelistet, beginnend mit der Zahl 1. Folgende Faktoren spielen für die Priorität eine Rolle:

4.) Cool URLs don’t change

Eine Änderung der URL-Struktur ist ein großer Eingriff und sollte mit Bedacht ausgeführt werden. Bei jährlichen Events macht es Sinn, eine URL für das jährliche Event zu verwenden. Für Google ist es einfacher den Content zu verstehen, als immer wieder neu die URL zu crawlen und die Seite zu interpretieren. Außerdem sammelt die URL externe Signale über die Zeit. Nach dem das Event beendet ist, könnte der Content beispielsweise archiviert werden.

5.) Canonical ist für Google ein Signal

Der Canonical-Tag ist ein Signal und damit keine zwingende Anweisung für Google. Das Signal des Canonical-Tags wird mit anderen Signalen wie der internen Verlinkung und der Verlinkung in der Sitemap kombiniert. Kommt es zu widersprüchlichen Signalen, kann es sein, dass der Canonical-Tag ignoriert wird.

SEA Monatsrückblick September 2016

Structured Snippets: Neue Texterweiterungen für Bing-Anzeigen

Diesen September kündigte Bing an, seinen Werbekunden zukünftig mehr Spielraum bei der Gestaltung seiner Anzeigen zu lassen. Anhand sogenannter Structured Snippets können Werbetreibende zusätzliche Informationen zu ihren Produkten und Dienstleistungen hinterlegen und damit gezielt in den Textanzeigen hervorheben.

Bing Ads – Performance aktueller und vergangener Kampagnen jetzt vergleichbar

Von nun an ist es auch bei den Bing Ads möglich die Performance vergangener mit der aktueller Kampagnen miteinander zu vergleichen. Durch diese Funktion ist es für den Anwender leichter Veränderungen im zeitlichen Verlauf der Kampagnen zu erkennen und zu verstehen.

Bing Ads Zeitraum-Vergleich

Ad-Kampagnen können bei Bing jetzt zeitlich miteinander verglichen werden.

Neue Funktionen und Vorlagen für Facebook Canvas

Bei der Gestaltung von Canvas müssen Werbetreibende nicht mehr jedes Mal von vorn beginnen. Denn Facebook stellt in Zukunft verschiedene Vorlagen zur Verfügung, die für das jeweilige Werbeziel die Best Practices beinhalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit 360°-Videos und Links zu anderen Canvas einzufügen, um den Nutzer noch mehr zur Interaktion zu motivieren.

Geräteübergreifende Remarketing-Listen und Ausschluss über demografische Merkmale

Zunächst erhalten die Remarketing-Listen für Suchanzeigen, kurz RLSA, einige Verbesserungen. So ist es nun möglich Kunden gerätübergreifend zu erreichen. Wer also die Seite über den Laptop besucht hat, kann mit relevanten Werbeanzeigen auch über das Smartphone oder Tablet erreicht werden. Zudem können Seitenbesucher jetzt bis zu 540 Tage auf den Remarketing-Listen gespeichert bleiben.

Darüber hinaus hat der weltweite Rollout von DFSA (Demographics for Search Ads) begonnen. Damit haben Anzeigenkunden die Möglichkeit, Gebote anhand von Alter und Geschlecht anzupassen und sogar bestimmte Zielgruppen auszuschließen.

Expanded Text Ads: Mehr Zeit zum Testen und Umstellen

Ursprünglich wollte Google die vollständige Umstellung zu den sogenannten Expanded Text Ads (ETA) bereits zum 26. Oktober 2016 vollziehen. Doch nun haben Werbetreibende bis zum 31. Januar 2017 Zeit das neue Anzeigenformat ausgiebig zu testen und bestehende Textanzeigen anzupassen. Denn nach dem 31. Januar ist es nur noch möglich Textanzeigen im Expanded Format zu gestalten.

Mehrere AdWords-Konten einfacher verwalten

AdWords hat neue Features implementiert, die das Verwalten mehrerer Accounts deutlich vereinfacht. Nun lassen sich bis zu 5 AdWords-Accounts unter einer einzigen E-Mail-Adresse anlegen, sodass es nicht mehr nötig ist sich mehrere Login-Daten zu merken. Außerdem kann man jetzt mit einem Klick den Zugang mit anderen teilen und nahtlos zwischen den Accounts hin- und herwechseln.

Social Media Monatsrückblick September 2016

Mit dem kürzlich veröffentlichten Messengerdienst namens Allo versucht Google erneut Facebook im Bereich Social Paroli zu bieten. Twitter steckt in der Krise und schenkt seinen Nutzern jetzt mehr Zeichen. Facebook freut sich über mehr als 4 Millionen Werbekunden.

Google will mit Whatsapp-Rivalen durchstarten

Allo ist in Deutschland angekommen. Der neue Messenger von Google soll der Expansion von Whatsapp und dem Facebook Messenger Einhalt gebieten. Highlights von Allo sind automatisch erstellte Antworten, mit denen Nutzer auf Fragen in den Chatnachrichten ihrer Freunde antworten können sowie der Google-Assistent, der ständig Informationen beschafft. Dieser kann während eines Chatverlaufs Fragen beantworten, Restaurantvorschläge machen oder auch Flüge buchen.

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Während des Chatverlaufs macht Allo selbständig passende Vorschläge. © Google

Allo soll den Nutzer mit der Zeit immer besser verstehen können. Hierfür verwendet Google die Deep-Learning-Technik, eine künstliche Intelligenz, die selbstständig dazu lernt. Bei der Verwendung des Assistenten müssen Nutzer allerdings auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verzichten. Denn ohne die ständige Datenanalyse kann der Assistent keine Antworten liefern.

Ob sich Allo gegen die Übermacht der weltweit 1,6 Milliarden User von WhatsApp und Facebook Messenger durchsetzen kann, ist ungewiss. Bislang verzeichnet Google gerade einmal 5 Millionen Downloads.

Sagt jetzt mehr als 140 Zeichen – Twitter sucht den Weg aus der Krise

„Erzählt mehr darüber, was gerade los ist!“, lautet die Werbebotschaft von Twitter. Laut Konzernangaben sollen angehängte Fotos, Videos und angehängt Tweets nicht mehr auf die Gesamtlänge des eigenen Beitrags angerechnet werden. Schon zu Beginn des Jahres plante Twitter eine Lockerung der 140-Zeichenregel, stieß damit jedoch bei den Nutzern auf heftigen Widerstand.

Mit der Lockerung will Twitter der nur langsam steigenden Nutzerzahl entgegen wirken. Schon länger steckt das Unternehmen in der Krise und kann sich nur schwer gegen die Konkurrenz von Facebook und Snapchat behaupten. Zwar ist der Dienst bei Journalisten und Berühmtheiten sehr beliebt, jedoch stagniert die Verbreitung in der allgemeinen Bevölkerung.

Facebook veröffentlicht neue Zahlen: Weltweit 4 Millionen Werbekunden

Facebook verkündete kürzlich neue Zahlen. Demnach tummeln sich bereits mehr als 4 Millionen Werbekunden im weltweit größten sozialen Netzwerk und schalten dabei aktiv Werbung. 40 Prozent von ihnen wählen die mobilen Facebook-Anzeigen. Vor allem mit den Canvas Ads, sogenannte Fullscreen-Anzeigen direkt im Newsfeed, konnte Facebook viele Werbetreibende überzeugen. Als reine Markenpräsenz nutzen Facebook mehr als 60 Millionen Unternehmen weltweit.

Über den Autor
Profilbild des Autors
Herbert Buchhorn ist Geschäftsführer von Clicks Online Business, einer Performance Marketing Agentur mit Büros in Berlin, Dresden, München und Köln. Als gefragter Marketingexperte betreut er mit seinem 40 Mann starken Team nationale wie internationale Onlineprojekte von Unternehmen unterschiedlichster Branchen.
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1 Kommentar zu "Online Marketing Monatsrückblick September 2016"
  • Angesichts der stetigen Veränderung und Verbesserung des Google-Dienstes, ist es sehr entscheidend, stets auf dem neuesten Stand zu bleiben, um die Informationen für sich zu nutzen, und so in die Webseite etc. zu implementieren. Vielen Dank, dass Sie diese Informationen so zur Verfügung stellen.
    LG, Lamdi